Mexikos Inflation steigt im März – Zinssenkung bleibt wahrscheinlich
Die Gesamtinflation beschleunigte sich den dritten Monat in Folge, während die Kerninflation weiter sank.

Mexikos Gesamtinflation hat sich im März 2026 voraussichtlich auf 4,63% beschleunigt – nach 4,02% im Februar. Dies geht aus einer Reuters-Umfrage vom Dienstag hervor. Damit würde die Teuerungsrate den dritten Monat in Folge zulegen und den höchsten Stand seit Oktober 2024 erreichen.
Der Anstieg entfernt den Indikator weiter vom Zielwert der mexikanischen Zentralbank Banxico, der bei 3% liegt – mit einer Toleranzspanne von plus oder minus einem Prozentpunkt. Für die zweitgrößte Volkswirtschaft Lateinamerikas ist das eine deutliche Abweichung vom angestrebten Niveau.
Kerninflation zeigt gegenläufige Entwicklung
Ein anderes Bild zeigt sich bei der Kerninflation: Sie sank voraussichtlich den zweiten Monat in Folge – von 4,50% im Februar auf 4,46% im März. Das wäre der niedrigste Stand in diesem Jahr. Die Kerninflation gilt als aussagekräftigerer Maßstab für den zugrundeliegenden Preisdruck, da sie hochvolatile Produkte wie Energie und frische Lebensmittel ausklammert. Dennoch liegt auch sie noch deutlich über dem Zentralbankziel.
Die mexikanische Statistikbehörde INEGI wird die offiziellen Inflationsdaten für März am Donnerstag veröffentlichen. Bis dahin gelten die Reuters-Umfragewerte als Markterwartung.
Zentralbank setzt Lockerungszyklus fort
Die Banco de México hatte im vergangenen Monat ihren Lockerungszyklus wieder aufgenommen und den Leitzins von 7,00% auf 6,75% gesenkt. Diese Entscheidung überraschte den Markt, der angesichts der mit dem Nahost-Konflikt verbundenen Risiken für die weltweite Inflation mit einer weiteren Zinspause gerechnet hatte.
Die Zentralbank erklärte zudem, künftig die „Angemessenheit und den Zeitpunkt" potenzieller weiterer Senkungen prüfen zu wollen. Gouverneurin Victoria Rodriguez äußerte sich in der vergangenen Woche dahingehend, dass sich die Anpassungsphase ihrem Ende nähere.
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Zur AktienanalyseEine aktuelle Umfrage der Zentralbank unter Analysten des Privatsektors geht davon aus, dass der Leitzins das Jahr 2026 bei 6,50% beenden wird. Das würde lediglich eine weitere Senkung um 25 Basispunkte im Jahresverlauf bedeuten.
Bedeutung für Anleger
Für internationale Investoren und deutsche Anleger mit Blick auf Schwellenländer ist die Entwicklung in Mexiko relevant: Der gegenläufige Trend zwischen steigender Gesamtinflation und sinkender Kerninflation gibt der Zentralbank einen gewissen Spielraum für weitere vorsichtige Zinssenkungen. Die sinkende Kerninflation stützt die Erwartung, dass der strukturelle Preisdruck nachlässt – auch wenn externe Faktoren wie volatile Energiepreise die Headline-Rate nach oben treiben. Die Märkte beobachten die Datenlage genau, um den weiteren geldpolitischen Kurs der Banxico einzuschätzen.


