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Tokio ist dank schwachem Yen die günstigste Metropole weltweit

Der schwache japanische Yen macht Tokio laut einer Investmentbank zum günstigsten Pflaster der Welt – vorerst.

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Tokio ist dank schwachem Yen die günstigste Metropole weltweit

Tokio ist die günstigste Großstadt der Welt. Zu diesem Ergebnis kommt das jährliche Ranking einer Investmentbank, das die Lebenshaltungskosten in den bedeutendsten Metropolen miteinander vergleicht. Der Hauptgrund: der japanische Yen, der seit Jahren zu den schwächsten Währungen der Welt zählt.

Die Kaufkraftparität des Yen hat sich seit 2012 mehr als halbiert. Das bedeutet: Wer mit einer starken Fremdwährung – etwa dem Euro oder dem US-Dollar – nach Japan reist oder dort lebt, bekommt für sein Geld deutlich mehr als noch vor gut einem Jahrzehnt. Für japanische Verbraucher hingegen bedeutet die schwache Währung steigende Importpreise und einen schleichenden Kaufkraftverlust.

Besonders deutlich zeigt sich der Währungseffekt beim Wohnen. Die Mietkosten für eine Drei-Zimmer-Wohnung in Tokio belaufen sich auf etwa ein Viertel des New Yorker Niveaus. Wer also aus New York nach Tokio zieht, zahlt für vergleichbaren Wohnraum nur einen Bruchteil dessen, was er in der amerikanischen Metropole gewohnt ist.

Tokio schlägt sogar New York beim iPhone-Preis

Ein weiteres anschauliches Beispiel liefert der Technologiemarkt. Unter Berücksichtigung der jeweiligen Steuern ist Tokio der weltweit günstigste Ort für den Kauf eines iPhones. Dieses Detail verdeutlicht, wie stark der schwache Yen die Preise für internationale Konsumgüter in Japan nach unten drückt – zumindest aus der Perspektive ausländischer Käufer.

Der Titel „günstigste Metropole der Welt" ist für Tokio allerdings mit einem Fragezeichen versehen. Schon der Originaltitel des Rankings weist darauf hin, dass dieser Status möglicherweise nicht von Dauer ist. Die Währungsmärkte sind volatil, und eine Erholung des Yen – etwa durch Zinserhöhungen der Bank of Japan – könnte das Bild rasch verändern.

Was bedeutet das für deutsche Anleger und Reisende?

Für deutsche Privatanleger und Reisende bietet die aktuelle Situation gleich mehrere Perspektiven. Wer einen Japanurlaub plant, profitiert derzeit von günstigen Wechselkursen. Gleichzeitig sollten Anleger, die in japanische Aktien oder Fonds investiert sind, das Währungsrisiko im Blick behalten: Ein erstarkender Yen würde zwar die Kaufkraft in Japan erhöhen, könnte aber gleichzeitig die in Euro umgerechneten Renditen beeinflussen.

Die Entwicklung des Yen bleibt damit nicht nur für Touristen und Expats relevant, sondern auch für alle, die ihr Portfolio international ausrichten. Das Ranking der Investmentbank liefert einen eindrucksvollen Beleg dafür, wie stark Wechselkurse die realen Lebenshaltungskosten in einer der größten Städte der Welt beeinflussen können – und wie schnell sich dieses Bild wieder verschieben kann.

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