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US-Richter weist Missbrauchsklage von Sam Altmans Schwester ab

Bundesrichter Zachary Bluestone stellt das Verfahren ein, weil Annie Altman eine gerichtlich angeordnete medizinische Untersuchung verweigerte.

• 2 Min
US-Richter weist Missbrauchsklage von Sam Altmans Schwester ab

Ein US-Bundesrichter hat eine Zivilklage abgewiesen, die Annie Altman gegen ihren Bruder Sam Altman erhoben hatte. Die Schwester des OpenAI-Chefs warf ihm wiederholten sexuellen Missbrauch über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg vor. Der Mitbegründer und Chief Executive des KI-Unternehmens bestreitet die Anschuldigungen. Die Entscheidung fiel am Dienstag.

Richter Zachary Bluestone begründete die Abweisung damit, dass Annie Altman sich trotz entsprechender Warnungen geweigert hatte, an einer unabhängigen medizinischen Untersuchung teilzunehmen. Das Gericht hatte zuvor klargestellt, dass das Ausbleiben dieser Untersuchung zur Einstellung des Verfahrens führen würde. Genau dieser Fall trat nun ein, sodass die Klage nicht weiter verfolgt wird.

Reaktionen der Beteiligten bleiben zunächst aus

Laura Politi, eine Anwältin von Annie Altman, reagierte nicht umgehend auf eine Anfrage zur Stellungnahme. Santos Perez, ein Anwalt, der Annie Altman zuvor in diesem Fall vertreten hatte, sich aber im laufenden Monat zurückgezogen hatte, erklärte hingegen: „Ich bin nicht mehr befugt, zu diesem Fall zu kommentieren, glaube aber weiterhin an Annie.“ Auch die Anwälte von Sam Altman reagierten zunächst nicht umgehend auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters.

Annie Altman hatte ihre Klage im Januar 2025 vor dem Bundesgericht in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri eingereicht. Darin warf sie ihrem Bruder vor, sie zwischen 1997 und 2006 im Familienhaus im Vorort Clayton in Missouri sexuell missbraucht und vergewaltigt zu haben. Nach ihren Angaben begann der Missbrauch, als sie drei Jahre alt war und ihr Bruder zwölf. Sie sagte zudem aus, die letzten Handlungen des sexuellen Missbrauchs und der Vergewaltigung hätten stattgefunden, als Sam Altman bereits erwachsen war.

Hintergrund: Aufstieg zum Gesicht des KI-Booms

Sam Altman ist heute 41 Jahre alt. Bekannt wurde er einem breiten Publikum nach der Veröffentlichung des Chatbots ChatGPT im Jahr 2022, die ihn zu einer Gesichtsfigur des weltweiten KI-Booms machte. OpenAI gilt seither als eines der prägenden Unternehmen der künstlichen Intelligenz, und Altman zählt zu den einflussreichsten Managern der Technologiebranche. Umso größere öffentliche Aufmerksamkeit erhielt der zivilrechtliche Streit mit seiner Schwester.

Die Familie Altman hat erklärt, dass Annie Altman unter psychischen Gesundheitsproblemen leide und finanzielle Unterstützung erhalten habe. Sam Altman gab an, seine Schwester habe begonnen, ihn in den sozialen Medien wegen sexuellen Missbrauchs zu bezichtigen, nachdem die Familie ihre Forderungen nach weiteren Geldmitteln abgelehnt hatte. Diese Darstellung steht im Raum, ohne dass es in dem nun abgewiesenen Verfahren zu einer inhaltlichen Klärung der Vorwürfe kam.

Für deutsche Anleger ist der Fall vor allem deshalb von Interesse, weil Altman als zentrale Figur hinter OpenAI das Geschehen rund um den Hype um künstliche Intelligenz maßgeblich prägt. Der Ausgang des Verfahrens dürfte seine unternehmerische Rolle zunächst nicht unmittelbar berühren. Die Abweisung der Klage bedeutet jedoch nicht, dass ein Gericht die Vorwürfe inhaltlich geprüft und für unbegründet befunden hätte – ausschlaggebend war allein die nicht wahrgenommene medizinische Untersuchung.

Damit endet der Rechtsstreit vorerst auf prozessualem Weg. Ob Annie Altman rechtliche Schritte gegen die Entscheidung einleitet, ist offen. Ihre früheren Anwälte äußerten sich zunächst nicht dazu.

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