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USA verhängen neue Zölle gegen Dutzende Staaten

Auch enge Partner betroffen – teils drastische Aufschläge und politische Motive hinter den Maßnahmen

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USA verhängen neue Zölle gegen Dutzende Staaten

Mit deutlicher Verspätung ist das neue Zollregime der Vereinigten Staaten in Kraft getreten – mit massiven Auswirkungen auf den Welthandel. Insgesamt betrifft das Maßnahmenpaket fast 70 Länder weltweit. Die Zollsätze reichen dabei von zehn bis 50 Prozent und treffen sowohl enge Partner der USA als auch Staaten mit angespannten politischen Beziehungen. US-Präsident Donald Trump hatte die Einführung ursprünglich für Anfang August angekündigt, sie dann aber kurzfristig um sechs Tage verschoben.

Die Europäische Union zählt zu den Hauptbetroffenen. Für die meisten EU-Produkte, darunter auch Autos, gilt nun ein Zollsatz von 15 Prozent. Im Gegenzug verpflichtete sich Brüssel zu umfangreichen wirtschaftlichen Zugeständnissen: Der Kauf von US-Energie im Wert von 750 Milliarden Dollar und Investitionen in Höhe von 600 Milliarden Dollar in den USA. Sollte die EU diese Verpflichtungen nicht erfüllen, droht Trump mit einer Anhebung der Zölle auf bis zu 35 Prozent. Laut einer Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer befürchten 58 Prozent der deutschen Unternehmen zusätzliche Belastungen – bei Firmen mit direktem US-Geschäft sogar 74 Prozent.

Japan und Südkorea haben vergleichbare Vereinbarungen getroffen und sich damit höhere Zölle erspart. Für ihre Produkte gelten ebenfalls 15 Prozent, allerdings verpflichtete sich Japan zur Öffnung seines Marktes für US-Fahrzeuge und zu Investitionen in den USA in Höhe von 550 Milliarden Dollar. Südkorea sagte unter anderem den Kauf von US-Flüssigerdgas im Umfang von 100 Milliarden Dollar zu.

Besonders hoch fallen die neuen Zölle für Brasilien aus: Insgesamt 50 Prozent – davon allein 40 Prozent als zusätzlicher Strafzoll. Hintergrund ist ein politischer Konflikt um die juristische Aufarbeitung der Amtszeit von Ex-Präsident Jair Bolsonaro. Auch Indien wird mit 50 Prozent Zoll belegt, da es russisches Öl importiert und damit nach Ansicht Washingtons Moskau unterstützt.

Die Schweiz trifft es mit einem Zollsatz von 39 Prozent ebenfalls hart. Ursprünglich waren 31 Prozent vorgesehen, weshalb die Schweizer Regierung ihren Unmut deutlich äußerte. Auch Länder wie Syrien, Irak, Myanmar oder Laos müssen mit Zöllen von bis zu 41 Prozent rechnen. Kanada hingegen sieht sich mit einem Zollanstieg auf 35 Prozent konfrontiert – begründet mit Differenzen beim Kampf gegen den Drogenschmuggel.

Mit einigen Staaten wie Mexiko, Taiwan oder China laufen noch Verhandlungen oder wurden Fristverlängerungen gewährt. Für Produkte aus Australien gelten dagegen weiterhin Basiszollsätze, während Sonderabgaben auf verarbeiteten Kupfer sowie auf Stahl und Aluminium bestehen bleiben.

Donald TrumpUSAZölleHandelEuropäische Union

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