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US-Kerninflation fällt erstmals seit sechs Jahren – Märkte jubeln

Ein überraschender Rückgang der US-Kerninflation im Juni beruhigt die Märkte und dämpft Spekulationen über weitere Fed-Zinserhöhungen.

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US-Kerninflation fällt erstmals seit sechs Jahren – Märkte jubeln

Die US-Verbraucherpreisinflation hat im Juni stärker als erwartet nachgegeben und damit an den globalen Märkten für Erleichterung gesorgt. Besonders bemerkenswert: Der monatliche Kern-VPI – also die Inflation ohne volatile Energie- und Lebensmittelpreise – sank erstmals seit mehr als sechs Jahren, wenn auch nur minimal um 0,02 Prozent. Damit fiel die jährliche Kerninflationsrate auf 2,6 Prozent.

Dieser Rückgang hat unmittelbare Konsequenzen für die Erwartungen an die US-Notenbank Federal Reserve. Die Futures-Märkte haben nach Bekanntgabe der Daten nahezu alle Chancen auf eine Zinserhöhung der Fed im laufenden Monat eingepreist. Gleichzeitig gaben die Renditen von US-Staatsanleihen deutlich nach – ein klares Signal, dass Anleger die Zinswende als weniger dringlich einschätzen.

Fed-Chef Kevin Warsh hatte sich zuvor in seiner Anhörung vor dem US-Kongress am Montag bedeckt gehalten, bekräftigte jedoch die Entschlossenheit der Notenbank, die Inflation zurück auf das Ziel von 2 Prozent zu bringen. Trotz des positiven Inflationsberichts liegen die jährlichen Preissteigerungen in mehreren Sektoren weiterhin deutlich über diesem Ziel.

Treiber des Rückgangs: Kfz-Versicherungen und Energiepreise

Maßgeblich zum Rückgang der Kerninflation beigetragen haben laut dem Bericht überraschend starke Preissenkungen bei Kfz-Versicherungen sowie Rückgänge bei Kommunikations-, Gesundheits- und Hotelzimmerpreisen. Die Gesamtinflation wurde zusätzlich durch sinkende Energiepreise gedrückt. Allerdings warnen Analysten, dass sich dieser Effekt im Juli wieder umkehren könnte – angesichts erneuter Spannungen am Golf und steigender Ölpreise.

Die Weltmarktpreise für Öl kletterten zuletzt auf über 85 US-Dollar pro Barrel. Hintergrund sind anhaltende Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Präsident Trump revidierte zwar seine Pläne für eine Gebühr von 20 Prozent auf die Schifffahrt in der Straße von Hormus, doch eine Wiederaufnahme der Blockade iranischer Schiffe trat in Kraft.

Unternehmensgewinne: Goldman Sachs glänzt, IBM stürzt ab

Parallel zum Inflationsbericht startete die Berichtssaison der US-Unternehmen. Die Großbanken schnitten dabei gut ab – getragen von volatilem Markthandel und hohen Gebühreneinnahmen aus einer Welle von Börsengängen. Goldman Sachs stach besonders hervor: Die Aktie legte um 9 Prozent zu.

Ein düsteres Bild zeigte sich hingegen bei IBM. Der Technologiekonzern verlor an einem einzigen Handelstag 25 Prozent seines Börsenwerts – der stärkste Tagesverlust in der Unternehmensgeschichte. IBM räumte ein, den Trendwechsel von Softwaredienstleistungen hin zum Aufbau von KI-Rechenzentren verpasst zu haben. Zudem schmälerten KI-Ausgaben die Softwarebudgets der Kunden. Der Absturz zog zahlreiche weitere Aktien von Softwaredienstleistern mit nach unten.

Positiver Kontrapunkt im Technologiesektor: Der europäische Halbleitermaschinenhersteller ASML meldete hervorragende Ergebnisse und hob seine Jahresumsatzprognosen erneut an. Ähnlich wie zuvor TSMC unterstrich ASML damit die anhaltend starke Nachfrage im Halbleitersektor.

China und Asien: Wachstum unter Erwartungen, Märkte dennoch fester

Aus China kamen gemischte Signale. Das BIP-Wachstum verlangsamte sich im zweiten Quartal auf 4,3 Prozent und blieb damit unter den Prognosen. Die Daten zu Industrie und Einzelhandel im Juni übertrafen hingegen die Schätzungen. Der chinesische Yuan festigte sich, und asiatische Aktien legten breiter zu. Auch die US-Aktienfutures zeigten sich vor Handelsbeginn am Mittwoch im Plus.

Im weiteren Wochenverlauf richten sich die Blicke der Märkte auf den US-Erzeugerpreisindex (PPI) für Juni, den New York Fed Manufacturing Survey sowie das Fed Beige Book. Zudem stehen Quartalsergebnisse von BlackRock, BNY, Morgan Stanley und Johnson & Johnson auf dem Programm.

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