ANZEIGE

EP-Gruppe umwirbt Deutschland für Uniper-Kauf: Křetínský lädt Journalisten

Der tschechische Investor Daniel Křetínský will mit der EP-Gruppe 75 Prozent an Uniper übernehmen und wirbt offensiv um die deutsche Öffentlichkeit.

•• 3 Min
EP-Gruppe umwirbt Deutschland für Uniper-Kauf: Křetínský lädt Journalisten

Die EP-Gruppe des tschechischen Investors Daniel Křetínský hat ein Angebot für den Energiekonzern Uniper abgegeben und wirbt nun offensiv um die deutsche Öffentlichkeit. Zu diesem Zweck lud das Unternehmen deutsche Journalisten in ein Berliner Hotel am Potsdamer Platz ein. Die Holding zielt nach eigenen Angaben auf 75 Prozent an Uniper.

Der Bund hält derzeit 99,12 Prozent an Uniper und muss die Mehrheit wegen einer EU-Auflage verkaufen. Die EU-Kommission verlangt den Verkauf der Mehrheit bis Ende 2028, wobei der Bund 25 Prozent plus eine Aktie behalten darf. Uniper ist der Nachfolger von E.On-Ruhrgas und neben Sefe ein zentraler Importeur russischen Gases.

Ein umkämpftes Bieterverfahren

Das Rennen um Uniper ist umkämpft. Neben der EP-Gruppe haben auch RWE gemeinsam mit KKR, ein kanadisches Konsortium sowie Equinor Angebote abgegeben. Seit September prüft der Bund die Angebote in einer vertieften Phase. Die ersten Angebote waren über eine Anzeige in der Financial Times im Mai eingegangen.

Die EP-Gruppe präsentierte eine 15-seitige Präsentation, die Leitlinien für Investments in Europas kritische Infrastruktur nennt. Jan Špringl sagte: "Wir sind in Deutschland teilweise unbekannt. Und wir wollen uns ein bisschen bekannter machen." Ein weiteres Argument der Holding ist ihr langfristiges Engagement ohne Ausstiegs-Horizont.

Energie als wichtigste Säule

Die EP-Gruppe besteht seit 25 Jahren und ist seit 17 Jahren auf dem deutschen Markt aktiv. Sie beschäftigt 32.000 Mitarbeiter in Deutschland und steht im Fortune Global 500 auf Rang 179. Das Ebitda liegt bei 6,8 Milliarden Euro, wovon der Energiesektor 4,6 Milliarden Euro beisteuert.

Das Geschäft ruht auf drei Säulen: Energie, Logistik und Einzelhandel. Křetínský hält 89,29 Prozent an der EP-Gruppe, das Management 10,71 Prozent. Zu den Beteiligungen zählen Leag, Mibrag, Metro und GLS. Die Mibrag-Übernahme in Zeitz erfolgte 2009, der Kauf der ostdeutschen Braunkohlesparte von Vattenfall 2016. Bei Metro stieg Křetínský 2018 ein, die Komplettübernahme folgte 2025.

Die Übernahmegeschichte der Gruppe verlief nicht immer geradlinig. Die Verhandlungen um Thyssenkrupp zogen sich hin, während Miguel López mit der Jindal-Dynastie verhandelt. Křetínský ist mit 20 Prozent an Thyssenkrupp Steel Europe beteiligt. Das Bieterverfahren um Steag verlor die Gruppe 2023 an Asterion. Leif Timmermann sagte über seinen Werdegang: "Mein Hintergrund ist der Anlagenbau."

Skepsis in Düsseldorf

Der Uniper-Betriebsrat warnt vor einer Zerschlagung durch einen strategischen Investor. In Düsseldorf herrscht Skepsis gegenüber Křetínský, es wird über Souveränität diskutiert. Uniper erwirtschaftet 80 Prozent des Umsatzes mit Gashandel und beschäftigt rund 7000 Mitarbeiter. An manchen Tagen verliert das Unternehmen bis zu 200 Millionen Euro. Die Bewertung liegt zwischen 11 und 14 Milliarden Euro.

Der Uniper-Aufsichtsrat verlängerte den Vertrag von CEO Michael Lewis um fünf Jahre. Am 3. November wird das Ergebnis der Gaskraftwerks-Ausschreibung erwartet, für die sich auch die Leag bewirbt. Die Leag-Übernahme umfasst etwa 8 Gigawatt und etwa 8000 Mitarbeiter. Bis 2030 und darüber hinaus will die Leag auf über 10 Gigawatt kommen: 1 GW Erneuerbare, 4,7 GW Batteriespeicher, 2 GW emissionsarme Gaskraftwerke und 3 GW umgerüstete Kohlekraftwerke.

Křetínský verdiente Milliarden mit alten Kohlekraftwerken entgegen dem grünen Trend. Die Leag wirbt für eine Aussetzung der CO2-Bepreisung, wie die WirtschaftsWoche im April berichtete. Die politischen Kontakte der EP-Gruppe liegen vor allem bei den Landesregierungen in Sachsen und Brandenburg sowie bei der IGBCE. Die Leag-Investition dient der Holding als Beleg für gute Investorenführung.

Was bedeutet das für Anleger?

Für Privatanleger ist der Verkauf von Uniper vor allem ein Signal für die künftige Ausrichtung des deutschen Energiemarkts. Ein strategischer Investor wie die EP-Gruppe könnte langfristig auf Kohle- und Gaskraftwerke setzen, während ein Finanzinvestor andere Schwerpunkte wählen dürfte. Wie sich der Bund entscheidet, hängt auch davon ab, wie glaubwürdig die Zusagen zu Investitionen und Arbeitsplätzen ausfallen.

Bemerkenswert ist die Rolle der Politik: Das Finanzministerium unter Minister Lars Klingbeil (SPD) führt die Beteiligung. Uniper galt 2022 als too big to fail, als Putin den Gashahn zudrehte und hunderte Stadtwerke von dem Konzern abhingen. Der Staat musste einspringen. Vor diesem Hintergrund dürfte die Souveränitätsdebatte den weiteren Verkaufsprozess begleiten.

UniperEp-GruppeDaniel KřetínskýUniper-VerkaufRWEGaskraftwerkeLeagBundesregierung

Meistgelesene News

  1. Galeria-Insolvenz: Schicksal von 12.000 Jobs hängt an BA-Entscheidung
  2. Gaming und Wetten: Krypto-Klage, GTA 6 und Aktivisten-Investor im Fokus
  3. Börsenkorrektur kommt unweigerlich: So bereiten sich Anleger richtig vor
  4. Take-Two-Aktie vor GTA-6-Release: Chance oder Risikofalle?
  5. Rheinmetall-Aktie legt 3 Prozent zu – Morgan Stanley beflügelt Rüstungssektor

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.