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Workday-Aktie springt 8,5% – KI-Nachfrage überzeugt Anleger

Starke Quartalszahlen und robuste KI-Nachfrage treiben Workday-Aktie kräftig nach oben und zerstreuen Sorgen vor Disruption.

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Workday-Aktie springt 8,5% – KI-Nachfrage überzeugt Anleger

Die Aktien von Workday legten am Freitag um 8,5% zu, nachdem der US-amerikanische Anbieter von Unternehmenssoftware sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen hatte. Die Ergebnisse für das erste Quartal dämpften Befürchtungen, dass KI-Konkurrenten wie Anthropic die Nachfrage nach etablierten Softwareanbietern rasch untergraben könnten. Das Unternehmen mit Sitz in Pleasanton, Kalifornien, war auf dem besten Weg, seinen Börsenwert von 30,42 Milliarden US-Dollar um mehr als 2 Milliarden US-Dollar zu steigern.

Die Abonnementeinnahmen stiegen im Berichtszeitraum um 14,3% auf 2,35 Milliarden US-Dollar. Besonders bemerkenswert: 40% dieses Wachstums stammten aus Neugeschäft, wie Chief Commercial Officer Rob Enslin am Donnerstag mitteilte. Workday bestätigte zudem seine Prognose für die jährlichen Abonnementeinnahmen – ein Signal, das Investoren als Stabilitätsbeweis werteten.

Der Gesamtumsatz für die drei Monate bis zum 30. April belief sich auf 2,54 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten laut Daten von LSEG im Durchschnitt lediglich 2,52 Milliarden US-Dollar erwartet. Noch deutlicher fiel die Überraschung beim bereinigten Gewinn je Aktie aus: Mit 2,66 US-Dollar übertraf Workday die Konsensschätzung von 2,51 US-Dollar klar.

Analysten reagieren positiv – aber mit Vorsicht

Mindestens sieben Brokerhäuser hoben ihre Kursziele für die Workday-Aktie nach den Ergebnissen an, während zwei Institute ihre Ziele senkten. Die Analysten von Barclays kommentierten die Zahlen zurückhaltend positiv: „Wir sind uns nicht sicher, ob diese Ergebnisse die grundlegende Einschätzung ändern werden, aber sie liefern dennoch beruhigende Datenpunkte." Jefferies zeigte sich optimistischer und betonte die strukturellen Stärken des Unternehmens.

„Wir glauben, dass Workday aufgrund seiner 80 Millionen Nutzer, der starken Kundenbindung und seines Status als System of Record relativ geschützt vor KI-Disruptionen ist", so die Jefferies-Analysten. Diese Einschätzung unterstreicht, warum viele Großkunden trotz des wachsenden KI-Wettbewerbs an der Plattform festhalten. Workday gilt als tief in die HR- und Finanzprozesse vieler Konzerne integriert – ein Wechsel ist kostspielig und aufwendig.

KI als Wachstumstreiber statt Bedrohung

Workday hat seine Plattform zuletzt kontinuierlich um KI-Funktionen erweitert. Im März führte das Unternehmen „Sana" ein – eine KI-Ebene für dialogorientierte Anwendungen. Die KI-gestützten Tools helfen Organisationen dabei, Aufgaben wie die Sichtung von Bewerbungen, die Terminierung von Vorstellungsgesprächen und die Optimierung der Personalplanung zu automatisieren.

CEO Aneel Bhusri machte in einer Telefonkonferenz nach Bekanntgabe der Ergebnisse deutlich, wie er die KI-Entwicklung strategisch einordnet: „Während einige glauben, dass KI Workday verdrängen könnte, sehe ich etwas anderes – unsere Chance, mit KI als klarem Treiber dieser Entwicklung erneut selbst zum Disruptor zu werden." Diese Aussage signalisiert, dass das Management KI nicht als Bedrohung, sondern als Wachstumschance begreift.

Bewertung und Jahresperformance im Blick

Trotz des heutigen Kursanstiegs bleibt die Workday-Aktie im bisherigen Jahresverlauf stark unter Druck. Sie hat seit Jahresbeginn rund 43% an Wert verloren – deutlich mehr als der S&P 500 Software and Services Index, der im gleichen Zeitraum etwa 14% nachgegeben hat. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für die nächsten zwölf Monate liegt bei 10,90, verglichen mit 12,80 beim Konkurrenten Salesforce.

Für deutsche Anleger, die in US-Technologiewerte investieren, zeigen die Workday-Zahlen exemplarisch, wie etablierte Softwareunternehmen auf den KI-Druck reagieren: durch Integration statt Kapitulation. Ob die heutigen Kursgewinne den Beginn einer nachhaltigen Erholung markieren, bleibt abzuwarten – die Bewertungslücke zum Vorjahr ist noch erheblich.

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