Trump und die Midterm-Abrechnung: Benzinpreise nähern sich Bidens Werten
Im Wahlkampf versprach Trump Benzin unter 2 Dollar. Vor den Midterm-Wahlen nähern sich die Preise nun Bidens Durchschnittswerten an.

Donald Trump hat im Wahlkampf um die Präsidentschaft 2024 die Senkung der Kraftstoffpreise zu einem zentralen Versprechen gemacht. Er warf Präsident Joe Biden vor, mit seiner Umweltpolitik die Energiekosten in die Höhe getrieben zu haben, und kündigte an, den Benzinpreis auf unter 2 US-Dollar pro Gallone zu drücken. Dies sollte eine wirtschaftliche Goldära mit niedrigen Kraftstoffkosten im Inland einläuten — und den USA zugleich eine „Energiedominanz" im Ausland sichern.
Im Vorfeld der Midterm-Wahlen im November 2026 holt die Realität das Weiße Haus nun ein. Die Benzinpreise nähern sich dem Durchschnittswert an, den die USA unter Biden verzeichneten. Für Trump und seine Republikanische Partei wird die Kraftstofffrage damit zur politischen Abrechnung — ausgerechnet bei dem Thema, mit dem er einst punkten wollte.
Die entscheidenden Fragen lauten: Wie stark sind die Preise tatsächlich gestiegen? Welche Maßnahmen hat Trump ergriffen oder angekündigt? Und was davon kann in den verbleibenden Wochen bis zum Wahltag noch wirken?
Die Details
Die Zahlen sind eindeutig. Seit Beginn des Konflikts zwischen den USA, Israel und Iran im Februar haben sich die Preise für Benzin und Diesel in den Vereinigten Staaten mehr als verdoppelt. Das trifft Transportunternehmen, Landwirte und alle Autofahrer hart.
Besonders brisant ist der Vergleich mit der Vorgängerregierung. Der Durchschnittspreis für Diesel seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus im Januar 2025 liegt bei 4,09 US-Dollar pro Gallone. Damit übersteigt er den Durchschnitt der gesamten Biden-Präsidentschaft von 4,08 US-Dollar. Die Berechnungen stammen von der Financial Times, die Daten der US-amerikanischen Energy Information Administration (EIA) ausgewertet hat.
Der Unterschied mag auf den ersten Blick gering erscheinen. Doch der Trend ist für das Weiße Haus politisch heikel: Trump hatte im Wahlkampf wiederholt versprochen, die Energiepreise zu senken. Nun liegt der Dieselpreis unter ihm sogar minimal höher als unter seinem Vorgänger.
Um gegenzusteuern, hat Trump mehrere Maßnahmen ins Spiel gebracht. Am 23. September 2026 kündigte er an, Vorschläge zur Aussetzung amerikanischer Dieselexporte zu unterstützen, um die Preise an den Tankstellen zu senken. Seine Kommentare erfolgten nach dem Druck republikanischer Gesetzgeber, die Exporte einzudämmen, da die Dieselpreise in den USA Rekordhöhen erreichten. Trump sagte am Rande der Generalversammlung der Vereinten Nationen, die Aufrechterhaltung der inneramerikanischen Lieferungen könnte auch die allgemeinen Benzinpreise entlasten.
Zwei Wochen später, am 7. Oktober 2026, brachte Trump eine Aussetzung der bundesweiten Steuer auf Benzin ins Gespräch. Auf die Frage, ob eine Pause der 18,4 Cent pro Gallone hohen Abgabe auf der Agenda stehe, sagte der Präsident: „Wir denken darüber nach." Ein solcher Schritt würde allerdings die Zustimmung des Kongresses erfordern.
Hintergrund: Was bisher geschah
Die Entwicklung ist Teil einer längeren Debatte. Bereits am 23.09.2026 berichtete aktien.news, dass Trump ein Diesel-Exportverbot bei Rekordpreisen an den Tankstellen unterstützt. Damals sagte er, die USA produzierten viel Diesel, und ein Stopp der Exporte könnte entlastend wirken.
Am 07.10.2026 folgte der Bericht, dass Trump eine Aussetzung der bundesweiten US-Benzinsteuer erwägt. Das Weiße Haus war bestrebt, einer Preiskrise bei Kraftstoffen im Vorfeld der Midterm-Wahlen im November entgegenzuwirken. Mit nur noch vier Wochen bis zur Wahl, über die die Kontrolle des Kongresses entscheidet, hatten die stark gestiegenen Kraftstoffpreise den Druck auf den Präsidenten und seine Partei erhöht.
Am 09.10.2026 berichtete aktien.news, dass sich die Preise für Benzin und Diesel seit Beginn des Konflikts zwischen den USA, Israel und Iran im Februar mehr als verdoppelt haben. Vor den entscheidenden Zwischenwahlen häuften sich die Forderungen nach weiteren Maßnahmen zur Senkung der Kraftstoffpreise. Die zentrale Frage lautete damals wie heute: Was kann Trump in den wenigen verbleibenden Wochen bis zum Wahltag noch erreichen — und wird es funktionieren?
Schon am 05.08.2026 hatte aktien.news gemeldet, dass die Dieselpreise in den USA unter Trump höher liegen als unter Biden. Der Durchschnittspreis seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus im Januar 2025 lag bei 4,09 US-Dollar pro Gallone und überstieg damit den Durchschnitt der gesamten Biden-Präsidentschaft von 4,08 US-Dollar.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist die Entwicklung vor allem über die Energiemärkte relevant. Steigende Kraftstoffpreise in den USA wirken sich auf die globale Nachfrage nach Rohöl und Raffinerieprodukten aus. Maßnahmen wie ein Diesel-Exportverbot oder eine Steuerpause könnten die Preise kurzfristig beeinflussen, bergen aber auch Risiken für die Margen von Raffinerien und Energieunternehmen.
Ein Exportstopp für Diesel würde das Angebot auf dem Weltmarkt verknappen, während die Inlandsversorgung steigt. Eine Aussetzung der Benzinsteuer würde dagegen direkt an der Zapfsäule wirken, aber die staatlichen Einnahmen belasten und wäre zudem an die Zustimmung des Kongresses gebunden. Anleger sollten die politischen Signale daher genau verfolgen, ohne einzelne Maßnahmen überzubewerten.
Ausblick
Entscheidend bleibt der Wahltag im November 2026. Bis dahin bleiben Trump nur wenige Wochen, um die Kraftstoffpreise spürbar zu senken. Ob eine Steuerpause, ein Diesel-Exportverbot oder weitere Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden, ist offen. Klar ist: Die Preisentwicklung an den Tankstellen dürfte den Ausgang der Midterm-Wahlen mitbestimmen.
Kurz erklärt
- Midterm-Wahlen: Zwischenwahlen in den USA, bei denen die Kontrolle über den Kongress entschieden wird.
- Gallone: US-amerikanisches Volumenmaß für Kraftstoff, in dem Benzin- und Dieselpreise angegeben werden.
- Diesel-Exportverbot: Vorschlag, amerikanischen Diesel nicht ins Ausland zu verkaufen, um die Inlandsversorgung zu stärken.
