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Deutsche Bank: Drei Kernpunkte zur langfristigen Dollar-Entwicklung

Strukturelle Verschiebungen, Technologie und Geopolitik verändern laut einer neuen Research-Note der Deutschen Bank die Aussichten für den US-Dollar.

• 2 Min
Deutsche Bank: Drei Kernpunkte zur langfristigen Dollar-Entwicklung

Die Deutsche Bank hat in einer aktuellen Research-Note drei zentrale Faktoren identifiziert, die die langfristige Entwicklung des US-Dollars maßgeblich beeinflussen werden. Im Mittelpunkt stehen strukturelle Verschiebungen in den globalen Kapitalströmen, technologische Innovationen sowie geopolitische Entwicklungen. Die Analyse liefert wichtige Orientierungspunkte für Investoren, die den Dollar-Kurs im Blick behalten.

Ein zentrales Thema der Note betrifft die veränderte Finanzierung des amerikanischen Leistungsbilanzdefizits. Die Nachfrage ausländischer staatlicher Stellen nach US-Schuldtiteln hat sich infolge zunehmender geopolitischer Spannungen spürbar abgeschwächt. Gleichzeitig haben Investitionen in US-Technologieunternehmen erhebliche Aktienzuflüsse von globalen Anlegern angezogen.

Die Divergenz zwischen sinkenden offiziellen Käufen von auf Dollar lautenden Anleihen und steigenden privaten Aktienzuflüssen hat laut dem Bericht Rekordniveau erreicht. Das macht den Dollar zunehmend abhängig von risikosensitivem Kapital – anstatt von der traditionellen Nachfrage nach Reservewährungen. Für Anleger bedeutet das eine strukturell höhere Volatilität des Greenbacks in Stressphasen an den Märkten.

Blockchain und Renminbi als Gegenpole

Die Deutsche Bank hebt zudem zwei gegensätzliche Trends hervor, die sich in den USA und Asien abzeichnen. Gespräche mit Investoren an der US-Westküste konzentrierten sich demnach auf Blockchain-Technologie und Tokenisierung – Entwicklungen, die die Barrieren für Investitionen in amerikanische Finanzanlagen weiter senken könnten. Dies würde den Zufluss privaten Kapitals in US-Märkte langfristig begünstigen.

In Asien hingegen richtet sich das Augenmerk auf Chinas Bemühungen, die internationale Nutzung des Renminbi auszuweiten. Laut der Research-Note wird dieser Trend in vielen westlichen Märkten nach wie vor unterschätzt. Beide Entwicklungen haben das Potenzial, die globalen Kapitalströme in den kommenden Jahren grundlegend neu zu gestalten.

Asiatische Währungen stark unterbewertet

Ein weiterer Kernpunkt der Analyse betrifft die Bewertung asiatischer Währungen. Der Bericht identifiziert Asien als Heimat vieler der am stärksten unterbewerteten Währungen weltweit. Sechs der zehn günstigsten Währungen in den Bewertungsmodellen der Deutschen Bank befinden sich in dieser Region – darunter mehrere bedeutende Industrienationen.

China wird dabei weiterhin eine wichtige Rolle an den regionalen Devisenmärkten zugeschrieben, während der geopolitische Druck aus Europa zunimmt. Größere Unsicherheit besteht laut der Note in Bezug auf Japan: Anleger beobachten genau, wie der Yen auf die industrie-, fiskal- und wirtschaftspolitische Agenda der japanischen Regierung reagiert. Der Yen gilt als besonders sensibel gegenüber politischen Weichenstellungen in Tokio.

Die Research-Note schließt mit dem Fazit, dass Investoren den sich entwickelnden globalen Kapitalströmen mehr Aufmerksamkeit schenken sollten. Das alleinige Vertrauen auf traditionelle Treiber der Dollar-Entwicklung reiche in einem sich verändernden geopolitischen und technologischen Umfeld nicht mehr aus. Für deutsche Privatanleger mit Engagements in US-Aktien oder Dollar-denominierten Anleihen sind diese strukturellen Verschiebungen besonders relevant.

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