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Tech-Aktien günstig bewertet: Was die Berichtswoche für Anleger bedeutet

Big Tech handelt historisch günstig – und eine starke Berichtssaison könnte dem Aktienmarkt weiteren Auftrieb verleihen.

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Tech-Aktien günstig bewertet: Was die Berichtswoche für Anleger bedeutet

„Günstig" und „Tech" sind Begriffe, die an der Wall Street selten im selben Satz fallen. Doch genau das stellt Barclays-Stratege Venu Krishna fest: Große Technologiewerte werden derzeit mit dem rund 26-Fachen der erwarteten Gewinne gehandelt. Das klingt zunächst teuer – ist es im historischen Vergleich aber nicht.

Zwar liegt dieses Bewertungsniveau technisch gesehen über dem des breiten S&P 500, der mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 21 gehandelt wird. Doch in Relation zur Bewertungshistorie des letzten Jahrzehnts befindet sich Big Tech lediglich im 14. Perzentil. Mit anderen Worten: In neun von zehn Jahren der vergangenen Dekade war der Sektor relativ gesehen teurer als heute.

Starke Berichtssaison als Rückenwind

Diese historisch niedrigen Bewertungen treffen auf eine bemerkenswert starke Berichtssaison. Von den mehr als 80 Unternehmen im S&P 500, die bislang ihre aktuellen Quartalszahlen veröffentlicht haben, übertrafen laut Daten des Analysehauses FactSet fast 85 Prozent die Gewinnerwartungen der Analysten. Das ist ein überdurchschnittlich gutes Ergebnis und signalisiert eine robuste Ertragslage der US-Wirtschaft.

Besonders spannend wird die kommende Woche: Mit Meta Platforms, Alphabet, Amazon und Apple stehen gleich vier der schwergewichtigsten Technologiekonzerne der Welt mit ihren Quartalszahlen in den Startlöchern. Ihre Ergebnisse dürften maßgeblich darüber entscheiden, ob der positive Trend der Berichtssaison anhält – und wie der Markt auf die aktuelle Bewertungssituation reagiert.

Die Kombination aus historisch günstigen Bewertungen und einer starken Ertragslage könnte einem Aktienmarkt, der sich trotz weltweiter geopolitischer Unsicherheiten als widerstandsfähig erweist, weiteren Auftrieb verleihen. Krishna von Barclays formuliert es so: „Zusammen mit den überlegenen Margen und der größeren Widerstandsfähigkeit gegenüber energiebedingten Nachfrageschocks bestärkt dieses Bewertungsumfeld unsere Ansicht, dass die USA weiterhin besser positioniert sind als ihre globalen Pendants."

USA besser positioniert als globale Wettbewerber

Der Barclays-Stratege verweist zudem auf die Stärke des US-Konsumenten, der sich bislang weitgehend widerstandsfähig gezeigt hat. Darüber hinaus verzeichneten US-Aktienfonds seit Jahresbeginn Zuflüsse von über 100 Milliarden US-Dollar – ein deutliches Signal, dass institutionelle und private Anleger weiterhin auf den amerikanischen Markt setzen.

Vor diesem Hintergrund gibt Krishna ein Kursziel für den S&P 500 zum Jahresende aus: 7.650 Punkte. Gemessen am Schlusskurs vom Dienstag entspricht das einem Aufwärtspotenzial von rund 8,3 Prozent. Für deutsche Anleger, die in US-Aktien oder entsprechende ETFs investiert sind, wäre das eine attraktive Renditeaussicht – wenngleich Währungsrisiken stets zu berücksichtigen sind.

Am frühen Mittwoch steuerten die Aktienmärkte bereits auf eine starke Handelssitzung zu. Als Kurstreiber wirkten dabei die Verlängerung des Waffenstillstands zwischen den USA und dem Iran sowie solide Quartalszahlen von Unternehmen wie Boeing. Die Stimmung an den Märkten bleibt damit trotz anhaltender geopolitischer Risiken konstruktiv – und die bevorstehenden Tech-Ergebnisse könnten für den nächsten Impuls sorgen.

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