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US-Anleger beflügeln Börsen zu neuen Höchstständen

Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

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US-Anleger beflügeln Börsen zu neuen Höchstständen

US-Anleger treiben die Börsen zu neuen Rekordhochs und zeigen sich optimistisch. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stieg in den ersten Handelsminuten um 0,7 Prozent auf bis zu 39.655 Punkte. Auch der S&P 500 und der Index der Technologiebörse Nasdaq erreichten mit einem Plus von 0,2 Prozent frische Höchststände von 5.581 beziehungsweise 18.387 Punkten. Diese Entwicklung ist auf Hinweise auf eine mögliche Zinswende im September zurückzuführen, die durch jüngste Arbeitsmarktzahlen gestützt werden. Thomas Hayes von Great Hill Capital sieht darin eine Gelegenheit für die US-Notenbank Fed, die Zinsen zu senken.

Anleger erwarten mit Spannung die Anhörung von Fed-Chef Jerome Powell vor dem Bankenausschuss des Senats sowie die Veröffentlichung der US-Verbraucherpreise für Juni. Diese könnten Hinweise auf einen nachlassenden Preisdruck liefern. Bei den Einzelwerten stand Boeing im Fokus. Der Flugzeugbauer gestand Betrugsvorwürfe ein, um einen Gerichtsprozess um zwei tödliche Abstürze von 737 Max Maschinen zu vermeiden. Dies führte zu einer Millionenstrafe und einem Aufpasser der Regierung für das Unternehmen. Die Aktien von Boeing stiegen in den ersten Handelsminuten um fast drei Prozent.

In Europa zeigen sich die Märkte trotz der politischen Unsicherheit in Frankreich gelassen. Nach der Stichwahl verpasste der rechtsextreme Rassemblement National die absolute Mehrheit deutlich. Die Märkte trösten sich mit diesem Ergebnis, obwohl ein Patt im Parlament und politische Instabilität drohen. Chefökonom Thomas Gitzel von der VP Bank warnt vor den möglichen Folgen einer Regierung unter Jean-Luc Mélenchon für die EU, da er den Stabilitäts- und Wachstumspakt ignorieren könnte. Der DAX zeigte sich robust und kletterte bis auf 18.631 Punkte, behauptete am Nachmittag jedoch nur ein Plus von 0,33 Prozent bei 18.535 Punkten.

Schwächesignale kamen hingegen von der deutschen Konjunktur. Die Exporte sanken im Mai um 3,6 Prozent auf 131,6 Milliarden Euro, was deutlich stärker war als erwartet. Ökonomen hatten nur mit einem Rückgang von 1,9 Prozent gerechnet. Alexander Krüger von der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank kommentierte, dass der Exportsektor nach zwei guten Vormonaten auf den Boden der Tatsachen zurückgekehrt sei. An den Devisenmärkten reagierten die Anleger mit vorsichtigem Optimismus auf die Frankreich-Wahl. Der Euro legte im mittäglichen Devisenhandel um 0,1 Prozent auf 1,0837 Dollar zu.

Am Rohstoffmarkt verbilligte sich Rohöl der Nordseesorte Brent um 1,0 Prozent auf 85,67 Dollar je Barrel. Experten befürchten jedoch Versorgungsengpässe durch die Schließung wichtiger Häfen in Texas aufgrund des Tropensturms "Beryl". Der US-Versandhändler Amazon plant, in Dummerstorf bei Rostock 1.000 neue Stellen zu schaffen und ein neues Logistikzentrum zu eröffnen. BMW erwartet in einigen Monaten eine niedrigere Zolleinstufung für seinen Kleinwagen Mini im Zollstreit zwischen China und der EU.

Die EU-Kommission eröffnet eine Untersuchung zu den milliardenschweren Staatshilfen für Lufthansa während der Corona-Pandemie. Delivery Hero steht wegen einer möglichen Kartellbuße unter Druck, die Aktie verlor zeitweise mehr als 17 Prozent. In Hollywood übernimmt Filmproduzent David Ellison den traditionsreichen Paramount-Konzern. Die Deutsche Telekom verlor vor Gericht im Streit um die Nutzung von Rohren für Internetkabel gegen Deutsche Glasfaser. Carlsberg plant, die Kneipengruppe Marston's und Britvic zu übernehmen, um eine britische Tochter zu schaffen. Die Maersk-Aktie litt unter Wetterwarnungen vor der südafrikanischen Küste, und in Südkorea legte ein Großteil der Samsung-Mitarbeiter die Arbeit nieder, was jedoch kaum Auswirkungen auf die Chipproduktion haben dürfte.

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