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Überverkaufte KI-Aktien nach turbulenter Woche an der Wall Street

Oracle, Super Micro und IBM zählen zu den größten Verlierern – doch einige Titel könnten vor einer Erholung stehen.

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Überverkaufte KI-Aktien nach turbulenter Woche an der Wall Street

Eine turbulente Handelswoche hat an der Wall Street tiefe Spuren hinterlassen. Der S&P 500 verzeichnete einen Wochenverlust von 1,6%, während der iShares Semiconductor ETF (SOXX) sogar mehr als 10% einbüßte. Auslöser war wachsende Skepsis der Anleger gegenüber den massiven KI-Investitionen der Technologiekonzerne.

Zwei Ereignisse sorgten dabei für besondere Verunsicherung: Ein Bericht über Verzögerungen beim neuesten KI-Modell von Alphabet sowie die Ankündigung von Taiwan Semiconductor Manufacturing, die eigenen Ausgabenprognosen zu erhöhen. Beides veranlasste Investoren dazu, Tech-Aktien in großem Stil abzustoßen. CNBC Pro hat daraufhin den S&P 500 nach Aktien mit einem Relative-Stärke-Index (RSI) unter 30 durchsucht – ein klassisches Signal für überverkaufte Titel, die möglicherweise vor einer Gegenbewegung stehen.

Oracle mit dem niedrigsten RSI-Wert

Oracle führt die Liste der überverkauften Aktien mit einem RSI von lediglich 17,4 an. Das Softwareunternehmen verlor in dieser Woche rund 10% und markierte am Freitag ein neues 52-Wochen-Tief. Hintergrund ist der aggressive Ausbau der KI-Infrastruktur: Im vergangenen Monat kündigte Oracle Pläne an, 40 Milliarden US-Dollar durch Fremd- und Eigenkapitalfinanzierungen aufzunehmen. Gleichzeitig wies das Unternehmen für das abgelaufene Geschäftsjahr einen negativen freien Cashflow von fast 24 Milliarden US-Dollar aus.

Trotz dieser finanziellen Belastungen bleibt die Wall Street optimistisch: Laut dem Datenanbieter LSEG stuften 35 von 44 Analysten die Oracle-Aktie als Kauf ein. Für langfristig orientierte Anleger könnte der aktuelle Kursrückgang daher eine Einstiegsgelegenheit darstellen – sofern die KI-Strategie des Unternehmens aufgeht.

Super Micro Computer folgt auf der Liste der überverkauften Werte mit einem RSI von 25,3. Der Serverhersteller verlor in dieser Woche mehr als 14% und wurde ebenfalls von der schwindenden Zuversicht bezüglich der KI-Ausgaben belastet. Auch Super Micro plant eine milliardenschwere Kapitalerhöhung: Das Unternehmen will 7 Milliarden US-Dollar durch eigenkapitalbezogene Finanzierungsgeschäfte aufnehmen, um den Kauf von Hardwarekomponenten zu finanzieren. Der Analystenkonsens fällt hier jedoch deutlich verhaltener aus – 13 der 22 beobachtenden Analysten bewerten die Aktie laut LSEG lediglich mit „Halten".

IBM erleidet schlimmsten Handelstag der Unternehmensgeschichte

Besonders dramatisch verlief die Woche für International Business Machines (IBM). Der Technologiekonzern verlor in dieser Woche insgesamt 26%, nachdem am Dienstag enttäuschende vorläufige Quartalsergebnisse veröffentlicht worden waren. IBM meldete einen bereinigten Gewinn von 2,93 US-Dollar je Aktie bei einem Umsatz von 17,2 Milliarden US-Dollar – und verfehlte damit die Erwartungen der Analysten deutlich. Allein am Dienstag brach die Aktie um 25% ein und verzeichnete damit den schlechtesten Handelstag in der gesamten Unternehmensgeschichte.

Cintas und PayPal im überkauften Bereich

Während viele Technologiewerte unter Druck standen, gab es auch klare Gewinner der Woche. Cintas rangiert mit einem RSI von 77,2 weit oben auf der Liste der überkauften Aktien – ein Wert, der auf eine mögliche Überhitzung hindeutet. Die Aktien des Arbeitskleidungs- und Serviceunternehmens stiegen in dieser Woche um fast 14%. Cintas übertraf am Mittwoch mit seinen Ergebnissen für das vierte Quartal sowohl die Gewinn- als auch die Umsatzerwartungen der Analysten. Am Donnerstag stufte die Bank of America den Titel zusätzlich von „Neutral" auf „Kaufen" hoch. Der Analystenkonsens ist laut LSEG jedoch gespalten: Je 10 Analysten empfehlen Kauf beziehungsweise Halten, ein weiterer rät zum Verkauf.

PayPal erzielte mit einem Wochenplus von 22% und einem RSI von 76,4 ebenfalls einen bemerkenswerten Kursanstieg. Auslöser war ein Bericht des CNBC-Journalisten David Faber, wonach Stripe und Advent International ein gemeinsames Übernahmegebot für PayPal abgegeben haben sollen. Das Angebot soll demnach 60,50 US-Dollar je Aktie in bar umfassen – bei einem Gesamtvolumen von 53,4 Milliarden US-Dollar. Die PayPal-Aktie sprang allein am Mittwoch um 17% nach oben.

Die Entwicklungen der vergangenen Woche verdeutlichen die hohe Nervosität am Markt rund um das Thema künstliche Intelligenz. Anleger wägen zunehmend ab, ob die enormen Investitionen der Technologieunternehmen in KI-Infrastruktur langfristig die erhofften Erträge liefern werden – eine Frage, die die Märkte noch länger beschäftigen dürfte.

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