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US-Solarbranche: Massenentlassungen nach Ende der Steuergutschrift für Eigenheimbesitzer

30-Prozent-Steuervorteil für private Dachanlagen ausgelaufen – Branche erwartet 20 Prozent Rückgang bei Installationen

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US-Solarbranche: Massenentlassungen nach Ende der Steuergutschrift für Eigenheimbesitzer

Die US-amerikanische Solarbranche für Privathaushalte steht vor einem dramatischen Einbruch. Nach dem Auslaufen einer bundesweiten Steuergutschrift Ende 2025 bereiten sich Installateure auf einen massiven Geschäftsrückgang vor. Die Folgen sind bereits spürbar: Entlassungen, Firmenpleiten und umfassende Restrukturierungen erschüttern den Sektor.

Die 30-prozentige Einkommensteuergutschrift für Hausbesitzer, die Solaranlagen auf ihren Dächern installieren ließen, lief im Rahmen der Steuerreform von Präsident Donald Trump aus. Über ein Jahrzehnt lang hatte dieser Anreiz ein rasantes Wachstum der Branche befeuert. Nun trifft das Ende der Förderung auf einen bereits geschwächten Markt – hohe Zinsen und schwindende Anreize auf Bundesstaatenebene hatten die Branche bereits unter Druck gesetzt.

"Wir werden von jetzt bis Juli einen sehr mageren Markt sehen, der Schwierigkeiten haben wird, sich selbst zu erhalten", warnt Chris Castro, Chief Sustainability Officer bei der Climate First Bank, die Solarkredite anbietet. Das arbeitsintensivste Segment der Solarbranche schrumpft dramatisch.

Massive Stellenstreichungen und Firmenpleiten

Die Auswirkungen auf die Beschäftigung sind erheblich. Enphase, Hersteller von Mikro-Wechselrichtern, kündigte im Januar den Abbau von 160 Stellen an – sechs Prozent der gesamten Belegschaft. Freedom Forever, der zweitgrößte private Installateur des Landes hinter Sunrun, zog sich aus zehn seiner 30 Märkte zurück und entließ etwa 20 Prozent der Mitarbeiter.

Einige Unternehmen mussten komplett aufgeben. Purelight Power, ein in Oregon ansässiger Installateur mit Präsenz in einem Dutzend Bundesstaaten, beantragte am 30. Dezember Gläubigerschutz nach Chapter 11. Rund 200 Arbeitnehmer waren betroffen. Das texanische Unternehmen TriSMART Solar stellte Ende 2025 den Betrieb vollständig ein.

Düstere Prognosen für 2026

Das Solar-Analyseunternehmen Ohm Analytics hat seine Prognose drastisch nach unten korrigiert. Statt eines erwarteten Wachstums von acht Prozent rechnet das Unternehmen nun mit einem Rückgang der privaten Solarmodul-Installationen um 20 Prozent im Jahr 2026. Wood Mackenzie prognostiziert sogar den niedrigsten Stand seit 2020, als die COVID-19-Pandemie den Markt zum Erliegen brachte.

Für Hausbesitzer bedeutet das Auslaufen der Steuergutschrift konkret: Die typische Amortisationszeit für Dachanlagen verlängert sich von etwa sieben auf rund zehn Jahre. Die Systeme werden durchschnittlich 8.000 US-Dollar teurer, wie EnergySage, ein Online-Solarvermarkter, berichtet.

Der Einbruch könnte weitreichende Folgen haben. "Dies ist der einfachste und schnellste Weg, die gestiegene Nachfrage zu unterstützen", erklärt Emily Walker, Director of Content and Insights bei EnergySage. Sie warnt, dass die USA Schwierigkeiten bekommen könnten, den steigenden Strombedarf durch neue Rechenzentren zu decken – ein zentrales Ziel der Trump-Regierung.

Leasing-Modelle als Ausweg

Ein Marktsegment bleibt jedoch weitgehend geschützt: Unternehmen wie Sunrun, die Dachanlagen selbst besitzen und den Strom im Rahmen von Abonnementverträgen an Hausbesitzer verkaufen, können weiterhin eine separate bundesweite Steuergutschrift beanspruchen. Diese Einsparungen geben sie an ihre Kunden weiter.

Viele Installateure schwenken deshalb auf sogenannte TPO-Modelle (Third-Party Ownership) um. "Die Menschen wollen sparen, und dieses TPO-Produkt ist der schnellste Weg dorthin", erklärt Zac Hare, Vice President of Residential Sales bei Lumina Solar. Sowohl Enphase als auch Freedom Forever haben bereits entsprechende Finanzierungsprodukte eingeführt.

Allerdings sind diese Leasing-Modelle nicht unumstritten. "Ich sehe keinen Mehrwert in einem Leasingvertrag für einen Hausbesitzer", kritisiert Tom Mills, Director of Technical Sales beim Installateur Alpenglow Energy. Besonders beim Verkauf einer Immobilie könnten Leasing-Verträge zu Komplikationen führen.

Präsident Trump hat seit seinem Amtsantritt weitreichende Kürzungen bei Subventionen für saubere Energie vorgenommen. Er argumentiert, dass Solar- und Windenergie teurer und weniger effizient seien als fossile Brennstoffe, und weist Bedenken hinsichtlich des Klimawandels zurück. Die Branche rechnet erst gegen Ende des Jahrzehnts mit einer Erholung.

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