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Abwärme aus Rechenzentren als neue Energiequelle

Deutschland nutzt überschüssige Wärme für nachhaltige Heizlösungen und treibt Projekte voran

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Abwärme aus Rechenzentren als neue Energiequelle

Die Nutzung von Abwärme aus Rechenzentren könnte in Deutschland in den kommenden Jahren eine bedeutende Rolle bei der Lösung von Heizungsproblemen spielen. Angesichts der zunehmenden Bedeutung von Künstlicher Intelligenz steigt der Bedarf an Rechenkapazitäten und damit auch die Menge an erzeugter Abwärme. Diese ungenutzte Wärme könnte in Zukunft verstärkt zur Beheizung von Gebäuden und anderen Einrichtungen genutzt werden, wie bereits bei den Olympischen Spielen in Paris demonstriert wurde, wo die Abwärme eines Rechenzentrums das Trainingsschwimmbecken beheizte.

Unternehmen in Deutschland entwickeln derzeit verschiedene Projekte, um dieses Potenzial zu nutzen. Der Berliner Energieversorger Gasag und das Immobilienunternehmen Investa haben beispielsweise ein Gemeinschaftsunternehmen namens Data2Heat gegründet, das sich auf die Nutzung von Abwärme aus Rechenzentren spezialisiert hat. Laut Nico Köllner, dem Geschäftsführer von Data2Heat, befinden sich derzeit über 15 Projekte in unterschiedlichen Entwicklungsphasen. Er geht davon aus, dass bis 2035 rund 600.000 Personen in Deutschland mit Heizwärme aus Rechenzentren versorgt werden könnten.

Das im Jahr 2023 verabschiedete Energieeffizienzgesetz (EnEfG) fordert, dass ab Juli 2026 in Betrieb genommene Rechenzentren mindestens zehn Prozent ihrer Abwärme nutzen müssen, wobei dieser Anteil in den Folgejahren auf 20 Prozent steigen soll. Diese gesetzliche Vorgabe dürfte dazu führen, dass Abwärme aus Rechenzentren zu einer immer wichtigeren Wärmequelle wird, insbesondere in Deutschland, dem europäischen Land mit den meisten Rechenzentren. Auch der dänische Konzern Danfoss, der Komponenten für Kühlanlagen und Wärmetechnologien herstellt, sieht in der Abwärmenutzung ein wachsendes Potenzial, das durch den Trend zur Künstlichen Intelligenz weiter angetrieben wird.

Technologisch ist die Nutzung von Abwärme aus Rechenzentren keine besondere Herausforderung. Die Wärme wird mithilfe von Wasser abtransportiert und an den Ort geleitet, wo sie benötigt wird. Allerdings ist die Abwärme oft nicht heiß genug, um Wohngebäude direkt zu beheizen, was den Einsatz von Wärmepumpen erfordert. Diese erhöhen die Temperatur der Abwärme, bevor sie in das Wärmenetz eingespeist wird. Das macht die Nutzung von Abwärme für Fernwärmelieferanten besonders im Winter effizienter, obwohl es finanzielle Herausforderungen gibt, insbesondere bei der Verlegung von Wärmeleitungen über längere Strecken.

Die Wirtschaftlichkeit dieser Projekte hängt stark von der Nähe der Abnehmer zu den Rechenzentren ab. Lange Transportwege erhöhen die Kosten und verlängern die Amortisationszeit. Dennoch erscheinen die variablen Kosten der Abwärme aus Rechenzentren für Unternehmen attraktiv, da sie oft zu günstigen Konditionen verfügbar ist. Künftig könnte diese Wärmequelle durch verbesserte Heiztechnologien und die steigende Verbreitung von Fußbodenheizungen noch attraktiver werden.

HeizungDeutschlandTechnologieNachhaltigkeit

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