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Weil-Führungskandidatin Ramona Nee wechselt zu Kirkland & Ellis

Die Private-Equity-Anwältin verlässt die schließende Kanzlei Weil und nimmt 40 Kollegen mit.

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Weil-Führungskandidatin Ramona Nee wechselt zu Kirkland & Ellis

Ramona Nee, eine der angesehensten Spezialistinnen für Private-Equity-Recht, wechselt von Weil, Gotshal & Manges zu Kirkland & Ellis. Nee war im Januar zur Vorsitzenden von Weil gewählt worden, trat jedoch von diesem Amt zurück, als sich die Kanzlei, bei der sie mehr als 20 Jahre tätig war, rasch auflöste. Die 95 Jahre alte Kanzlei hatte in der vergangenen Woche bekannt gegeben, dass sie ihre Türen schließt.

Der Personalwechsel ist für den US-Anwaltsmarkt ein bemerkenswerter Vorgang: Eine Anwältin, die eigentlich die Führung eines traditionsreichen Hauses übernehmen sollte, wechselt zu genau jenem Wettbewerber, gegen den sie dieses Haus noch positionieren wollte. Für deutsche Privatanleger ist die Personalie vor allem deshalb relevant, weil sie zeigt, wie stark sich der Markt für Beratungsdienstleistungen rund um Private Equity und Übernahmen derzeit konsolidiert.

Kirkland & Ellis gab am Freitag bekannt, dass es 40 Anwältinnen und Anwälte aus den Bereichen Private Equity, M&A und Schuldenfinanzierung von Weil aufnehmen wird. Die Partner werden der Kanzlei im Januar beitreten, teilte das Unternehmen mit. Damit wechselt nicht nur eine einzelne Führungspersönlichkeit, sondern ein ganzes Team aus mehreren eng verzahnten Praxisgruppen.

Nees Private-Equity-Praxis zählte zu den profitabelsten Bereichen bei Weil

Nees Private-Equity-Praxis in Boston gehörte zu den profitabelsten Bereichen bei Weil. Nach Angaben von Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind, erhielt sie Angebote von mehreren Konkurrenten, darunter Simpson Thacher. Dass sie sich am Ende für Kirkland entschied, unterstreicht die Anziehungskraft der großen US-Kanzleien, die mit ihrer Größe und ihrem breiten Mandantenstamm um Spitzenkräfte werben.

Ein zentraler Bestandteil von Nees Vision für die Zukunft von Weil war es, das Unternehmen auszubauen, um mit massiven Rechtsanwaltskanzleien wie Kirkland konkurrieren zu können. Dieses Vorhaben lässt sich nun nicht mehr umsetzen. Stattdessen verstärkt der Wettbewerber sein Team mit genau jenen Fachleuten, die den Ausbau bei Weil vorantreiben sollten.

Der Fall zeigt den wachsenden Druck auf kleinere Kanzleien

Die Schließung von Weil nach 95 Jahren und der gleichzeitige Wechsel eines 40-köpfigen Teams zu Kirkland verdeutlichen, wie sehr sich die Branche auf wenige große Häuser konzentriert. Für Mandanten bedeutet das weniger Auswahl bei der Beratung zu komplexen Transaktionen. Für die betroffenen Anwältinnen und Anwälte bedeutet es einen Wechsel des Arbeitgebers innerhalb weniger Wochen.

Die Bereiche Private Equity, M&A und Schuldenfinanzierung gelten als besonders konjunkturabhängig, aber auch als besonders margenstark. Kanzleien, die hier stark aufgestellt sind, können ihre Teams vergleichsweise schnell ausbauen, wenn Wettbewerber wegfallen. Der Wechsel zu Kirkland folgt genau dieser Logik: Das Unternehmen übernimmt ein eingespieltes Team, statt einzelne Kräfte mühsam zu rekrutieren.

Für Beobachter des Marktes bleibt abzuwarten, wie sich die Integration der neuen Partner im Januar gestaltet. Klar ist, dass die Personalie weit über die beiden beteiligten Kanzleien hinaus Wirkung entfaltet. Sie zeigt, wie schnell sich Machtverhältnisse in der Anwaltsbranche verschieben können.

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