Citi wird taktisch bearish für das Pfund vor Burnham-Ernennung
Die US-Großbank sieht nach dem 20. Juli Aufwärtspotenzial für den Euro gegenüber dem britischen Pfund.

Die Citibank positioniert sich taktisch bärisch gegenüber dem britischen Pfund und sieht Potenzial für eine Ausweitung der Euro-Gewinne in Richtung der Marke von 0,8450 bis 0,85 im Währungspaar EURGBP. Fundamental hält die Bank bereits eine bärische Haltung gegenüber dem Pfund aufrecht. Entscheidend sei dabei das richtige Timing, da Short-Positionen im GBP aufgrund hoher Carry-Kosten entsprechende Katalysatoren benötigten.
Als einen solchen Katalysator identifiziert Citi den geplanten Regierungswechsel in Großbritannien: Nach dem 20. Juli wird Andy Burnham voraussichtlich offiziell zum Premierminister ernannt. Die Bank verweist auf ein historisches Muster, das diesen Zeitpunkt besonders relevant macht.
Historisches Muster nach dem Brexit
Citi wies darauf hin, dass bei allen vier Regierungswechseln nach dem Brexit eine Aufwärtsbewegung beim Währungspaar EURGBP zu beobachten war. Die Erklärung der Bank: Der Optimismus im Vorfeld der Amtsübernahme eines neuen Regierungschefs ist bei dessen Amtsantritt bereits vollständig eingepreist. Dies lasse Raum für Enttäuschungen, sobald die politische Realität einkehre und erste konkrete Entscheidungen getroffen werden müssten.
Der Markt hat Burnhams bisherige Äußerungen zur Beibehaltung der britischen Fiskalregeln positiv aufgenommen. Das Pfund profitierte zuletzt von dieser wahrgenommenen Haushaltsdisziplin. Dennoch betont Citi, dass weiterhin große Unsicherheit darüber bestehe, welche konkreten Schritte Burnham nach seiner Ernennung unternehmen werde.
Offene Fragen rund um den Regierungswechsel
Eine zentrale Unbekannte ist laut Citi, ob Burnham Rachel Reeves als Schatzkanzlerin im Amt belassen wird. Diese Personalentscheidung könnte erheblichen Einfluss auf die Marktreaktion haben, da Reeves für eine als marktstabil geltende Fiskalpolitik steht. Solche Unsicherheiten sind typisch für Regierungswechsel und können zu erhöhter Volatilität im Pfund führen.
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Zur AktienanalyseCiti empfiehlt Investoren konkret, etwaige Kursrücksetzer bei EURGBP in den kommenden Tagen – insbesondere in Richtung der Marke von 0,845 bis 0,85 – zu nutzen, um sich taktisch für eine Aufwärtsbewegung des Paares nach dem 20. Juli zu positionieren. Laut der Bank erscheint das Währungspaar im Vergleich zu den relativen Zinssätzen derzeit unterbewertet, was zusätzliches Aufwärtspotenzial für den Euro gegenüber dem Pfund signalisiere.
Für deutsche Anleger und Devisenmarktteilnehmer ist die Entwicklung des EURGBP-Paares von besonderem Interesse, da Großbritannien trotz des Brexits ein wichtiger Handelspartner der Eurozone bleibt. Politische Unsicherheiten auf der Insel schlagen sich regelmäßig in der Pfund-Entwicklung nieder – ein Muster, das Citi nun erneut für eine taktische Positionierung nutzen möchte.


