ANZEIGE

US-Iran-Waffenstillstand: Warum Zinssenkungen vom Tisch sind

Ein Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran beruhigt die Märkte – doch Anleiherenditen kehren nicht auf Vorkriegsniveau zurück.

•• 3 Min
US-Iran-Waffenstillstand: Warum Zinssenkungen vom Tisch sind

Die USA und der Iran haben am späten Dienstag offenbar einen Waffenstillstand ausgehandelt. Präsident Donald Trump kündigte eine zweiwöchige Kampfpause an – unter der Bedingung, dass die Straße von Hormus wieder geöffnet wird und der Iran Schiffen eine sichere Passage zusagt. Die Nachricht löste unmittelbar einen Einbruch der Ölpreise sowie eine Rally an den Aktien- und Anleihemärkten aus.

Die breiten Märkte reagierten euphorisch: Aktienkurse stiegen sprunghaft an, der als sicherer Hafen geltende US-Dollar gab nach, und Brent-Rohöl-Futures fielen zum ersten Mal seit zwei Wochen unter 100 US-Dollar pro Barrel. Auch Staatsanleihen- und Rentenmärkte in Europa, Großbritannien und Australien legten kräftig zu.

Anleiherenditen verharren auf erhöhtem Niveau

Doch die Erholung hat klare Grenzen. Die Renditen fielen lediglich auf das Niveau von Mitte März zurück. Die richtungsweisenden 10-jährigen US-Treasuries rentierten bei 4,85 Prozent, die zweijährigen Papiere bei 3,72 Prozent – was weitgehend dem aktuellen Leitzins der US-Notenbank Fed entspricht. Investoren zufolge sind die Wetten auf Zinssenkungen, die vor dem Konflikt in Regionen wie den USA, Großbritannien und dem ölreichen Norwegen bestanden, hinfällig und werden nicht zurückkehren.

Der Energieschock hat das Inflationsthema deutlich verschärft und verdeutlicht, dass es den großen Volkswirtschaften seit Jahren nicht gelungen ist, die Inflation wieder auf das Zielniveau zu bringen. Der FTSE World Government Bond Index fiel im März um mehr als drei Prozent – der stärkste monatliche Rückgang seit anderthalb Jahren. „Manchmal verändern solche Ereignisse, selbst wenn sie wieder abklingen, die Psychologie dahingehend, wie der nächste Schritt der meisten Zentralbanken wahrscheinlich aussehen wird", sagte Andrew Lilley, Chefstratege für Zinsen bei der Investmentbank Barrenjoey in Sydney. „Dieser vorübergehende Ölpreisschock hat den Anlegern die Wahrheit vor Augen geführt, nämlich dass die Inflation in den letzten drei Jahren beharrlich hoch war."

Zentralbanken weltweit in Alarmbereitschaft

Einige Experten argumentieren, dass der Waffenstillstand das Risiko sogar in Richtung höherer Zinsen verschieben könnte. Da die Wahrscheinlichkeit schwerer Ölknappheiten, die das globale Wachstum bremsen könnten, gesunken ist, rücken die Währungshüter von Zinssenkungen ab und bevorzugen eine abwartende Haltung. Die Fed-Funds-Futures, die zu Beginn des Jahres noch zwei US-Zinssenkungen für 2026 eingepreist hatten, implizieren nun eine Chance von kaum 50 Prozent für eine einzige Senkung.

„Die Zentralbanken werden in höchster Alarmbereitschaft sein, damit dieser Angebotsschock nicht in höhere Inflationserwartungen mündet", sagte Prashant Newnaha, Senior-Zinsstratege bei TD Securities in Singapur. „Zinssenkungen dürften vom Tisch sein." Am Mittwoch beließen die Währungshüter in Indien und Neuseeland die Leitzinsen unverändert bei 5,25 Prozent bzw. 2,25 Prozent, bereiteten jedoch den Boden für künftige Zinserhöhungen.

Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) erklärte in ihrer Mitteilung: „Die Risikobilanz hat sich verschoben. Jegliche Anzeichen für signifikante Zweitrundeneffekte bei der Inflation oder ein Anstieg der mittelfristigen Inflationserwartungen würden entschlossene und rechtzeitige Anhebungen erfordern, um die Inflationserwartungen wieder zu verankern." Indiens Zentralbankgouverneur Sanjay Malhotra brachte es auf den Punkt: „Die Risiken sind aufwärtsgerichtet."

Japan und China: Auch dort weicht der Zinssenkungspfad

Auch in Japan scheint der Weg zu höheren Zinsen freier zu sein. Der Waffenstillstand mildert einige Sorgen über die Energieversorgung aus der Golfregion, von der die ostasiatische Wirtschaft stark abhängt. „Die BOJ war durchaus bereit, die Zinsen auch ohne diese Unsicherheit im Nahen Osten anzuheben. Nun bietet dieser Waffenstillstand einen guten Grund, die Zinsen im April tatsächlich zu erhöhen", sagte Naka Matsuzawa, Chefstratege bei Nomura Securities in Tokio. „Alle anderen Bedingungen, einschließlich Löhnen und Inflation, waren bereits erfüllt."

Selbst für China, das lange mit Deflation zu kämpfen hatte, nehmen globale Investmentbanken ihre früheren Prognosen für Zinssenkungen in diesem Jahr zurück. Laut einer neuen Umfrage von Central Banking Publications sehen mehr als zwei Drittel der Zentralbanken die Geopolitik als das größte Risiko an. Die Unsicherheit über die Energiesicherheit hält zudem an, da die realen Ölpreise – die in dieser Woche Rekordhöhen erreichten – angesichts des knappen Angebots erhöht bleiben.

Analysten, die davon ausgehen, dass Aktien bei anhaltendem Frieden weiter zulegen können, erwarten gleichzeitig, dass die Renditen am kurzen Ende der Zinskurve kaum weiter sinken werden. Den Währungshütern fehlt schlicht der Spielraum für Zinssenkungen – und der Iran-USA-Konflikt hat diese Realität schonungslos offengelegt.

AnleihenmarktZinssenkungenUs-Iran-WaffenstillstandInflationZentralbankenÖlpreisAnleiherenditen

Meistgelesene News

  1. Galeria-Insolvenz: Schicksal von 12.000 Jobs hängt an BA-Entscheidung
  2. Börsenkorrektur kommt unweigerlich: So bereiten sich Anleger richtig vor
  3. Gaming und Wetten: Krypto-Klage, GTA 6 und Aktivisten-Investor im Fokus
  4. Pieper sieht veränderte Marktstruktur als Treiber heftiger Kursausschläge
  5. Take-Two-Aktie vor GTA-6-Release: Chance oder Risikofalle?

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.