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Homan macht Gouverneurin Hochul für geplante ICE-Offensive in New York verantwortlich

Grenzbeauftragter Tom Homan kündigt verstärkte ICE-Einsätze in New York City an und zeigt mit dem Finger auf Gouverneurin Hochul.

Homan macht Gouverneurin Hochul für geplante ICE-Offensive in New York verantwortlich

Tom Homan, der Grenzbeauftragte des Weißen Hauses unter Präsident Donald Trump, hat am Dienstag die New Yorker Gouverneurin Kathy Hochul direkt für eine geplante Aufstockung der Beamten der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) in New York City verantwortlich gemacht. Auf Nachfrage von Reportern im Weißen Haus wollte Homan jedoch nicht präzisieren, wann genau mit dieser Verstärkung der ICE-Agenten zu rechnen sei.

Auslöser des Konflikts ist ein Gesetz, das Gouverneurin Hochul Ende Mai unterzeichnet hatte. Es untersagt Kommunalverwaltungen, staatlichen und lokalen Polizeibehörden sowie Justizvollzugsanstalten, sogenannte 287(g)-Vereinbarungen mit der Bundesregierung einzugehen. Diese Vereinbarungen ermöglichen es lokalen Behörden, ausreisepflichtige Einwanderer zu identifizieren und zu bearbeiten, die sich nach Festnahmen wegen anderer Vorwürfe in Haft befinden.

Homan begründete die geplante Aufstockung der ICE-Agenten in New York mit klaren Worten: Hochul habe „durch die 287(g)-Vereinbarungen die Effizienz der Gefängnisse zunichtegemacht; es ist also reine Mathematik." Hochul reagierte ihrerseits scharf auf diese Äußerungen und veröffentlichte einen kritischen Post auf der Plattform X. Das Büro der Gouverneurin verwies CNBC auf diesen Post, als es um eine offizielle Stellungnahme gebeten wurde.

Gezielte Operation statt Massenangriff

In der SiriusXM-Show von Chris Cuomo betonte Homan, dass der geplante Einsatz in New York anders verlaufen werde als der umstrittene Einsatz in Minnesota. Dort waren im Januar tausende Einwanderungsbeamte eingesetzt worden, was zu wochenlangen heftigen Zusammenstößen zwischen Anwohnern und Bundesbeamten geführt hatte. Homan beschrieb den New Yorker Einsatz als „kontrollierte Operation" und „gezielte Vollzugsoperation".

Der Einsatz in Minnesota hatte schwerwiegende Folgen: Bei separaten Vorfällen wurden zwei US-Bürger — Renee Nicole Good und Alex Pretti — in Minneapolis durch Bundesagenten getötet. Die Trump-Administration erntete dafür scharfe Kritik und stand unter erheblichem öffentlichen Druck. Präsident Trump entsandte Homan Ende Januar persönlich nach Minnesota, was als Versuch gewertet wurde, die Spannungen im Bundesstaat zu deeskalieren.

Hintergrund: Das 287(g)-Programm

Das 287(g)-Programm der ICE ist ein zentrales Instrument der Einwanderungskontrolle auf Bundesebene. Es erlaubt lokalen Strafverfolgungsbehörden, im Auftrag der Bundesbehörden tätig zu werden und Einwanderer ohne legalen Aufenthaltsstatus zu identifizieren. Durch Hochuls neues Gesetz wird dieser Kooperationsmechanismus in New York nun blockiert — was Homan als direkte Provokation wertet und als Rechtfertigung für den verstärkten direkten Bundeseinsatz anführt.

Weißes-Haus-Pressesprecherin Karoline Leavitt hatte im Zusammenhang mit dem Minnesota-Einsatz erklärt, Trump wolle „nicht, dass Amerikaner ihr Leben auf den Straßen Amerikas verlieren." Diese Aussage unterstreicht den Balanceakt, den die Administration zwischen hartem Durchgreifen bei der Einwanderungskontrolle und der Vermeidung weiterer Eskalationen zu meistern versucht.

Der Konflikt zwischen der Trump-Administration und dem Bundesstaat New York spiegelt eine tiefere politische Auseinandersetzung wider: Auf der einen Seite steht die Bundesregierung mit ihrem Anspruch auf Kontrolle der Einwanderungspolitik, auf der anderen Seite stehen demokratisch regierte Bundesstaaten wie New York, die sich gegen eine Zusammenarbeit mit den Bundesbehörden bei Einwanderungsdurchsetzungen sperren. Wann genau die angekündigte ICE-Verstärkung in New York City beginnen soll, ließ Homan bislang offen.

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