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DAX tritt auf der Stelle – KI-Zweifel und Chip-Engpässe belasten

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DAX tritt auf der Stelle – KI-Zweifel und Chip-Engpässe belasten

Die US-Technologiebörse hat gestern deutliche Verluste verzeichnet, nachdem Zweifel an der Profitabilität der milliardenschweren KI-Investitionen aufkamen. Der Nasdaq-Index sackte um zwei Prozent ab, der Dow Jones verlor 1,3 Prozent auf 49.451 Punkte, während der S&P 500 um 1,6 Prozent auf 6.832 Zähler nachgab. Diese schwachen Vorgaben aus Übersee belasten auch den deutschen Leitindex am Freitagmorgen.

Der DAX eröffnete nahezu unverändert bei rund 24.800 Punkten und zeigt in der ersten Handelsstunde keine klare Tendenz. Anleger halten sich vor den wichtigen US-Inflationsdaten am Nachmittag zurück. Trotz der verhaltenen Stimmung steuert der Index auf ein Wochenplus von etwa einem halben Prozent zu.

Auslöser der Nervosität an den US-Börsen waren wachsende Bedenken, ob die Tech-Giganten ihre enormen Ausgaben für Künstliche Intelligenz jemals durch entsprechende Gewinne rechtfertigen können. Verschärft wurde die Situation durch eine Warnung des chinesischen PC-Herstellers Lenovo vor drohenden Lieferengpässen bei Speicherchips. Der rasante Ausbau der KI-Infrastruktur durch Branchenriesen wie OpenAI, Alphabet und Microsoft hat einen Großteil des weltweiten Chip-Angebots absorbiert und die Preise deutlich in die Höhe getrieben.

Die KI-Sorgen beschränken sich längst nicht mehr auf den Technologiesektor. Auch die Logistikbranche geriet unter Druck, nachdem ein Fernsehbericht über ein KI-basiertes Fracht-Skalierungstool bekannt wurde. Diese Anwendung könnte die Nachfrage nach Transportdienstleistungen erheblich reduzieren und damit die Geschäftsmodelle traditioneller Logistikunternehmen unter Druck setzen.

Am deutschen Aktienmarkt zeigen sich am Morgen unterschiedliche Tendenzen. Besonders gefragt sind Rüstungsaktien: MTU Aero und Rheinmetall notieren im Plus. Deutliche Verluste verzeichnet hingegen Siemens, nachdem die Aktie am Vortag noch stark zugelegt hatte.

Im Mittelpunkt des Handelstages stehen die US-Verbraucherpreise, die am Nachmittag veröffentlicht werden. Experten erwarten einen Rückgang der Inflationsrate von 2,7 Prozent im Dezember auf 2,5 Prozent im Januar. Diese Zahlen liefern wichtige Anhaltspunkte für die künftige Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve. Mit einer Zinssenkung rechnen Marktteilnehmer derzeit frühestens im Juni.

Andreas Lipkow, Chefanalyst beim Broker CMC Markets, interpretiert die jüngsten Arbeitsmarktdaten als Fortsetzung des "Abwärtstrends am US-Arbeitsmarkt". Allerdings sieht er noch keinen Spielraum für Zinssenkungsfantasien: "Erst wenn sich weitere konjunkturelle Abschwächungstendenzen in den USA zeigen, sollte dieses Thema wieder akut werden."

Eine andere Einschätzung vertreten die Strategen von UBS Global Wealth Management. Sie gehen davon aus, dass "eine in den kommenden Monaten nachlassende Inflation die Fed trotz der starken Zahlen dazu veranlassen dürfte, ihren Lockerungskurs fortzusetzen." Die unterschiedlichen Expertenmeinungen verdeutlichen die Unsicherheit über den weiteren Kurs der Notenbank.

Die gestrigen Daten zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe hatten zwischenzeitlich Hoffnungen auf eine baldige Zinswende geschürt. Diese Erwartungen wurden jedoch durch die anhaltende Inflationsdynamik gedämpft. Anleger bleiben daher in Warteposition und beobachten die makroökonomischen Entwicklungen genau.

Insgesamt präsentieren sich die Märkte in einer Phase erhöhter Volatilität. Die Nervosität aus New York hat sich auf die asiatischen und europäischen Handelsplätze übertragen. Für den weiteren Handelsverlauf dürften die US-Inflationsdaten am Nachmittag richtungsweisend sein.

MarktberichtDAXBörseMärkteTagesschau

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