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EnBW verzeichnet deutlichen Gewinnrückgang im ersten Halbjahr

Trotz sinkender Profite steigert EnBW massiv die Investitionen in die Energiewende

EnBW verzeichnet deutlichen Gewinnrückgang im ersten Halbjahr

Das Karlsruher Energieunternehmen EnBW verzeichnete im ersten Halbjahr einen deutlichen Rückgang des Gewinns im Vergleich zum Vorjahr. Das operative Ergebnis sank von 3,5 Milliarden Euro im Jahr 2023 auf 2,6 Milliarden Euro. Der Konzernüberschuss fiel von 1,65 Milliarden Euro auf 927 Millionen Euro. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende und Finanzvorstand Thomas Kusterer erklärte, dass dieser Rückgang den Erwartungen des Unternehmens entspreche und eine Normalisierung nach einem außergewöhnlich profitablen Vorjahr darstelle.

Im vergangenen Jahr profitierte EnBW stark von den extremen Preisschwankungen auf den Energiemärkten, die durch den Ukrainekrieg und den Stopp russischer Gaslieferungen in die Europäische Union verursacht wurden. Die Energiekrise führte zu erheblichen Schwankungen der Gas- und Strompreise, von denen EnBW profitieren konnte. Besonders im Bereich Handel und erneuerbare Energien war der Rückgang im ersten Halbjahr 2024 deutlich spürbar. Im Handelsbereich brach das Ergebnis um 50 Prozent ein, da EnBW im Vorjahr Strom zu hohen Preisen verkaufen konnte. Auch der Bereich erneuerbare Energien verzeichnete einen Rückgang von 35 Prozent, insbesondere aufgrund eines niedrigeren Ergebnisses der Pumpspeicherkraftwerke, die von den stark schwankenden Strompreisen während der Energiekrise besonders profitierten.

Die Beruhigung der Energiemärkte zeigte sich nicht nur bei EnBW, sondern auch bei anderen Energieunternehmen wie Uniper, dessen operatives Ergebnis im ersten Halbjahr 2024 ebenfalls deutlich zurückging. Trotz der sinkenden Gewinne bleibt der Fokus von EnBW weiterhin auf der Energiewende. Das Unternehmen plant bis 2030 Investitionen von rund 40 Milliarden Euro in die Energiewende, was eine Verdoppelung der bisherigen jährlichen Investitionen darstellt. Im ersten Halbjahr 2024 stiegen die Bruttoinvestitionen von EnBW um 60 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro, wobei der Großteil dieser Investitionen als ökologisch nachhaltig gemäß der EU-Taxonomie gilt.

EnBW beteiligt sich aktiv am Ausbau von Offshore-Windparks, Stromnetzen und neuen Gaskraftwerken, die in den kommenden Jahren alte Kohlekraftwerke ersetzen sollen. Zudem sicherte sich EnBW im Mai 2024 einen langfristigen Liefervertrag für fossiles Flüssigerdgas (LNG) von Abu Dhabis Staatskonzern Adnoc. Interne Differenzen über die strategische Ausrichtung führten im Frühjahr zum Rücktritt des damaligen Vorstandsvorsitzenden Andreas Schell. Sein Nachfolger Georg Stamatelopoulos betonte die Notwendigkeit strategischer Flexibilität für das Unternehmen, um kurzfristige Entscheidungen treffen zu können.

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