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US-Finanzministerium senkt Kreditbedarf und plant Anpassungen für 2027

Das US-Finanzministerium senkt seine Prognose für das vierte Quartal auf 618 Milliarden Dollar und blickt auf 2027.

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US-Finanzministerium senkt Kreditbedarf und plant Anpassungen für 2027

Das US-Finanzministerium hat seine Prognose für den Kreditbedarf im vierten Quartal auf 618 Milliarden US-Dollar gesenkt. Das sind 10 Milliarden Dollar weniger als noch im August geschätzt. Der Rückgang geht primär auf einen höheren Kassenbestand zu Beginn des Quartals zurück, der die niedrigeren Netto-Cashflows teilweise kompensiert. Bereinigt um diesen Puffer liegt der Finanzierungsbedarf jedoch 24 Milliarden Dollar über der ursprünglichen Prognose.

Für das erste Quartal 2027 rechnet das Ministerium mit einem Kreditbedarf von 800 Milliarden Dollar. Gleichzeitig strebt es einen Kassenbestand von 1 Billion Dollar zum Ende des Zeitraums an. Für deutsche Anleger sind diese Zahlen relevant, weil sie die künftige Emission von US-Staatsanleihen und damit das globale Zinsumfeld beeinflussen.

Für 2027 erwarten Experten zunächst stabile Auktionsgrößen

Bei der anstehenden Quartalsmitteilung (Refunding Announcement) rechnen Marktbeobachter nicht mit unmittelbaren Änderungen bei den Auktionsgrößen für Kuponanleihen. Die Blicke der Investoren richten sich vielmehr auf das Jahr 2027. Experten von BNP Paribas betonen, dass das Ministerium bereits signalisiert hat, die Auktionsgrößen für die nächsten Quartale stabil zu halten. Signifikante Änderungen sind demnach frühestens ab August 2027 zu erwarten.

Gleichzeitig wächst die Spekulation, dass das Finanzministerium die Emissionen von 20- und 30-jährigen Anleihen reduzieren könnte, um den Anstieg der langfristigen Renditen zu begrenzen. Als Ausgleich wird eine verstärkte Emission von 2- bis 10-jährigen Papieren sowie eine anhaltend hohe Abhängigkeit von kurzfristigen Schatzanweisungen (T-Bills) erwartet.

Die hohe Abhängigkeit von T-Bills treibt die Renditen nach oben

TD Securities prognostiziert für den Zeitraum November 2026 bis Januar 2027 ein Nettoangebot an T-Bills von 678 Milliarden Dollar. Gennadiy Goldberg von TD Securities warnt, dass die hohe Abhängigkeit von kurzfristigen Papieren, gepaart mit steigenden Zinserwartungen, die Renditen nach oben treibt. Wells Fargo prognostiziert, dass der Anteil der T-Bills am Gesamtmarkt auf 24 % steigen könnte. Das läge über der Empfehlung des Treasury Borrowing Advisory Committee (TBAC) von 15 % bis 20 %.

Das Haushaltsdefizit bleibt auf hohem Niveau

Die fiskalischen Rahmenbedingungen bleiben angespannt. Das Haushaltsdefizit für das Geschäftsjahr 2026 belief sich auf 1,992 Billionen Dollar. Für 2027 rechnet J.P. Morgan mit einem nahezu unveränderten Wert von 1,960 Billionen Dollar. Jay Barry von J.P. Morgan merkt an, dass selbst die US-Zwischenwahlen kaum Einfluss auf diese Prognosen haben dürften, da ein geteilter Kongress umfassende fiskalische Reformen erschwert.

Eine reine Angebotsanpassung reicht für niedrigere Renditen nicht aus

Experten wie Angelo Manolatos von Wells Fargo mahnen zur Vorsicht bei der Erwartung, dass eine bloße Anpassung der Angebotsstruktur die Renditen senken könne. Er betont, dass für eine nachhaltige Entspannung am langen Ende der Zinskurve eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums sowie sinkende Energiepreise entscheidend seien. Das Finanzministerium setzt unterdessen bereits auf eine Ausweitung der Rückkaufprogramme für Anleihen mit 10 bis 20 Jahren Laufzeit auf bis zu 6 Milliarden Dollar pro Operation, um die Marktliquidität zu stützen.

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