ANZEIGE

USA drängen Europa zur Freigabe von Dieselreserven gegen Rekordpreise

Die Trump-Administration verstärkt den Druck auf europäische Verbündete, angesichts der globalen Dieselknappheit nationale Notfallreserven freizugeben.

•• 4 Min
USA drängen Europa zur Freigabe von Dieselreserven gegen Rekordpreise

Die Trump-Administration hat am Donnerstag ihre Druckkampagne verschärft, um europäische Verbündete davon zu überzeugen, Diesel aus ihren nationalen Notfallreserven freizugeben. Das Weiße Haus argumentiert, dass zusätzliche Lieferungen aus Europa die globalen Mengen erhöhen und damit einen Dämpfer auf die stark steigenden Preise geben könnten. Der Hintergrund ist dramatisch: Der durchschnittliche US-Preis für Diesel ist seit Beginn des Krieges mit Iran um 70 Prozent gestiegen und erreichte am Donnerstag laut AAA 6,38 Dollar pro Gallone.

Weniger als fünf Wochen vor den US-Zwischenwahlen sind die Republikaner bestrebt, jeden möglichen Weg zu nutzen, um die inländischen Kraftstoffpreise zu senken. Entsprechend deutlich fiel die Wortwahl aus Washington aus. Schatzkanzler Scott Bessent schrieb am Donnerstag auf X: „Unsere europäischen Partner sollten die Lieferung ihrer bestehenden Verpflichtungen beschleunigen und zusätzliche Mengen unverzüglich verfügbar machen, um anhaltende Störungen der Energiemärkte zu bewältigen.“ Und weiter: „Amerikanische Landwirte, Lkw-Fahrer und Unternehmen sollten nicht mit der Last eines globalen Dieselknappheitsproblems alleinzuständig sein.“

Washington erhöht den Ton

Kurz nach Bessents Beitrag sagte Präsident Donald Trump gegenüber Reportern, man „könnte“ Europa bitten, einige seiner Notfallreserven freizugeben. Noch Anfang der Woche hatte US-Energieminister Chris Wright große Zuversicht geäußert, dass Europa zustimmen werde, auf seine Reserven zuzugreifen. „Sie werden Ankündigungen unserer Freunde in Europa über neue Diesellieferungen hören, die auf den Markt kommen und die Dieselpreise spürbar drücken werden“, sagte Wright am Mittwoch bei einer Veranstaltung mit Trump im Oval Office. Bis zum Donnerstagabend blieben diese Ankündigungen jedoch aus.

Auch auf diplomatischer Ebene blieb der erhoffte Durchbruch aus. Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer sagte, er habe das Dieselthema auf einem Treffen der G20-Handelsminister in Milwaukee in dieser Woche angesprochen. Er deutete allerdings nicht an, dass Washington verbindliche Zusagen bezüglich der Notfallreserven erhalten habe. „Wir würden gerne eine kooperative Antwort“ auf die globale Dieselknappheit haben, sagte er am Donnerstag gegenüber Bloomberg News. In Milwaukee waren auch Handelsminister aus China, Indien, dem Vereinigten Königreich und weiteren von den angespannten Lieferketten betroffenen Ländern anwesend.

Europa bleibt vage

Aus Brüssel kommt bislang lediglich eine unverbindliche Botschaft. „Die EU steht mit unseren Mitgliedstaaten in sehr engem Kontakt zu diesem laufenden Thema“, sagte Anna-Kaisa Itkonen, Sprecherin der Europäischen Kommission für Energiefragen, bei einer Medienbesprechung in Brüssel. „Wir führen auch hochrangige Kontakte mit der US-Regierung.“ Der Großteil der europäischen Notfall-Dieselreserven befindet sich in Deutschland und Frankreich – jenen Ländern also, deren Entscheidungen für die US-Regierung besonders ins Gewicht fallen dürften.

Für deutschen Anlegern und Verbraucher ist die Entwicklung insofern relevant, als sie unmittelbar auf die europäischen Kraftstoffmärkte und die Margen der Raffineriebetreiber durchschlagen kann. Sowohl amerikanische als auch europäische Ölraffinerien laufen seit Monaten nahezu vollausgelastet und produzieren so viel Dieselkraftstoff wie möglich. Zusätzliches Angebot ließe sich daher kurzfristig kaum über die Produktion, sondern realistisch nur über die Freigabe strategischer Reserven mobilisieren.

Russland, China und der Nahe Osten fallen als Lieferanten aus

Während der Iran-Krieg für den Löwenanteil der Preisanstiege bei Rohöl und bleifreiem Benzin weltweit verantwortlich ist, liegt der Preis für Diesel seit Juli über beiden – allerdings aus einem anderen Grund. Russland war traditionell ein großer Exporteur von Diesel, doch das änderte sich in diesem Sommer, nachdem ukrainische Drohnenangriffe russische Raffinerien zerstört hatten. Am 8. Juli verbot Russland den Export von Diesel, um die inländische Versorgung zu sichern. Am Mittwoch verlängerte der Kreml dieses Verbot bis Ende Oktober.

„Wir haben Engpässe bei Diesel, weil wir Dieselexporte aus Russland verloren haben“, sagte Wright im Weißen Haus. „Wir haben Diesel verloren, einige Dieselexporte aus dem Nahen Osten, obwohl wir diese wiederherstellen. Und wir haben Dieselexporte aus China verloren.“ Der Energieminister fasste zusammen: „Das sind viele Unterbrechungen.“

Das Paradox: Washington erwägt einen eigenen Exportstopp

Die Lage ist dabei in sich widersprüchlich. Obwohl Europa seine Notfallreserven anzapfen könnte, um die globale Versorgung zu erhöhen, erwägt die Trump-Administration aktiv einen Schritt, der faktisch das Gegenteil dessen darstellt, was sie von Europa verlangt. Am Mittwoch dachte der Präsident laut über ein Verbot der US-Dieselexporte nach. „Ich denke darüber nach“, sagte Trump gegenüber Reportern im Oval Office. „Ich spreche oft mit Chris und Doug darüber“ – gemeint waren Wright und Innenminister Doug Burgum. „Sie denken irgendwie … es wird Diesel helfen, aber es könnte den Preis anderer Dinge erhöhen“, so der Präsident.

Ein Exportverbot für US-Diesel würde europäische Länder besonders hart treffen. Es würde zudem zu einem Zeitpunkt erfolgen, zu dem die durchschnittlichen US-Preise für bleifreies Benzin immer noch fast 50 Prozent höher liegen als am 28. Februar, dem Tag, an dem die USA und Israel Iran angriffen. Für die kommenden Wochen bleibt damit offen, ob Europa Reserven freigibt und ob Washington tatsächlich den Exportstopp verhängt – zwei Entscheidungen, die die globalen Dieselpreise in entgegengesetzte Richtungen lenken könnten.

DieselpreiseNotfallreserven DieselTrump AdministrationDieselknappheitRussland Diesel ExportverbotEnergiemarktUs-ZwischenwahlenBessent

Meistgelesene News

  1. Galeria-Insolvenz: Schicksal von 12.000 Jobs hängt an BA-Entscheidung
  2. Gaming und Wetten: Krypto-Klage, GTA 6 und Aktivisten-Investor im Fokus
  3. SpaceX-Aktie: Könnte eine Investition von 5.000 Dollar Millionär machen?
  4. Take-Two-Aktie vor GTA-6-Release: Chance oder Risikofalle?
  5. Rheinmetall-Aktie legt 3 Prozent zu – Morgan Stanley beflügelt Rüstungssektor

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.