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Alphabet startet 6-Milliarden-Euro-Anleihe trotz wachsender Zweifel an KI-Investitionen

Der Google-Konzern begibt sieben Tranchen mit Laufzeiten von zwei bis 19 Jahren und trifft auf 17 Milliarden Euro Nachfrage.

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Alphabet startet 6-Milliarden-Euro-Anleihe trotz wachsender Zweifel an KI-Investitionen

Der Google-Mutterkonzern Alphabet hat eine neue Anleiheemission in Höhe von 6 Milliarden Euro gestartet. Der Schritt erfolgt in einem volatilen Marktumfeld, das von wachsenden Zweifeln an der Rentabilität massiver Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) geprägt ist. Die Emission wird in sieben Tranchen mit Laufzeiten zwischen zwei und 19 Jahren angeboten und stieß auf starkes Interesse: Die Gesamtnachfrage lag bei über 17 Milliarden Euro. Als Konsortialführer fungieren Barclays, BNP Paribas und die Deutsche Bank.

Für Alphabet ist dies die zweite Euro-Anleihe in diesem Jahr. Bereits im Mai hatte der Konzern Papiere im Volumen von 9 Milliarden Euro platziert. Die Erlöse sollen für allgemeine Unternehmenszwecke genutzt werden, was auch die Rückzahlung bestehender Schulden einschließen könnte. Damit unterstreicht der Konzern den enormen Kapitalbedarf der sogenannten Hyperscaler.

Alphabet rechnet mit Investitionsausgaben von bis zu 205 Milliarden Dollar

Für das laufende Jahr kalkuliert Alphabet mit Investitionsausgaben von bis zu 205 Milliarden Dollar. Zusätzlich belasten zukünftige Zahlungsverpflichtungen aus Mietverträgen für Rechenzentren in Höhe von 130,5 Milliarden Dollar die Bilanz. Diese Zahlen verdeutlichen, warum die großen Technologiekonzerne zunehmend auf den Kapitalmarkt zurückgreifen, um ihre Infrastruktur für KI-Anwendungen zu finanzieren.

Der Nasdaq verlor im Oktober fünf Prozent

Die jüngste Emission findet vor dem Hintergrund einer deutlichen Marktkorrektur statt. Der technologielastige Nasdaq verzeichnete im Oktober ein Minus von 5 Prozent. Alphabet erlitt nach enttäuschenden Quartalszahlen und Sorgen um die Rentabilität des Suchmaschinengeschäfts zeitweise einen massiven Kurseinbruch. Microsoft war im letzten Quartal der einzige Big-Tech-Konzern mit einem positiven Cashflow, während andere Branchenriesen wie Amazon und Meta unter ähnlichem Investitionsdruck stehen.

BNP Paribas erwartet Nettoemissionen von 192 Milliarden Euro bis 2027

Experten warnen, dass die zunehmende Verschuldung der Tech-Giganten den europäischen Anleihemarkt unter Druck setzen könnte. Während die Emissionstätigkeit in den USA bereits stark angestiegen ist, steht Europa laut Analysten vor einer Welle von „Reverse Yankee“-Anleihen. BNP Paribas prognostiziert, dass die Nettoemissionen von Investment-Grade-Unternehmensanleihen in Euro bis 2027 auf 192 Milliarden Euro ansteigen könnten, wobei ein Großteil auf US-Technologieunternehmen entfallen dürfte.

EZB-Präsidentin Lagarde sieht Tech-Emissionen als Treiber höherer Staatsanleiherenditen

Dieser massive Zufluss an Unternehmensanleihen könnte die Finanzierungskosten für europäische Unternehmen und Regierungen in die Höhe treiben. Da Hyperscaler mit ihrer hohen Bonität direkt mit Versorgern, Telekommunikationsunternehmen und Automobilherstellern um Investoren konkurrieren, könnten die Kreditaufschläge (Spreads) steigen. Marktteilnehmer beobachten zudem, wie europäische Emittenten aufgrund der Volatilität und des hohen Angebotsdrucks zunehmend auf kürzere Laufzeiten ausweichen, um sich dem Wettbewerb am langen Ende der Zinskurve zu entziehen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde wies bereits darauf hin, dass die Emissionstätigkeit der Tech-Konzerne zu steigenden Renditen bei Staatsanleihen beigetragen habe.

Trotz der Bedenken bleibt der europäische Markt aufgrund seiner Tiefe und Liquidität ein attraktives Ziel für US-Konzerne. Diese wollen ihre Finanzierung diversifizieren und Währungsrisiken absichern. Für deutsche Anleger bedeutet die Entwicklung, dass sie künftig verstärkt auf die Bonität und die Laufzeitstruktur von Unternehmensanleihen achten müssen, da das Angebot an Papieren mit hoher Kreditqualität wächst und die Renditeaufschläge sich verschieben können.

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