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Apple-Aktie steigt 22 Prozent, doch schwächelndes Servicegeschäft belastet

Die Apple-Aktie hat den Markt deutlich übertroffen, doch das langsamere Wachstum des hochmargigen Servicesegments könnte die hohe Bewertung infrage stellen.

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Apple-Aktie steigt 22 Prozent, doch schwächelndes Servicegeschäft belastet

Die Apple-Aktie hat den Markt in diesem Jahr deutlich übertroffen. Bis zum 3. November 2026 legte der Kurs um rund 22 Prozent zu und damit etwa doppelt so stark wie der S&P 500, der im selben Zeitraum 11 Prozent gewann. Diese Entwicklung hat die Bewertung der Aktie auf etwa das 38-fache der Gewinne getrieben. Ein wesentlicher Grund für diese Prämie war das stetige Wachstum des hochmargigen Servicesegments – genau hier zeigen sich nun jedoch Bremsspuren.

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis misst die Erwartungen der Anleger

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) setzt den Aktienkurs ins Verhältnis zum Gewinn je Aktie und gilt als Maßstab dafür, wie viel Anleger für jeden Dollar Gewinn zu zahlen bereit sind. Ein Wert von 38 bedeutet, dass der Markt bereits hohe Erwartungen an die künftige Gewinnentwicklung einpreist. Fällt das Wachstum schwächer aus als erhofft, gerät diese Prämie schnell unter Druck.

Das Servicegeschäft wächst langsamer als zuvor

Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026, das am 26. September endete, verlangsamte sich das Wachstum der Services auf 10 Prozent im Jahresvergleich, nach etwa 12 Prozent im vorangegangenen Quartal. Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 erwartet das Management nur noch ein Wachstum zwischen 8 und 9 Prozent. Als Gründe nannte Apple Gegenwind durch Drittanbieter-Lizenzen sowie Verschiebungen bei den Devisenkursen.

Bemerkenswert ist, dass Apple in seinem Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2026 den App Store nicht als Treiber des Wachstums im Servicesegment nannte, sondern lediglich Werbung und Cloud-Dienste. Diese Verschiebung der Wachstumsquellen dürfte für Anleger ein wichtiges Signal sein, wenn sie die Nachhaltigkeit des Servicegeschäfts bewerten.

Das Servicegeschäft ist Apples eigentlicher Profitmotor

Der Umsatz aus Services wies im letzten Geschäftsjahr eine Bruttomarge von 76 Prozent auf, was fast doppelt so hoch ist wie die Bruttomarge von 39 Prozent bei den Produkten. Zudem entfielen 40 Prozent auf den Bruttogewinn von Apple. Das Servicegeschäft ist damit der eigentliche Profitmotor des Konzerns, weshalb eine Verlangsamung hier besonders stark auf die Gewinnentwicklung durchschlägt.

Die Gewinne stiegen im vierten Quartal des Geschäftsjahres um 13,5 Prozent im Jahresvergleich, doch Analysten modellieren für das langfristige jährliche Wachstum weniger als 11 Prozent. Sollte das Wachstum im Servicesegment weiter abschwächen, könnten Anleger die Aktie zu einem niedrigeren Gewinnmultiplikator neu bewerten, was ihr Aufwärtspotenzial begrenzen würde.

Das restliche Geschäft läuft stark

Der Umsatz stieg im Geschäftsjahr 2026 um 15 Prozent auf einen Rekordwert von 479 Milliarden Dollar. Die iPhone-Verkäufe wuchsen im letzten Quartal um 17 Prozent, die Mac-Verkäufe sprangen um 24 Prozent. Apple erwartet, dass das aktuelle Weihnachtsgeschäftsquartal „das beste Quartal für den Umsatz in der Geschichte des Unternehmens“ sein wird.

Es ist zugleich das erste vollständige Quartal mit Verkäufen des iPhone Duo, des ersten faltbaren Smartphones von Apple. Für deutsche Anleger ist das insofern relevant, als Apple zu den größten Positionen in vielen globalen Aktienindizes und Technologiefonds zählt – die Entwicklung des Konzerns wirkt sich damit auch auf breit aufgestellte Depots aus.

Anleger sollten das Servicewachstum im nächsten Quartal beobachten

Da die Aktie mit etwa dem 38-fachen der Gewinne gehandelt wird, zahlen Investoren für viel erwartetes Wachstum. Entscheidend ist insbesondere, ob das Services-Wachstum im nächsten Quartal innerhalb oder über dem Prognosebereich von 8 bis 9 Prozent liegt. Sollte es darunter bleiben, könnte die aktuelle prämienbehaftete Bewertung schwerer zu rechtfertigen sein.

Die Kombination aus starkem Hardwaregeschäft und nachlassendem Servicewachstum macht die Aktie zu einem Fall, bei dem die kommenden Quartalszahlen genau beobachtet werden dürften. Der Markt hat hohe Erwartungen eingepreist – und die müssen erst noch bestätigt werden.

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