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DAX startet stark, verliert aber wieder an Boden

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DAX startet stark, verliert aber wieder an Boden

Der DAX ist nach einem starken Start in das zweite Börsenhalbjahr nach der ersten Runde der Frankreich-Wahl wieder unter Druck geraten. Die anfänglichen Kursgewinne, die durch die überraschend schwachen Ergebnisse der Rechtsnationalen in der französischen Parlamentswahl ausgelöst wurden, erwiesen sich als nicht von Dauer. Der deutsche Leitindex stieg zunächst um bis zu 1,2 Prozent auf 18.461 Punkte, doch schon bald schrumpften die Gewinne, zeitweise fiel der DAX sogar wieder unter die Marke von 18.300 Punkten.

Analysten weisen darauf hin, dass politische Ereignisse oft nur kurzfristige Auswirkungen auf die Finanzmärkte haben. Der HSBC-Experte Jörg Scherer bleibt jedoch optimistisch und sieht den Aufwärtstrend im DAX weiterhin intakt. Eine entscheidende Rolle spielen nun die am frühen Nachmittag erwarteten deutschen Inflationsdaten. Experten prognostizieren für Juni einen leichten Rückgang der Teuerungsrate auf 2,3 Prozent, was den Zinssenkungskurs der Europäischen Zentralbank (EZB) unterstützen würde. Anfang Juni hatten die Währungshüter unter der Führung von Christine Lagarde erstmals seit fünf Jahren die Zinsen gesenkt.

Die Unsicherheiten rund um die Frankreich-Wahl bleiben jedoch ein wichtiger Faktor für die Märkte. Der Chefökonom von Jefferies, Mohit Kumar, warnte, dass das Ergebnis zwar besser als befürchtet sei, jedoch möglicherweise nicht ausreiche, um eine politische Lähmung in Frankreich zu verhindern. Das Macron-Lager und das Linksbündnis haben angekündigt, ihre Kandidaten zurückzuziehen, wenn der Kandidat des jeweils anderen Lagers im ersten Wahlgang besser abgeschnitten hat. Dies könnte die Chancen des Rassemblement National auf eine absolute Mehrheit der Parlamentssitze verringern.

Unterdessen verzeichnet die Wall Street einen freundlichen Handelsauftakt. Der Future auf den Dow Jones gewinnt aktuell 0,2 Prozent, nachdem die großen Indizes in New York vor dem Wochenende Verluste hinnehmen mussten. Die Ölpreise zeigen sich ebenfalls in Bewegung. Die Nordsee-Rohölsorte Brent verteuert sich um 0,3 Prozent auf 85,22 Dollar pro Barrel. Analysten erwarten ein Angebotsdefizit aufgrund der steigenden Nachfrage im Transportwesen und bei Klimaanlagen im Sommer.

Im Unternehmenssektor sorgt der US-Flugzeugbauer Boeing für Schlagzeilen mit der geplanten Übernahme seines Zulieferers Spirit AeroSystems. Die Transaktion im Wert von rund 8,3 Milliarden Dollar soll helfen, Qualitätsprobleme bei der Boeing 737 MAX zu beheben. Airbus übernimmt unterdessen große Teile von vier Spirit-Werken in den USA, Nordirland, Frankreich und Marokko, wobei die Fabriken aufgrund von Verlusten verkauft werden.

Die Münchner IT-Firma Cancom plant einen neuen Aktienrückkauf im Wert von bis zu 115,5 Millionen Euro, während der Immobilienmarkt mit der drohenden Insolvenz von vier Objektgesellschaften der Demire Deutsche Mittelstand Real Estate konfrontiert ist. Die EU-Kommission hat Vorwürfe gegen Meta erhoben, das mit seinem Bezahlmodell auf Facebook und Instagram gegen europäisches Wettbewerbsrecht verstoße.

In Frankfurt-Höchst plant Sanofi offenbar den Bau einer neuen Produktionsstätte, und die Atos-Aktie steigt aufgrund eines Deals zur Schuldenumstrukturierung. Disney feiert Erfolge mit dem Animationsfilm „Alles steht Kopf 2“, der weltweit bereits über eine Milliarde Dollar eingespielt hat.

AktienmarktDAXFrankreich

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