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Viscom AG: Halbjahresverlust trotz starkem Auftragseingang 2026

Der deutsche Inspektionssystemhersteller Viscom kämpft mit Umsatzrückgang und negativer EBIT-Marge, blickt aber dank Rekordaufträgen optimistisch voraus.

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Viscom AG: Halbjahresverlust trotz starkem Auftragseingang 2026

Die Viscom AG hat im ersten Halbjahr 2026 einen operativen Verlust eingefahren. Der hannoversche Hersteller von Inspektionssystemen litt unter einem schwachen ersten Quartal und einem ungünstigen Produktmix, der die Profitabilität spürbar belastete.

Der Umsatz sank in den sechs Monaten bis zum 30. Juni 2026 im Jahresvergleich um 6 Prozent auf 36,95 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) rutschte mit einem Verlust von 2,53 Millionen Euro deutlich in den negativen Bereich, was einer EBIT-Marge von minus 6,9 Prozent entspricht. Der Verlust je Aktie belief sich im Berichtszeitraum auf 0,41 Euro.

Als Hauptursachen für den Umsatzrückgang nannte Viscom eine verhaltene Investitionstätigkeit sowie eine schwache Umsatzrealisierung im ersten Quartal. Besonders in Europa hielt die Investitionszurückhaltung der Kunden an und bremste das Geschäft des Unternehmens merklich.

Starke Nachfrage aus Nordamerika und Asien

Ein differenzierteres Bild zeigt sich beim Blick auf die regionalen Märkte: Während Europa schwächelte, verzeichneten Nordamerika und Asien eine deutlich lebhaftere Nachfrage. Wachstumstreiber waren dabei insbesondere die Bereiche KI-Hardware, Batteriezellenfertigung sowie Luft- und Raumfahrt- und Sicherheitsanwendungen — Segmente, die aktuell weltweit stark investieren.

Diese positive Dynamik spiegelt sich im Auftragseingang wider: Er stieg im ersten Halbjahr um beachtliche 30 Prozent auf 55,72 Millionen Euro. Maßgeblich dazu beigetragen hat ein Großauftrag im Bereich der Inline-CT-Inspektion für Batteriezellanwendungen — ein Technologiefeld, das im Zuge der Elektromobilitätswende stark an Bedeutung gewinnt. Der Auftragsbestand kletterte sogar um 62 Prozent auf 37,96 Millionen Euro und signalisiert damit eine deutlich verbesserte Ausgangslage für die zweite Jahreshälfte.

Jahresprognose bestätigt — Erholung erwartet

Trotz des schwachen Halbjahresergebnisses hält Viscom an seiner Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 fest. Das Unternehmen erwartet Erlöse zwischen 80 und 90 Millionen Euro. Beim Auftragseingang rechnet Viscom mit einem Volumen zwischen 90 und 100 Millionen Euro für das Gesamtjahr.

Für die EBIT-Marge prognostiziert das Unternehmen einen Wert zwischen 2 und 5 Prozent, was einem absoluten EBIT von 1,6 bis 4,5 Millionen Euro entspricht. Das bedeutet: Viscom muss in der zweiten Jahreshälfte eine deutliche operative Trendwende vollziehen, um die eigenen Ziele zu erreichen. Der stark gewachsene Auftragsbestand von fast 38 Millionen Euro liefert dafür zumindest eine solide Grundlage.

Viscom ist als Spezialist für automatische optische Inspektion (AOI) und Röntgeninspektionssysteme vor allem in der Elektronikindustrie aktiv. Die Systeme des Unternehmens kommen in der Leiterplattenproduktion, der Halbleiterfertigung und zunehmend auch in der Batteriezellenproduktion zum Einsatz — einem Wachstumsmarkt, der dem Unternehmen mittelfristig Rückenwind verleihen dürfte.

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