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Trump investiert 800 Millionen Dollar in US-Kohleförderung und -export

US-Präsident Trump stellt hunderte Millionen Dollar für Kohlekraftwerke und Kohleexporte nach Asien bereit – und löst scharfe Kritik aus.

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Trump investiert 800 Millionen Dollar in US-Kohleförderung und -export

WASHINGTON – US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstag ein milliardenschweres Förderpaket für die amerikanische Kohleindustrie angekündigt. Insgesamt sollen rund 800 Millionen US-Dollar in die Modernisierung von Kohlekraftwerken sowie den Export des Brennstoffs nach Asien fließen. Für die Finanzierung beruft sich Trump auf den Defense Production Act – ein Notstandsgesetz aus dem Jahr 1950, das dem Präsidenten weitreichende Befugnisse über Industrien einräumt, die als kritisch für die nationale Sicherheit gelten.

Konkret sieht das Paket 425 Millionen US-Dollar für die Modernisierung von 13 Kohlekraftwerken vor. Weitere 75 Millionen Dollar sind für die Unterstützung des geplanten Kohleexportterminals West Gateway im kalifornischen Oakland vorgesehen. Zusätzlich finalisiert das Energieministerium bereits angekündigte Mittel von bis zu 350 Millionen Dollar für vier weitere Kohleprojekte, darunter neue Kraftwerke in Alaska und West Virginia.

Nationale Sicherheit als Begründung

Bei einer Veranstaltung im Oval Office, flankiert von Innenminister Doug Burgum, Energieminister Chris Wright sowie den republikanischen Gouverneuren Mark Gordon aus Wyoming und Patrick Morrisey aus West Virginia, erklärte Trump, dass „saubere, schöne Kohle" dazu beitragen werde, die Lebenshaltungskosten für alle Amerikaner zu senken. Die Trump-Administration hat die Energiepolitik als eine Frage der nationalen Sicherheit eingestuft – mit dem Ziel, die Stromversorgung für KI-Rechenzentren zu sichern und die Abhängigkeit von anderen Ländern zu verringern.

Wyomings Gouverneur Gordon, der kürzlich Japan und Taiwan besuchte, betonte die internationale Nachfrage: Die dortigen Staats- und Regierungschefs seien dringend auf Kohle aus Wyoming angewiesen, um ihre eigenen KI-Ambitionen zu unterstützen. Die Eröffnung des kalifornischen Hafenterminals sei „absolut lebensnotwendig" für Wyoming, den größten Kohleproduzenten der USA.

Rich Nolan, CEO der National Mining Association, begrüßte die Finanzierung. Die Mittel würden die Produktion einer Energiequelle stärken, die Verbraucher vor der Volatilität der Energiepreise schütze und gleichzeitig die steigende Stromnachfrage decke. „Die Administration unterstützt diese Strategie mit entschlossenem Handeln im Inland, um Modernisierungen bestehender Energieanlagen zu gewährleisten, sowie an unseren Häfen, um sicherzustellen, dass US-Kohle den weltweiten Bedarf decken kann", so Nolan.

Scharfe Kritik von Umweltschützern

Der Plan stößt auf massiven Widerstand von Umweltorganisationen. Kritiker verweisen darauf, dass Partikelemissionen aus Kohle mit schwerwiegenden Gesundheitsproblemen wie Herz- und Lungenerkrankungen in Verbindung stehen, die das Leben verkürzen und hohe Kosten im Gesundheitssystem verursachen. Patrick Drupp, Direktor für Klimapolitik beim Sierra Club, bezeichnete die Initiative als eine vom Steuerzahler finanzierte Subvention für eine umweltverschmutzende Industrie und kündigte rechtliche Schritte an.

„Es ist abscheulich und verwerflich, dass der Präsident der Vereinigten Staaten unsere Steuergelder an tödliche und teure Kohlekraftwerke verschenkt", sagte Drupp. Der Sierra Club will die Initiative vor Gericht bekämpfen.

Kohle auf dem Rückzug – trotz politischer Rückendeckung

Die wirtschaftliche Realität der Kohleindustrie bleibt trotz der politischen Unterstützung herausfordernd. Kohle, die im Jahr 1990 noch für mehr als die Hälfte der US-Stromerzeugung verantwortlich war, liefert heute weniger als ein Fünftel des amerikanischen Stroms. Energieversorger sind in den vergangenen Jahren zunehmend auf günstigeres Erdgas und erneuerbare Energiequellen umgestiegen.

Auch Trumps bisherige Bemühungen, die Branche zu stärken, haben wenig bewirkt: Trotz der Rücknahme zahlreicher Umweltauflagen ist die Zahl der Kohlearbeiter nicht gestiegen. Laut der St. Louis Fed sank die Zahl der beschäftigten US-Bergleute von rund 51.500 im Jahr 2017 auf etwa 39.800 im vergangenen Jahr – ein Rückgang von mehr als 22 Prozent. Ob das neue Milliardenpaket diesen strukturellen Trend umkehren kann, bleibt fraglich.

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