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US-Rentenfonds erschöpft sich früher wegen sinkender Geburtenraten

Neue Prognose: Der US-Rentenversicherungsfonds läuft drei Monate früher leer – Geburtenrückgang und Steuerreform belasten die Kassen.

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US-Rentenfonds erschöpft sich früher wegen sinkender Geburtenraten

Der amerikanische Treuhandfonds der staatlichen Renten- und Hinterbliebenenversicherung (Social Security Old-Age and Survivors Insurance Trust Fund) wird seine Reserven bereits im vierten Quartal 2032 aufgebraucht haben. Das ist drei Monate früher als noch im Vorjahr prognostiziert. Dies geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Jahresbericht der Treuhänder der Sozialversicherung hervor.

Ohne gesetzliche Änderungen wäre der Fonds ab diesem Zeitpunkt nur noch in der Lage, 78% der geplanten Leistungen auszuzahlen. Für Millionen amerikanischer Rentner und Hinterbliebene hätte das erhebliche finanzielle Konsequenzen. Der Bericht verdeutlicht damit die strukturellen Herausforderungen, vor denen das US-Sozialsystem steht.

Drei Faktoren verschlechtern den Ausblick

Die Treuhänder nennen drei wesentliche Ursachen für die ungünstigere Prognose. Erstens wurde die angenommene langfristige Gesamtfruchtbarkeitsrate von 1,90 auf 1,75 Kinder pro Frau gesenkt. Zweitens fallen sowohl die historisch geschätzte als auch die kurz- und langfristig angenommene Nettozuwanderung in diesem Jahr niedriger aus als bisher erwartet.

Als dritter Faktor wirkt sich der sogenannte „One Big Beautiful Bill Act" aus, der am 4. Juli 2025 in Kraft getreten ist. Dieses Gesetz schreibt dauerhaft niedrigere Einkommensteuersätze und einen höheren Standardabzug fest. Die Folge: Die künftigen Einnahmen aus der Besteuerung von Sozialversicherungsleistungen sinken spürbar.

Das US-Rentensystem funktioniert nach dem Umlageverfahren – ähnlich wie die gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland. Lohnsteuern fließen ein, und aus diesen Mitteln werden laufend Leistungen ausgezahlt. Die über Jahrzehnte aufgebauten Reserven stehen nun kurz vor der Erschöpfung, weil immer weniger Erwerbstätige in das System einzahlen, während die Zahl der Leistungsempfänger wächst.

Kombinierter Fonds und Krankenversicherung ebenfalls unter Druck

Die Prognose für den kombinierten Treuhandfonds der Renten-, Hinterbliebenen- und Erwerbsminderungsversicherung bleibt gegenüber dem Vorjahr unverändert. Es wird erwartet, dass die Reserven bis zum dritten Quartal 2034 reichen. Danach würden die laufenden Einnahmen noch 83% der geplanten Leistungen decken.

Für den Treuhandfonds der Erwerbsminderungsversicherung allein fällt die Prognose hingegen deutlich positiver aus: Er soll in der Lage sein, die vollen Leistungen bis mindestens 2100 auszuzahlen.

Auch der Treuhandfonds der Krankenhausversicherung (Medicare) gerät früher unter Druck. Er wird seine Reserven im zweiten Quartal 2033 aufbrauchen – ein Quartal früher als im Vorjahr prognostiziert. Die laufenden Einnahmen würden dann ausreichen, um 89% der Leistungen zu finanzieren. Verschlechtert hat sich die Prognose aufgrund einer angenommenen höheren Inanspruchnahme von Dienstleistern, Aufwärtskorrekturen bei den Ausgaben für Medicare Advantage sowie geringerer Einnahmen aus der Besteuerung von Sozialversicherungsleistungen.

Strukturelles Problem: Weniger Einzahler, mehr Empfänger

Das Kernproblem des US-Rentensystems ist demografischer Natur. Sinkende Geburtenraten und geringere Zuwanderung führen dazu, dass die erwerbstätige Bevölkerung schrumpft. Gleichzeitig wächst die Zahl der Rentner und Leistungsempfänger. Dieses Ungleichgewicht ist strukturell und lässt sich ohne politische Reformen nicht auflösen.

Die Situation erinnert an die Debatten, die auch in Deutschland regelmäßig geführt werden: Wie lässt sich ein umlagefinanziertes Rentensystem langfristig stabil halten, wenn die demografische Basis schrumpft? Die aktuellen US-Zahlen zeigen, dass dieses Problem keine rein europäische Herausforderung ist, sondern ein globales Phänomen darstellt.

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