Zwei Dividendenaktien für ein Leben lang: Procter & Gamble und Stryker
P&G erhöht die Dividende seit 70 Jahren, Stryker seit über drei Jahrzehnten – beide setzen auf konstante Nachfrage.

Wer ein Aktienportfolio aufbaut, das über Jahrzehnte Bestand haben soll, stößt schnell auf zwei Namen, die in der Dividendenwelt als besonders verlässlich gelten: Procter & Gamble und Stryker. Beide Unternehmen verkaufen Produkte, die Menschen unabhängig von der wirtschaftlichen Lage benötigen, und beide haben über lange Zeiträume bewiesen, dass sie Cashflows generieren, in Wachstum investieren und Aktionäre belohnen können. Für Anleger, die langfristige Stabilität suchen, stehen sie daher auf vielen „Must-have"-Listen.
Der multinationale Konsumgüterhersteller Procter & Gamble hat seine Dividende 70 Jahre in Folge jährlich erhöht. Stryker hat seine Ausschüttung seit mehr als drei Jahrzehnten angehoben und sich dabei zu einem der weltweit führenden Unternehmen im Bereich Medizintechnik entwickelt. Beide Konzerne eint ein Geschäftsmodell, das auf Produkten mit wiederkehrender Nachfrage basiert – ein Vorteil, der sich gerade in Rezessionen bezahlt macht.
Procter & Gamble: 70 Jahre Dividendenerhöhungen
Procter & Gamble besitzt einige der bekanntesten Marken der Welt, darunter Tide, Pampers, Gillette, Crest und Bounty. Diese Produkte kaufen Verbraucher regelmäßig – selbst während wirtschaftlicher Abschwünge. Diese konstante Nachfrage hat dem Unternehmen geholfen, ein Geschäftsmodell aufzubauen, das jährliche Cashflows in Milliardenhöhe erwirtschaftet.
Im Geschäftsjahr 2026 erzielte P&G rund 87 Milliarden US-Dollar an Nettoumsätzen, ein Anstieg von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettogewinn belief sich auf 16,1 Milliarden Dollar, der operative Cashflow auf insgesamt 19,6 Milliarden Dollar. An die Aktionäre gab das Unternehmen mehr als 15 Milliarden Dollar zurück – davon 10,2 Milliarden Dollar in Form von Dividenden und 5 Milliarden Dollar über Aktienrückkäufe.
Derzeit zahlt P&G eine quartalsweise Dividende von 1,0885 Dollar pro Aktie, was etwa 4,35 Dollar jährlich entspricht. Ein Hochwachstumsunternehmen ist P&G freilich nicht: Die organischen Umsätze stiegen im Geschäftsjahr 2026 lediglich um 1 Prozent, auch der Kern-Gewinn je Aktie wuchs um 1 Prozent. Dennoch verschaffen das globale Vertriebsnetz, die etablierten Marken und die Fähigkeit zur Preisanhebung Wettbewerbsvorteile, die schwer zu kopieren sind. Wer auf langfristige Stabilität setzt, erhält bei P&G eine Kombination aus verlässlichen Cashflows und einer Dividende, die über mehrere Wirtschaftszyklen hinweg gewachsen ist.
Stryker: Eine alternde Bevölkerung stützt das Wachstum
Stryker stellt medizinische Geräte her, die in Krankenhäusern und Operationssälen zum Einsatz kommen – darunter Krankenbetten, künstliche Hüft- und Kniegelenke, chirurgische Instrumente sowie robotergestützte Chirurgiesysteme. Hinzu kommt die Mako-Roboterplattform, die Chirurgen bei Gelenkersatzverfahren unterstützt, sowie orthopädische Implantate, die die Mobilität der Patienten erheblich verbessern können.
Die Nachfrage nach diesen Produkten dürfte von einer alternden Bevölkerung profitieren. Laut dem US Census Bureau wird die Zahl der Amerikaner im Alter von 65 Jahren und älter bis 2050 voraussichtlich auf etwa 82 Millionen steigen, verglichen mit rund 58 Millionen im Jahr 2022. Stryker profitiert bereits von dieser Entwicklung: Im zweiten Quartal 2026 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 6,6 Milliarden Dollar, ein Plus von 9,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die organischen Umsätze stiegen um 9 Prozent, während der bereinigte Gewinn je Aktie um 17,9 Prozent auf 3,69 Dollar sprang.
Das Management hob zudem die untere Grenze seiner Jahresprognose an und erwartet für die organischen Umsätze ein Wachstum von 8,3 bis 9,3 Prozent sowie bereinigte Gewinne je Aktie von 14,95 bis 15,10 Dollar. Stryker belohnt seine Aktionäre weiterhin mit einer quartalsweisen Dividende von 0,88 Dollar pro Aktie, was 3,52 Dollar jährlich entspricht. Die Dividendenrendite ist relativ bescheiden, doch das Gewinnwachstum bietet Spielraum, die Ausschüttungen im Laufe der Zeit weiter zu erhöhen.
Risiken bleiben bestehen: Produktrückrufe, Akquisitionskosten und Druck auf die Ausgaben der Krankenhäuser können das Geschäft belasten. Dennoch bieten die etablierten Produkte und das wachsende Geschäft mit chirurgischer Robotertechnologie eine überzeugende langfristige Perspektive.
Fazit für Anleger
P&G bietet Stabilität und verlässliche Einkünfte, während Stryker eine Exponierung gegenüber einem wachsenden Gesundheitsmarkt ermöglicht. Zusammen betrachtet eröffnen sie zwei unterschiedliche Wege, um über Jahrzehnte hinweg Vermögen durch Dividendenwachstum aufzubauen. Für deutsche Anleger, die auf langfristige Ausschüttungen setzen, sind beide Titel daher einen genaueren Blick wert – wobei Wechselkursrisiken und die US-Quellensteuer bei der Investition in amerikanische Dividendenaktien zu berücksichtigen sind.
