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Vale: Hohe Kosten machen zehn Prozent des Eisenerzmarktes unrentabel

CEO Pimenta rechnet mit Preiserholung, weil Grenzanbieter die Produktion drosseln – China-Nachfrage bleibt solide.

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Vale: Hohe Kosten machen zehn Prozent des Eisenerzmarktes unrentabel

Steigende Energie- und Frachtkosten infolge des Konflikts im Nahen Osten haben den globalen Eisenerzmarkt nach Einschätzung des brasilianischen Bergbaukonzerns Vale an einem empfindlichen Punkt getroffen. Rund zehn Prozent des Angebots auf dem weltweiten Seehandelsmarkt seien derzeit unrentabel, sagte CEO Gustavo Pimenta in einem Interview mit Bloomberg Television. „Die Preise sollten heute etwas höher sein“, so Pimenta. „Nicht wegen Angebot und Nachfrage, sondern aufgrund der Auswirkungen der Frachtraten; die Kraftstoffpreise waren höher.“

Hintergrund ist ein deutlicher Preisverfall bei Eisenerz. Die Futures auf den Rohstoff in Singapur fielen in dieser Woche erstmals seit zwei Jahren unter die Marke von 90 Dollar pro Tonne. Im laufenden Jahr 2026 summiert sich das Minus auf rund 15 Prozent. Als Treiber nennt der Markt eine schwankende chinesische Nachfrage sowie ein reichhaltiges globales Angebot – einschließlich neuer Quellen wie der Simandou-Mine in Guinea. Gleichzeitig haben kriegsbedingt gestiegene Energiepreise die Kosten für Förderunternehmen wie Vale in die Höhe getrieben. Diese Schere aus fallenden Erlösen und steigenden Aufwendungen setzt insbesondere Produzenten mit höheren Förderkosten unter Druck.

Pimenta erwartet Preiserholung

Pimenta geht davon aus, dass sich die Preise wieder erholen werden. Der Grund: Die Kosten der sogenannten Grenzanbieter – also jener Produzenten, die gerade noch am Markt bestehen können – würden die Produktion unattraktiv machen. Das aktuell unrentable Angebot belaufe sich auf rund zehn Prozent des Marktes, was etwa 160 Millionen Tonnen entspreche. Bereits 15 Millionen Tonnen seien aufgrund der höheren Kosten stillgelegt worden, so der Vale-Chef. Fällt dieses Angebot weg, könnte sich das Gleichgewicht am Markt wieder zugunsten höherer Preise verschieben.

Die Nachfrageseite beurteilt Pimenta weiterhin positiv. „In China ist die Nachfrage weiterhin solide“, sagte er und verwies zugleich auf „viel Wachstum“ in anderen stahlproduzierenden Ländern wie Indien und Vietnam. Für den Markt insgesamt erwartet er daher eine ausgeglichene Entwicklung. Diese Einschätzung ist für Anleger von Bedeutung, da China als mit Abstand größter Abnehmer von Eisenerz die Preise maßgeblich bestimmt.

Optimismus mit Blick auf Brasiliens Politik

Der Manager zeigt sich zudem unabhängig vom Ausgang der brasilianischen Präsidentschaftswahl optimistisch für das Geschäftsumfeld. Beide Kandidaten würden die Wirtschaft unterstützen und den Nutzen erkennen, den der Bergbausektor durch beschleunigte Genehmigungsverfahren und weitere Maßnahmen entfalten könne, sagte er. Am 25. Oktober gehen die Brasilianer zur Wahl, bei der der amtierende Präsident Luiz Inácio Lula da Silva gegen den Konservativen Flávio Bolsonaro antritt. Bolsonaro befürwortet lockerere Umweltregeln und die Entwicklung natürlicher Ressourcen durch den Privatsektor.

Vale wurde 1997 privatisiert, doch Investoren bleiben vorsichtig. Sie sorgen sich um den Einfluss des Staates über eine Goldene Aktie im Unternehmen sowie um politische Maßnahmen bei Minengenehmigungen und wichtigen Bahnkonzessionen. Pimenta hat Maßnahmen vorangetrieben, um die Bergbauaktivitäten zu beleben – darunter schnellere Genehmigungsverfahren und eine umfassendere geologische Kartierung. Eine Überprüfung der brasilianischen Regeln zum Schutz natürlicher Höhlen könnte große Projekte freisetzen. Dazu zählt eine geplante Vale-Eisenerzmine mit einer jährlichen Kapazität von 50 Millionen Tonnen.

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung relevant, weil Vale zu den größten Eisenerzproduzenten der Welt zählt und der Rohstoff als wichtiger Frühindikator für die globale Stahl- und Baukonjunktur gilt. Die Kombination aus gedämpften chinesischen Aussichten, neuen Angebotsquellen und gestiegenen Kosten zeigt, wie stark politische und geopolitische Faktoren die Gewinnmargen der Branche beeinflussen.

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