Mongolei überholt Indonesien als Chinas größter Kohlelieferant im April
Chinas Kohleimporte aus der Mongolei stiegen im April um 61% – und verdrängten damit erstmals Indonesien vom Spitzenplatz.

Chinas Kohleimporte aus der Mongolei sind im April um 61% gestiegen und haben damit Indonesien als wichtigsten Lieferanten des Monats überholt. Die Mongolei lieferte 11,33 Millionen Tonnen Kohle über die gemeinsame Grenze – und verdrängte damit knapp Indonesien, das mit 11,12 Millionen Tonnen einen Rückgang von 22% gegenüber dem Vorjahr verzeichnete. Dies geht aus aktuellen Daten der chinesischen Zollbehörde hervor.
Indonesien gilt traditionell als weltweit größter Kohleexporteur und war über Jahre hinweg der wichtigste Kohlelieferant Chinas. Der Rückgang im April ist damit ein bemerkenswertes Signal für eine mögliche Verschiebung der Handelsströme in der Region. Für das Gesamtjahr bleibt Indonesien jedoch noch vorne: In den ersten vier Monaten 2025 lieferte das südostasiatische Land 61,43 Millionen Tonnen, verglichen mit 39,37 Millionen Tonnen aus der Mongolei.
Wettbewerbsfähigkeit indonesischer Kohle schwindet
Als Hauptgrund für den Rückgang der indonesischen Lieferungen gilt die gesunkene Wettbewerbsfähigkeit auf dem chinesischen Küstenmarkt. „Eine höhere Inlandsproduktion und niedrigere lokale Kohlepreise haben die Wettbewerbsfähigkeit importierter indonesischer Ladungen mit niedrigem Brennwert auf dem chinesischen Küstenmarkt verringert", erklärte die maritime Analyseplattform Signal Ocean in einer Mitteilung.
Zusätzliche Unsicherheit entsteht durch einen neuen politischen Vorstoß Indonesiens: Präsident Prabowo Subianto stellte am Mittwoch einen umfassenden Plan vor, die Exporte von Kohle sowie anderen wichtigen Rohstoffen wie Palmöl unter einem staatlichen Unternehmen zu zentralisieren. Ziel sei eine stärkere Kontrolle über die Preisgestaltung. Anleger reagierten beunruhigt auf den Plan, der erhebliche Auswirkungen auf die künftigen Liefermengen haben könnte.
Auch Russland und Australien verlieren Marktanteile
Nicht nur Indonesien verlor Marktanteile in China. Auch die Importe aus Russland und Australien, den dritt- und viertgrößten Lieferanten, gingen im April deutlich zurück – um 30% beziehungsweise 39% im Jahresvergleich. Diese Rückgänge spiegeln einen übergeordneten Trend wider: China drosselt seine Kohleimporte insgesamt.
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Zur AktienanalyseChinas gesamte Kohleimporte fielen im April um 14% auf 33,1 Millionen Tonnen. Seit Jahresbeginn lagen die kumulierten Importe bei 149,4 Millionen Tonnen – ein Rückgang von 2,1% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die steigende heimische Kohleproduktion und sinkende Inlandspreise machen Importkohle für chinesische Abnehmer zunehmend weniger attraktiv.
Die Entwicklung zeigt, wie stark geopolitische, wirtschaftliche und regulatorische Faktoren die globalen Rohstoffmärkte beeinflussen. Für deutsche Investoren, die in Bergbau- oder Energieunternehmen mit Exposure gegenüber dem asiatischen Kohlehandel engagiert sind, lohnt es sich, diese Verschiebungen im Blick zu behalten – insbesondere angesichts der möglichen Folgen der indonesischen Exportzentralisierung.


