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GE Vernova hebt Prognose an – KI-Boom treibt Energienachfrage

Der Energieanlagenbauer profitiert massiv vom Rechenzentrum-Boom und überraschte mit starken Quartalszahlen sowie einer angehobenen Jahresprognose.

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GE Vernova hebt Prognose an – KI-Boom treibt Energienachfrage

GE Vernova hat am Mittwoch seine Jahresprognosen für Umsatz und bereinigte operative Gewinnmarge deutlich angehoben. Der Energieanlagenbauer setzt dabei auf die sprunghaft steigende Nachfrage von Rechenzentren und Netzinfrastruktur. Die Aktie reagierte im vorbörslichen Handel mit einem Kursanstieg von 8,4 Prozent.

Der Hintergrund ist klar: Ein kräftiger Anstieg des Strombedarfs – insbesondere durch energieintensive Rechenzentren im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz – kurbelt die Aufträge für Gasturbinen und Netzausrüstung massiv an. Dies stärkt das Kerngeschäft des Unternehmens, während die Windkraftsparte weiterhin mit erheblichen Schwierigkeiten zu kämpfen hat.

Angehobene Prognose für 2026

Für das Gesamtjahr 2026 erwartet GE Vernova nun einen Umsatz zwischen 44,5 Milliarden und 45,5 Milliarden US-Dollar. Die bisherige Prognose lag bei 44 bis 45 Milliarden Dollar. Die bereinigte EBITDA-Marge soll nun 12 bis 14 Prozent erreichen, nach zuvor prognostizierten 11 bis 13 Prozent. Analysten hatten laut LSEG-Daten im Durchschnitt einen Umsatz von 44,5 Milliarden Dollar und eine Marge von 13,7 Prozent erwartet.

CEO Scott Strazik erklärte, das Unternehmen rechne bis zum Jahresende mit einem kombinierten Bestand an Gasturbinen-Aufträgen und Slot-Reservierungsvereinbarungen von mindestens 110 Gigawatt (GW). Dies unterstreicht die enorme Nachfragedynamik im Bereich der konventionellen Stromerzeugung.

Kraftwerk- und Elektrifizierungssparte als Wachstumstreiber

Der operative Gewinn der Kraftwerkssparte stieg im ersten Quartal um beeindruckende 57 Prozent auf 811 Millionen US-Dollar. Gestützt wurde dieses Ergebnis durch höhere Preise, die Auslieferung von Gasturbinen sowie Aktivitäten im Bereich nuklearer Dienstleistungen.

Noch stärker zeigte sich die Elektrifizierungssparte: Der operative Gewinn verdoppelte sich mehr als auf 528 Millionen US-Dollar. Treiber war die sprunghaft gestiegene Nachfrage nach Transformatoren, Schaltanlagen und Netzsystemen – vor allem in Nordamerika und Asien. Insgesamt wies GE Vernova für das erste Quartal ein bereinigtes operatives Ergebnis von 896 Millionen Dollar aus, während Analysten lediglich mit 777,2 Millionen Dollar gerechnet hatten.

Windkraft bleibt Belastungsfaktor

Das Windsegment hingegen bleibt ein deutlicher Belastungsfaktor für das Unternehmen. Der Umsatz sank im ersten Quartal aufgrund schwächerer Auslieferungen von Onshore-Turbinen um 23 Prozent. Die Verluste weiteten sich auf rund 382 Millionen US-Dollar aus.

Auf der Offshore-Seite vermeldete GE Vernova dennoch einen Fortschritt: Das Unternehmen gab bekannt, alle verbleibenden Windturbinen beim Projekt Vineyard Wind in Massachusetts installiert zu haben. Im Januar hatte ein US-Richter den vorübergehenden Baustopp der Trump-Administration aufgehoben und damit den Weg für den Abschluss des Projekts freigemacht.

Zölle als Risikofaktor

Trotz der positiven Gesamtentwicklung warnt GE Vernova vor den Auswirkungen globaler Handelszölle. Das Unternehmen rechnet damit, dass diese im Jahr 2026 Kosten in Höhe von 250 bis 350 Millionen US-Dollar verursachen werden. Für deutsche und europäische Investoren ist dies ein relevanter Faktor, da Handelskonflikte die globalen Lieferketten im Energiesektor weiterhin belasten könnten.

GE Vernova wurde erst 2024 als eigenständiges Unternehmen aus dem General-Electric-Konzern ausgegliedert und hat sich seitdem als einer der führenden Anbieter von Energieanlagen und Netzinfrastruktur weltweit positioniert. Der aktuelle KI-getriebene Strombedarf verleiht dem Unternehmen einen strukturellen Rückenwind, der sich in den Quartalszahlen deutlich widerspiegelt.

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