Boeing in 737-MAX-Betrugsklage von LOT Airlines freigesprochen
Eine US-Jury in Seattle sprach Boeing vom Vorwurf frei, LOT Polish Airlines Sicherheitsprobleme der 737 MAX verschwiegen zu haben.

Eine Jury am US-Bezirksgericht in Seattle hat Boeing am Freitag vom Vorwurf des Betrugs freigesprochen. Die polnische Fluggesellschaft LOT Polish Airlines hatte dem Flugzeugbauer vorgeworfen, ihr kritische Informationen über Sicherheitsprobleme der 737 MAX vorenthalten zu haben. Nach einem zweiwöchigen Prozess benötigten die Geschworenen lediglich drei Stunden zur Beratung, bevor sie ihr Urteil fällten.
LOT hatte Boeing beschuldigt, eine wesentliche Änderung an den Flugsteuerungssystemen der 737 MAX verschwiegen zu haben. Genau diese Änderung stand im Zusammenhang mit zwei verheerenden Abstürzen der Maschine in den Jahren 2018 und 2019. Die Unglücke führten zu einem weltweiten Flugverbot für die 737 MAX, das insgesamt 20 Monate andauerte und die gesamte Luftfahrtbranche erschütterte.
Schadensersatzforderung in Höhe von 153 Millionen Dollar
Die polnische Staatsairline hatte Schadensersatz in Höhe von 153 Millionen US-Dollar gefordert. Diesen Betrag bezifferte LOT als finanziellen Schaden, der ihr durch das weltweite Flugverbot für die 737 MAX entstanden sei. Mit dem Freispruch bleibt Boeing von dieser erheblichen Zahlung verschont.
Boeing zeigte sich nach dem Urteil erleichtert. „Wir sind über das heutige Urteil der Jury zu unseren Gunsten erfreut", erklärte ein Sprecher des Unternehmens. Für Boeing, das in den vergangenen Jahren durch die 737-MAX-Krise massiv unter Druck geraten war, ist das Urteil ein weiterer juristischer Erfolg.
LOT hält sich Berufung offen
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Zur AktienanalyseLOT Polish Airlines nahm das Ergebnis zwar zur Kenntnis, schloss jedoch weitere rechtliche Schritte nicht aus. „Da das Gerichtsverfahren möglicherweise noch nicht abgeschlossen ist, wird LOT zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Kommentare zu den Einzelheiten des Verfahrens abgeben", teilte die Fluggesellschaft in einer Erklärung mit. Damit bleibt die Möglichkeit einer Berufung ausdrücklich offen.
Der Fall steht im Kontext der umfassenderen 737-MAX-Krise, die Boeing seit Jahren belastet. Die beiden Abstürze – Lion Air Flug 610 im Oktober 2018 und Ethiopian Airlines Flug 302 im März 2019 – kosteten insgesamt 346 Menschen das Leben. Das darauffolgende weltweite Flugverbot und die anschließenden Rechtsstreitigkeiten haben Boeing Milliarden gekostet und den Ruf des Konzerns nachhaltig beschädigt. Das Urteil zugunsten Boeings in Seattle ist damit ein seltenes positives Signal für den angeschlagenen Luftfahrtriesen in einem nach wie vor schwierigen rechtlichen Umfeld.

