US-Regierung fördert PhosCo-Phosphatprojekt in Tunesien mit 1,5 Millionen Dollar
Die US-Regierung stellt 1,5 Millionen US-Dollar bereit, damit CrossBoundary Investitionen von bis zu 100 Millionen US-Dollar für das Gasaat-Projekt anzieht.

Die US-Regierung hat dem globalen Investitions- und Beratungsunternehmen CrossBoundary Group einen Zuschuss in Höhe von 1,5 Millionen US-Dollar gewährt. Das geht aus einer Medienmitteilung des an der australischen Börse ASX notierten Unternehmens PhosCo hervor. Der Betrag soll PhosCo dabei unterstützen, Investitionen, kommerzielle Partnerschaften und technisches Know-how für das Gasaat-Phosphatprojekt in Tunesien zu sichern.
Nach Angaben von PhosCo zielt dieser Prozess darauf ab, Investitionen in Höhe von bis zu 100 Millionen US-Dollar anzuziehen. Das Unternehmen erläutert, dass das US-Außenministerium über das Büro für Nahostangelegenheiten (NEA) und die US-Botschaft in Tunis die Ausschreibung zur Finanzierungsmöglichkeit „Safeguarding U.S. Critical Minerals Supply Chains – Tunisia“ (NOFO) abgeschlossen und CrossBoundary mit der Leitung des Programms beauftragt hat. PhosCo hatte diese Ausschreibung erstmals am 10. August bekannt gegeben.
Das Programm soll US-Investoren und -Unternehmen mit dem Gasaat-Projekt von PhosCo verbinden. Im Laufe der nächsten zwei Jahre beabsichtigt das Unternehmen, private Investitionen in PhosCo zu mobilisieren. Nach Darstellung des Konzerns soll dies zur Expansion der tunesischen Phosphatproduktion und der globalen Lieferkette beitragen, Arbeitsplätze schaffen und die regionale Entwicklung unterstützen.
Das US-Außenministerium schließt die Ausschreibung ab
PhosCo zufolge wurde der Zuschuss über die offiziellen Kanäle der US-Regierung bekannt gegeben, womit der am 10. August angekündigte NOFO-Prozess (Notice of Funding Opportunity) abgeschlossen ist. Das Unternehmen erhält im Rahmen des Programms Zugang zu einem Konsortium aus Experten für Ingenieurwesen, Phosphataufbereitung und tunesisches Recht, das von CrossBoundary zusammengestellt wurde. Dieses Know-how ergänzt nach Angaben von PhosCo die bereits vom Unternehmen und seinen bestehenden technischen Partnern geleistete Arbeit.
Der Geschäftsführer von PhosCo, Taz Aldaoud, ordnet die Bedeutung des Vorgangs ein: „Die Zuteilung dieses Zuschusses ist für PhosCo von extremem Wert. Sie bietet nicht nur erhebliche Finanzmittel, um kritische Investitionen, kommerzielle Partner und technische Beratung zu sichern, sondern spiegelt auch die vitale Rolle wider, die unser Gasaat-Projekt bei der Versorgung mit essentiellen Düngemitteln spielen wird.“ Aldaoud betont, dass CrossBoundary ein globales Investor-Netzwerk, tiefgreifende Transaktionserfahrung in Schwellenmärkten und eine nachgewiesene Erfolgsbilanz im Zusammenhang mit Projekten zu kritischen Mineralien gemeinsam mit der US International Development Finance Corporation (DFC) mitbringt.
PhosCo weist darauf hin, dass CrossBoundary eine starke Erfolgsbilanz gegenüber der DFC vorweisen kann. Dazu zählt die Unterstützung bei der Initiierung und Due Diligence mehrerer DFC-Transaktionen zu kritischen Mineralien in ganz Afrika. Gasaat ist Teil der Vision von PhosCo für einen integrierten Phosphat-Hub im Nordwesten Tunesiens. Dieser könnte nach Einschätzung des Unternehmens zur Entwicklung der tunesischen Phosphatindustrie beitragen, Arbeitsplätze schaffen und die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Region unterstützen.
Das Programm ruht auf drei parallelen Arbeitssträngen
Das Unternehmen erläutert, dass das Programm auf drei parallelen Arbeitssträngen basiert, die im NOFO dargelegt wurden. Dazu gehören die Mobilisierung privaten Kapitals, Vereinbarungen zur Lieferkette sowie kommerzielle Rahmenbedingungen und die Bewertung von Downstream-Nebenprodukten. Diese Aktivitäten zielen darauf ab, auf der bestehenden Arbeit aufzubauen und das Know-how der etablierten technischen Partner zu ergänzen. Das Programm wird sich zudem mit den Umwelt-, Sozial- und Governance-Anforderungen (ESG) befassen, die für internationale Investoren und Entwicklungsbanken von Bedeutung sind.
Das Programm ergänzt nach Angaben von PhosCo die Fortschritte, die im neuesten vierteljährlichen Aktivitätsbericht des Unternehmens dargelegt wurden. Dazu zählen laufende technische und Explorationsarbeiten, metallurgische Fortschritte sowie Gespräche mit potenziellen strategischen Partnern und internationalen Finanzinstitutionen.
PhosCo erhält selbst keine Mittel aus dem Zuschuss
PhosCo stellt ausdrücklich klar, dass der Zuschuss vom US-Außenministerium an CrossBoundary vergeben wurde. Das Unternehmen ist keine Partei dieses Zuschusses und wird keine Mittel daraus erhalten. Seine Rolle beschreibt PhosCo als die eines Gegenparts (Counterparty Asset) für die durch das Programm erleichterte US-Investition und das kommerzielle Engagement. Die US-Regierung wird bei der Umsetzung des Programms maßgeblich beteiligt sein, einschließlich der Genehmigung der Auswahl von Investoren und kommerziellen Teilnehmern.
Das Unternehmen weist zudem darauf hin, dass das Programm keinen Verpflichtungsakt irgendeiner Partei darstellt, in PhosCo zu investieren, es zu finanzieren oder Produkte davon zu kaufen. Infolge des Programms wurden keine Investitions-, Finanzierungs- oder Offtake-Vereinbarungen geschlossen, und es gibt keine Garantie dafür, dass das Programm zu solchen Vereinbarungen führen wird. Jede Transaktion wird von Due Diligence, Verhandlungen und den Genehmigungen der beteiligten Parteien abhängig sein. PhosCo will den Markt gemäß seinen fortlaufenden Offenlegungspflichten auf dem Laufenden halten.
Bereits am 09.06.2026 berichtete aktien.news über eine neue Entdeckung bei Gasaat
Die aktuelle Meldung knüpft an frühere Berichte von aktien.news zum Gasaat-Projekt an. Bereits am 09.06.2026 berichtete aktien.news, dass PhosCo eine weitere Entdeckung auf seinem Phosphatprojekt Gasaat in Tunesien bekannt gegeben hatte. Bohrungen auf dem Prospektionsgebiet KH stießen damals auf mächtige und oberflächennahe Phosphatmineralisierungen. Das Gebiet KH liegt lediglich 3,5 km vom geplanten Anlagenstandort in Gasaat entfernt und ist das am weitesten nördlich gelegene Prospektionsgebiet des Projekts. Das Bohrprogramm umfasste fünf Bohrlöcher und lieferte Abschnitte zwischen 16,5 m und 20,5 m Mächtigkeit.
Auch die jüngste Entwicklung reiht sich in ein größeres Muster ein, das aktien.news bereits beschrieben hat. Am 19.09.2026 berichtete aktien.news, dass der kanadische Uranentwickler Global Atomic von der US-Regierung die bedingte Zustimmung für ein Darlehen in Höhe von 414,2 Millionen US-Dollar erhalten hat. Die Mittel sind für den Bau der Dasa-Uranmine in Niger vorgesehen. Mit dieser Entscheidung belebte Washington die Finanzierung wieder, die zuvor aufgrund politischer Risiken nach den Ereignissen des Jahres 2023 in dem westafrikanischen Land verzögert worden war. Der Kredit unterstreicht das strategische Interesse der USA an der Sicherung eigener Uranversorgungsquellen.
Für den Phosphatmarkt ist zudem ein weiterer Bericht von aktien.news relevant. Am 18.05.2026 meldete aktien.news, dass Aguia Resources eine Betriebsgenehmigung für sein Phosphatprojekt Tres Estradas im brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul erhalten hat. Brasilien importiert derzeit rund 85 Prozent seines jährlichen Phosphatbedarfs – das entspricht etwa 45 Millionen Tonnen. Solche Zahlen verdeutlichen, wie stark einzelne Produzenten und Projekte die globale Versorgungslage prägen.
Für deutsche Privatanleger ist vor allem die klare Rollenverteilung wichtig
Der Zuschuss der US-Regierung fließt an CrossBoundary, nicht an PhosCo. PhosCo profitiert nach eigener Darstellung indirekt, indem das Programm Investoren und kommerzielle Partner mit dem Gasaat-Projekt zusammenbringen soll. Das Unternehmen betont, dass bislang keine Investitions-, Finanzierungs- oder Offtake-Vereinbarungen geschlossen wurden und es keine Garantie gibt, dass es dazu kommt.
PhosCo beschreibt das Programm als hochgradig komplementär zu seiner bestehenden Strategie. Das Unternehmen will seine eigenen Bemühungen um potenzielle Investoren und strategische Partner unabhängig weiterverfolgen, ohne wesentliche Abweichungen von den Ressourcen des Unternehmens. Deutsche Anleger sollten beachten, dass es sich bei PhosCo um ein an der ASX notiertes Unternehmen handelt und die Meldung keine Zusage über künftige Mittelzuflüsse enthält.
PhosCo will das Projekt mit bestehenden Partnern weiter vorantreiben
Künftig will PhosCo mit CrossBoundary, seinen Konsortialpartnern und der US-Regierung zusammenarbeiten, sobald das Programm beginnt. Geplant sind das Engagement mit potenziellen Investoren und kommerziellen Partnern sowie weitere Bewertungen der für Gasaat verfügbaren Finanzierungs-, technischen und kommerziellen Möglichkeiten. Parallel dazu will das Unternehmen seine technischen Studien, Explorations- und Projektentwicklungsaktivitäten mit seinen bestehenden Partnern weiter vorantreiben, während es sich den nächsten Stadien des Projekts nähert.
Aldaoud dankt in der Mitteilung ausdrücklich der tunesischen Regierung und den zuständigen Behörden für ihr anhaltendes Vertrauen in PhosCo bei der Entwicklung dieses wichtigen Projekts. Er dankt zudem dem Büro für Nahostangelegenheiten des US-Außenministeriums und der US-Botschaft in Tunis für ihre Unterstützung. „Gasaat hat das Potenzial, zum Wachstum der tunesischen Phosphatindustrie beizutragen, Arbeitsplätze zu schaffen und die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in der umliegenden Region zu unterstützen“, so Aldaoud.
Diese drei Fachbegriffe ordnen die Meldung für Anleger ein
- NOFO: Eine Notice of Funding Opportunity ist eine offizielle Ausschreibung, mit der eine Regierungsstelle Fördermittel für ein bestimmtes Vorhaben vergibt.
- Offtake-Vereinbarung: Eine Abnahmevereinbarung sichert einem Produzenten den Verkauf künftiger Fördermengen an einen Abnehmer zu.
- Due Diligence: Die sorgfältige Prüfung eines Projekts oder Unternehmens vor einer Investition oder Transaktion.
