Trumps Haushalt streicht Jobtraining für 42.000 bedürftige Senioren
Der US-Haushaltsentwurf 2027 sieht die Streichung von 395 Millionen Dollar für ein Berufsqualifizierungsprogramm älterer Amerikaner vor.

Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump plant, das sogenannte Senior Community Service Employment Program (SCSEP) im Haushaltsentwurf für das Jahr 2027 vollständig aus der staatlichen Förderung zu streichen. Das Programm bietet einkommensschwachen älteren Erwachsenen Berufsausbildungen und berufliche Qualifizierungsmaßnahmen an. Insgesamt sollen Mittel in Höhe von 395 Millionen Dollar gestrichen werden – Gelder, von denen rund 42.000 schutzbedürftige Senioren abhängig sind.
Die geplante Kürzung trifft das Programm zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt. Gleichzeitig mit dem Haushaltsentwurf treten strengere Arbeitsanforderungen für den Bezug von Lebensmittelhilfen sowie für den Krankenversicherungsschutz in Kraft. Für viele ältere Geringverdiener, die auf diese staatlichen Leistungen angewiesen sind, könnte das SCSEP bisher genau jene Brücke in den Arbeitsmarkt gewesen sein, die sie benötigen, um diese neuen Anforderungen zu erfüllen.
Begründung der Trump-Regierung
Die Regierung begründet die Streichung mit einer politischen Einschätzung des Programms. Im Haushaltsentwurf heißt es, das SCSEP habe „als Zweckbindung für linke Organisationen gedient, die Diversity, Equity und Inclusion (DEI) fördern, anstatt bedürftigen Senioren zu helfen". Diese Formulierung reiht sich in die breitere politische Agenda der Trump-Administration ein, DEI-bezogene Förderungen auf Bundesebene zurückzudrängen.
Kritiker sehen in dieser Begründung jedoch eine Ablenkung vom eigentlichen Kern des Programms: der konkreten Unterstützung einkommensschwacher älterer Menschen beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt. Das SCSEP richtet sich gezielt an Personen, die aufgrund ihres Alters und ihrer wirtschaftlichen Lage besondere Schwierigkeiten haben, eine Beschäftigung zu finden oder zu behalten.
Hintergrund: Was ist das SCSEP?
Das Senior Community Service Employment Program ist ein bundesstaatlich finanziertes Programm, das älteren Erwachsenen mit geringem Einkommen Teilzeitbeschäftigungen in gemeinnützigen Einrichtungen und Behörden vermittelt. Ziel ist es, die Teilnehmer durch praktische Arbeitserfahrung und Qualifizierungsmaßnahmen auf eine reguläre Beschäftigung vorzubereiten. Das Programm gilt als wichtiges Sicherheitsnetz für eine Bevölkerungsgruppe, die auf dem regulären Arbeitsmarkt oft benachteiligt ist.
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Zur AktienanalyseFür deutsche Beobachter lässt sich das Programm am ehesten mit geförderten Beschäftigungsmaßnahmen für ältere Langzeitarbeitslose vergleichen, wie sie etwa im Rahmen des Sozialen Arbeitsmarkts in Deutschland existieren. Der entscheidende Unterschied: In den USA fehlt ein vergleichbares soziales Auffangnetz, das den Wegfall eines solchen Programms abfedern könnte.
Die Streichung ist Teil eines umfassenderen Sparpakets im Trump-Haushalt für 2027, das zahlreiche Sozialprogramme betrifft. Ob der Kongress die Kürzungen in dieser Form übernimmt, bleibt abzuwarten – der Haushaltsentwurf des Präsidenten ist ein Vorschlag, über den das Parlament letztlich abstimmen muss.


