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Wie ukrainische Angriffe auf russische Energieanlagen die Risse zu Trump vertieften

Trumps Frust über ukrainische Angriffe auf russische Energieanlagen vertieft die Risse zu Selenskyj – Kiew sorgt sich um die US-Hilfe.

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Wie ukrainische Angriffe auf russische Energieanlagen die Risse zu Trump vertieften

Die Beziehungen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj haben in den vergangenen Wochen einen deutlichen Abwärtstrend genommen. Beide Staatschefs kritisierten sich öffentlich gegenseitig. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf die Autoren Simon Lewis und Steve Holland aus Washington berichtet, hat Trumps Frustration über ukrainische Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur eine Krise ausgelöst.

In Kiew befürchten Befürworter der Ukraine, dass dieser Streit die lebenswichtige Unterstützung der USA künftig gefährden könnte. Das Verhältnis der beiden Präsidenten war zwar schon lange angespannt, doch die aktuellen Spannungen gehen über die üblichen Meinungsverschiedenheiten hinaus. Im Zentrum steht die Frage, wie weit die Ukraine mit militärischen Schlägen gegen russische Energieanlagen gehen darf.

Eine lange Vorgeschichte der Skepsis

Trump war bereits seit seiner ersten Amtszeit skeptisch gegenüber dem US-Engagement in der Ukraine. Kurz nach seinem Amtsantritt Anfang 2017 wurde er gebeten, tödliche Hilfsgüter an die Ukraine zu liefern, und genehmigte schließlich den Verkauf von Javelin-Raketen an Kiew. Ein ehemaliger hoher Beamter der Trump-Administration, der unter der Bedingung der Anonymität sprach, beschrieb die Entscheidung als widerwillig.

„Alle in seinem Umfeld wollten, dass er es tut, und sie drängten ihn stark, und schließlich stimmte er widerwillig dem Verkauf der Javelins zu“, sagte der frühere Beamte. „Er betrachtete dies nicht als ein Kerninteresse der USA. Es war ein europäisches Thema.“ Diese Haltung prägt Trumps Verhältnis zur Ukraine bis heute und erklärt, warum er militärische Unterstützung stets mit Skepsis betrachtet.

Die erste große Begegnung zwischen Trump und Selenskyj fand im Juli 2019 in einem Telefonat statt. In diesem Gespräch bat der republikanische Präsident den ukrainischen Führer, seine demokratische Rivalin Joe Biden und deren Sohn Hunter zu untersuchen – im Austausch für militärische Unterstützung, die der Kongress bereits genehmigt hatte. Diese Episode führte zu Trumps erster Impeachment-Verhandlung.

Biden, Putin und die außenpolitischen Normen

Bei der Präsidentschaftswahl 2020 unterlag Trump dem Demokraten Joe Biden. Parallel hat Trump eine Beziehung zum russischen Präsidenten Wladimir Putin aufgebaut, die gegen die Normen der US-Außenpolitik läuft. Seine warmen Beziehungen zu autoritären Führern unterscheiden sich deutlich von der traditionellen Linie Washingtons gegenüber Moskau.

Für deutsche Anleger und Beobachter ist die Entwicklung bedeutsam, weil die USA der wichtigste militärische Unterstützer der Ukraine sind. Sollte sich das Verhältnis zwischen Trump und Selenskyj weiter verschlechtern, könnte dies die europäische Sicherheitslage und damit auch die Stimmung an den Finanzmärkten beeinflussen. Die Unsicherheit über die künftige US-Hilfe bleibt ein zentraler Risikofaktor für die geopolitische Lage.

Die jüngsten öffentlichen gegenseitigen Kritiken der beiden Präsidenten markieren einen neuen Tiefpunkt. Ob sich die Beziehung wieder stabilisiert, hängt maßgeblich davon ab, wie sich die Ukraine bei ihren Angriffen auf russische Energieanlagen künftig verhält – und wie Trump darauf reagiert. Klar ist: Das Verhältnis zwischen Washington und Kiew ist so angespannt wie selten zuvor.

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