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Inflation in der Türkei sinkt auf 33,5 Prozent

Zweifel an offiziellen Zahlen – Notenbank senkt erneut den Leitzins

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Inflation in der Türkei sinkt auf 33,5 Prozent

Die Inflation in der Türkei ist nach offiziellen Angaben weiter rückläufig. Im Juli lag die jährliche Teuerungsrate bei 33,52 Prozent, wie das staatliche Statistikamt Tüik mitteilte. Damit fiel der Wert auf den niedrigsten Stand seit November 2021. Im Vormonat hatte die Inflationsrate noch bei 35,05 Prozent gelegen. Im Monatsvergleich stiegen die Preise um 2,06 Prozent, insbesondere Wohnen sowie alkoholische Getränke und Tabak verzeichneten mit Anstiegen von jeweils rund 5,7 Prozent die stärksten Zuwächse.

Trotz der leichten Entspannung bleibt das Inflationsniveau hoch. Seit rund fünf Jahren liegt die Teuerung durchgehend im zweistelligen Bereich. Ihren Höhepunkt erreichte sie Ende 2022 mit einem Wert von 85 Prozent. Beobachter bleiben angesichts der offiziellen Zahlen skeptisch. Die unabhängige Forschungsgruppe Enag geht für Juli von einer tatsächlichen Inflationsrate von 65,1 Prozent aus – fast doppelt so hoch wie der von der Regierung genannte Wert.

Ein möglicher Grund für die aktuell gebremste Inflationsentwicklung liegt in temporären Effekten. Die türkische Zentralbank hatte vor Kurzem selbst auf eine zwischenzeitliche Beschleunigung hingewiesen, bedingt durch Steueranhebungen auf Kraftstoffe und Tabakwaren sowie gestiegene Erdgaspreise. Trotzdem senkte sie am 24. Juli den Leitzins von 46 auf 43 Prozent. Mit diesem Schritt leitete sie erneut eine Lockerung ihrer Geldpolitik ein. Noch im vergangenen Jahr hatte sie – nach einer Phase der politischen Zurückhaltung – mit Zinserhöhungen gegen die Inflation reagiert.

Staatschef Recep Tayyip Erdogan hatte zuvor über Jahre eine straffere Geldpolitik abgelehnt und sich wiederholt gegen Zinserhöhungen ausgesprochen, obwohl die Landeswährung massiv an Wert verlor und die Verbraucherpreise deutlich anzogen. Die Notenbank strebt langfristig eine Inflationsrate von fünf Prozent an, geht aktuell jedoch davon aus, dass der Wert bis zum Jahresende auf 24 Prozent sinken könnte.

Internationale Analysten rechnen mit weiteren Zinssenkungen. Experten der US-Investmentbank Morgan Stanley erwarten, dass die türkische Zentralbank ihren Leitzins noch drei weitere Male senken wird. Demnach könnte der Zinssatz zum Jahresende bei 36 Prozent liegen. Vor dem Hintergrund dieser geldpolitischen Prognosen bleibt unklar, ob die Inflation tatsächlich so stark zurückgehen wird wie erwartet.

TürkeiGeldpolitikInflationFinanzenKonjunktur

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