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DAX vor EZB-Entscheid fester – Fed hält Zinsen konstant

Anleger blicken gespannt auf die EZB und die Tech-Bilanzen – der DAX dürfte fester starten.

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DAX vor EZB-Entscheid fester – Fed hält Zinsen konstant

Der DAX dürfte am Donnerstag mit Gewinnen in den Handel starten. Der Broker IG Markets erwartet den deutschen Leitindex vor der Xetra-Eröffnung rund 0,2 Prozent höher bei 25.765 Punkten. Am Mittwoch hatte der DAX bereits um 0,4 Prozent auf 25.704 Punkte zugelegt. Im Mittelpunkt des Handelstags stehen der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank sowie eine ganze Reihe wichtiger Unternehmensbilanzen.

Die EZB gibt am heutigen Donnerstag ihre Zinsentscheidung bekannt. Ökonomen rechnen mehrheitlich mit einem unveränderten Leitzins von 2,5 Prozent. Eine Erhöhung wird von vielen Experten allerdings bereits für Dezember erwartet. Damit rückt die Frage in den Fokus, wie die Notenbank die weitere geldpolitische Richtung kommuniziert – ein Thema, das für Privatanleger vor allem mit Blick auf Zinsanlagen und Immobilienfinanzierungen relevant ist.

Fed lässt Leitzins unverändert

In den USA hatte die Federal Reserve ihren Leitzins kurz vor den US-Zwischenwahlen konstant gelassen. Die Spanne liegt weiterhin bei 3,75 bis 4,00 Prozent. Eine Erhöhung wird im Dezember erwartet. Die Fed äußerte sich zuletzt positiver zur US-Konjunktur, sieht die Inflation aber weiterhin als hoch an. Diese Mischung aus robuster Wirtschaft und anhaltendem Preisdruck dürfte die Notenbank vorsichtig agieren lassen.

Die Anleger erhoffen sich von der laufenden Berichtssaison der Technologiekonzerne vor allem Antworten auf die Frage, wie nachhaltig der KI-Boom ist. Die Sorge um hohe Ausgaben für KI-Infrastruktur belastet dabei einzelne Werte erheblich. Genau diese Gemengelage aus Hoffnung und Kostendruck prägt derzeit die Stimmung an den internationalen Märkten.

Bei den Tech-Bilanzen gab es ein geteiltes Bild. Microsoft überzeugte mit einer starken Cloud-Sparte und steigerte seinen Gewinn um rund ein Drittel auf fast 37 Milliarden Dollar. Ganz anders Alphabet: Der Google-Mutterkonzern enttäuschte die Erwartungen der Wall Street. Der Gewinn sank um rund ein Viertel auf knapp 26,2 Milliarden Dollar. Die Aktie stürzte nachbörslich um 10 Prozent ab, der Börsenwert verringerte sich um fast 400 Milliarden Dollar.

Samsung mit Rekordgewinn, Aktie dennoch schwächer

In Südkorea meldete Samsung Electronics für das dritte Quartal einen Gewinn, der sich fast verneunfachte. Trotz dieser starken Zahlen gab die Aktie um rund 4 Prozent nach. Das zeigt, wie anspruchsvoll die Erwartungen der Anleger inzwischen sind – gute Ergebnisse allein reichen offenbar nicht mehr aus, um die Kurse zu stützen.

In Asien lief der Handel uneinheitlich. Der Nikkei-Index in Tokio legte nach einer angehobenen Prognose des Halbleiterzulieferers Advantest um rund 1 Prozent auf 64.635 Punkte zu. In China gaben die Börsen dagegen nach: Der Shanghai Composite verlor 0,9 Prozent auf 3.647 Stellen, der Index Shanghai/Shenzhen fiel um 1,2 Prozent auf 4.034 Punkte. Der Hang-Seng-Index in Hongkong notierte mit plus 0,2 Prozent leicht fester.

In Japan und Südkorea läuft derzeit die Berichtssaison der Technologieunternehmen. Hunderte japanische Firmen legen am heutigen Donnerstag und am Freitag ihre Ergebnisse vor. Zudem steht am Freitag der Zinsentscheid in Japan an – ein weiterer Termin, der die Märkte bewegen dürfte.

Angesichts der Vielzahl an Ereignissen mahnen Experten zur Vorsicht. Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) schreibt: "Trotz der Fülle an marktbewegenden Ereignissen dürfte vorerst Vorsicht dominieren, da viele Anleger vor den richtungsweisenden Unternehmens- und Zentralbankentscheidungen größere Positionierungen scheuen." Auch Maki Sawada von Nomura Securities erwartet Zurückhaltung: "Vor diesen Ereignissen zeigt der Markt vielleicht eine gewisse Nervosität."

Für Privatanleger bedeutet das vor allem eines: Geduld. In Phasen, in denen Zentralbanken und Konzerne gleichermaßen für Richtungsentscheidungen sorgen, schwanken die Kurse oft stärker. Wer langfristig investiert ist, sollte einzelne Handelstage nicht überbewerten und auf eine breite Streuung achten. Die kommenden Tage mit EZB-Entscheid, japanischen Tech-Bilanzen und dem Zinsentscheid in Tokio dürften reichlich Bewegung bringen.

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