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Deutschland und Kanada demonstrieren Geschlossenheit auf Messe

Scholz kritisiert Trumps Zollpolitik – Kanada setzt auf Freihandel und Unabhängigkeit

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Deutschland und Kanada demonstrieren Geschlossenheit auf Messe

Auf der Hannover Messe haben Deutschland und Kanada ein starkes Zeichen der Geschlossenheit gesetzt. Bundeskanzler Olaf Scholz nutzte die Eröffnungsrede, um die enge Partnerschaft zwischen beiden Ländern zu betonen. Mit Blick auf die angespannte Lage durch die Zoll- und Annexionsdrohungen von US-Präsident Donald Trump sagte Scholz: „We stand by your side“, gerichtet an Kanada, das in diesem Jahr Partnerland der Messe ist. Er hob hervor, dass Kanada eine stolze und unabhängige Nation sei und viele Freunde in Deutschland und Europa habe.

Seit Wochen belasten wiederholte Aussagen von Trump das Verhältnis der USA zu zahlreichen Verbündeten, darunter auch Kanada. Der US-Präsident hatte mehrfach geäußert, Kanada als 51. Bundesstaat in die USA eingliedern zu wollen und gleichzeitig Strafzölle gegen Kanada, die EU und weitere Partner verhängt. Bundeskanzler Scholz bezeichnete es als bemerkenswert, dass es unter Nachbarn, Alliierten und G7-Partnern überhaupt nötig sei, die Unabhängigkeit zu betonen. Kanadas Premierminister Mark Carney habe sogar schon vor seinem Amtsantritt öffentlich klargestellt, dass sein Land niemals Teil der USA sein werde.

Scholz wies zudem auf die Bedeutung des freien Welthandels hin. Die Antwort auf Trumps Abschottungspolitik müsse lauten: mehr freier Handel, höhere Wettbewerbsfähigkeit und technologische Souveränität. Trotz der globalen Unsicherheiten zeigte sich der Kanzler zuversichtlich, dass Europa diesen Entwicklungen nicht schutzlos gegenüberstehe. Trump schade mit seiner Zollpolitik auch der eigenen Wirtschaft. Die EU werde auf die US-Maßnahmen reagieren, so Scholz, gleichzeitig aber den Abschluss weiterer Freihandelsabkommen vorantreiben. Er erinnerte daran, dass Deutschland das Abkommen zwischen der EU und Kanada bereits ratifiziert habe.

Die wirtschaftliche Stärke Europas hob Scholz ebenfalls hervor. Die EU vereine 450 Millionen Bürgerinnen und Bürger sowie über 70 Länder, mit denen Handelsabkommen bestünden. Er betonte, die Europäische Union sei offen für Handel, werde sich aber gegen unfaire Praktiken verteidigen. Auch in Kanada selbst regt sich Widerstand gegen die US-Politik. Unter dem Slogan „Elbows Up“ boykottieren viele Kanadier US-Produkte.

Kanadas Sonderbeauftragter für die EU, Stéphane Dion, erklärte, dass sich Kanada und Europa in der aktuellen Lage nicht nur schätzen, sondern gegenseitig bräuchten. Mit rund 4.000 Ausstellern aus über 60 Ländern und der bisher größten Beteiligung Kanadas mit 260 Unternehmen, zeigte sich die Messe international gut aufgestellt. Dion bezeichnete Kanada als das „europäischste nicht-europäische Land“ mit reichen Ressourcen und einer starken Hightech-Branche. Scholz betonte abschließend, dass beide Länder wirtschaftlich ideale Partner seien.

DeutschlandKanadaPartnerschaftOlaf Scholz

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