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Deutsche Bank warnt: Geopolitik und KI machen Dollar riskanter

Analysten der Deutschen Bank sehen eine „langfristige Rotation" bei der US-Defizitfinanzierung – mit erheblichen Folgen für den Greenback.

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Deutsche Bank warnt: Geopolitik und KI machen Dollar riskanter

Der US-Dollar wird laut Analysten der Deutschen Bank zunehmend riskanter. Geopolitische Verwerfungen und der Boom bei Technologieaktien verändern die Struktur der amerikanischen Defizitfinanzierung grundlegend – mit potenziell weitreichenden Konsequenzen für die weltweite Leitwährung.

In einer am Donnerstag veröffentlichten Analyse schreiben die Devisenstrategen der Deutschen Bank von einer „wichtigen langfristigen Rotation" bei der Art und Weise, wie die USA ihr Haushaltsdefizit finanzieren. Der Dollar werde dadurch „riskanter und stärker an die Entwicklung von KI gekoppelt", so das Fazit der Experten.

Ausländische Investoren meiden US-Staatsanleihen

Ein zentraler Befund der Analyse: Der Appetit des ausländischen offiziellen Sektors auf US-Dollar-Schuldtitel hat spürbar nachgelassen. „Geopolitische Brüche haben den langfristigen Appetit des ausländischen offiziellen Sektors auf USD-Schuldtitel beeinträchtigt", schreiben die Analysten. Gemeint sind damit vor allem Zentralbanken und staatliche Investoren aus aller Welt, die traditionell große Mengen amerikanischer Staatsanleihen halten.

Dieser Trend könnte sich laut Deutscher Bank noch verstärken. Der Grund: Viele Länder bauen derzeit strategische Autonomie in Bereichen wie Verteidigung und Energie auf. Dies könnte dazu führen, dass sie auf in US-Dollar gehaltene Ersparnisse zurückgreifen müssen – und damit weniger Kapital für den Kauf amerikanischer Schuldpapiere zur Verfügung steht.

Gleichzeitig zieht der US-Technologiesektor massiv privates Kapital aus dem Ausland an. Ausländische Privatanleger investieren verstärkt in amerikanische Aktien – angetrieben vom KI-Boom und den damit verbundenen Kursgewinnen. Die Deutsche Bank stellt dabei eine historisch einmalige Entwicklung fest: „Die Kluft zwischen den steigenden Netto-Aktienzuflüssen in die USA und den sinkenden Zuflüssen in Schuldtitel war noch nie so groß."

Vom schuldenbasierten zum eigenkapitalbasierten Dollar

Die Strategen der Deutschen Bank beobachten zudem eine wachsende Divergenz zwischen der sich verschlechternden Haushaltslage der USA und den florierenden Unternehmensbilanzen. Während der Staat immer tiefer in die Schulden gerät, wachsen die Gewinne der großen Technologiekonzerne rasant.

Künstliche Intelligenz könnte diese Diskrepanz laut den Analysten weiter beschleunigen. Unternehmen werden wohlhabender, während der Umverteilungsdruck auf die Regierungen zunimmt. Die Folge: Der Dollar wandelt sich von einer schuldenbasierten hin zu einer eigenkapitalbasierten Finanzierung – was ihn „sowohl riskanter als auch stärker an die Entwicklung von KI gekoppelt" macht.

Für deutsche Privatanleger ist diese Analyse von besonderer Bedeutung. Wer in US-Dollar-Anlagen investiert – sei es in amerikanische Aktien, Anleihen oder ETFs – sollte das veränderte Risikoprofil der Weltleitwährung im Blick behalten. Eine stärkere Abhängigkeit des Dollars von der KI-Entwicklung bedeutet: Schwächelt der Technologiesektor, könnte auch der Greenback unter Druck geraten. Die Zeiten, in denen der Dollar als schlichter „sicherer Hafen" galt, könnten sich dem Ende nähern.

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