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Conagra mit 9,4% Rendite: Warum Target die bessere Dividendenaktie ist

Eine hohe Dividendenrendite kann trügerisch sein – Conagra Brands zeigt, warum ein Kurseinbruch von 42% alles zunichte macht.

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Conagra mit 9,4% Rendite: Warum Target die bessere Dividendenaktie ist

Einkommensinvestoren, die auf der Suche nach attraktiven Dividendenrenditen sind, könnten derzeit von Conagra Brands (CAG) angelockt werden. Der US-amerikanische Lebensmittelkonzern bietet eine Dividendenrendite von beeindruckenden 9,4% – ein Wert, der auf den ersten Blick verlockend wirkt. Doch hinter dieser Zahl verbirgt sich eine ernüchternde Realität: Die Aktie ist im vergangenen Jahr um rund 42% eingebrochen und hat in diesem Monat sogar ein 17-Jahres-Tief erreicht.

Was auf dem Papier wie ein lukrativer Ertragsbringer aussieht, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als Warnsignal. Eine hohe Dividendenrendite entsteht oft nicht durch steigende Ausschüttungen, sondern durch einen fallenden Aktienkurs – genau das ist bei Conagra der Fall. Für deutsche Privatanleger, die auf stabile Erträge setzen, ist diese Unterscheidung entscheidend.

Die strukturellen Probleme bei Conagra

Die Schwierigkeiten des Konzerns sind fundamental. Der Umsatz sinkt bereits das dritte Geschäftsjahr in Folge, das operative Ergebnis geht im zweiten Jahr hintereinander deutlich zurück. Hinzu kommen Goodwill-Abschreibungen in neunstelliger Höhe in drei der letzten vier Jahre – ein klares Zeichen dafür, dass frühere Übernahmen nicht den erhofften Wert geliefert haben.

Besonders besorgniserregend ist die Entwicklung der Bruttomarge, die sich auf einem 14-Jahres-Tief befindet. Conagra fehlt die sogenannte Preiselastizität, also die Fähigkeit, gestiegene Kosten durch Inflationsdruck an die Kunden weiterzugeben. Zwar tritt im Juni eine neue Führungskraft an, doch die strukturellen Herausforderungen dürften schwer zu bereinigen sein.

Ein weiterer Belastungsfaktor ist der wachsende Trend rund um GLP-1-Präparate und andere Abnehmmedikamente. Diese führen dazu, dass Konsumenten schlicht weniger essen – was direkt auf den Absatz von Conagras Produkten drückt. Analysten erwarten für das laufende Jahr einen Gewinn von lediglich 1,70 US-Dollar je Aktie, während die geplanten Ausschüttungen bei 1,40 US-Dollar je Aktie liegen. Die Ausschüttungsquote ist damit gefährlich hoch. Conagra hat Dividendenerhöhungen bereits 2023 eingestellt, und selbst die Beibehaltung der aktuellen Dividende gilt als Herausforderung.

Target: Stabilität statt Rendite-Illusion

Als Alternative empfiehlt sich der US-Einzelhändler Target (TGT). Die Dividendenrendite liegt mit 3,5% zwar deutlich niedriger als bei Conagra, ist aber qualitativ auf einem völlig anderen Niveau. Target hat seine Dividende seit 54 aufeinanderfolgenden Jahren erhöht und gehört damit zur exklusiven Gruppe der sogenannten „Dividend Kings" – Unternehmen mit einer besonders langen und verlässlichen Ausschüttungshistorie.

Die Ausschüttungsquote von Target liegt bei moderaten 58%, basierend auf dem Mittelwert der aktuellen Gewinnprognosen. Das Unternehmen befindet sich zwar noch mitten in einem Turnaround-Prozess, doch der Markt reagiert positiv: Die Target-Aktie ist um 35% gestiegen, seit ein neuer CEO die Anleger mit seiner Strategie überzeugt. Target ist damit eine von nur drei Aktien im S&P 500, die eine Rendite von über 3% aufweisen und gleichzeitig in diesem Jahr um mindestens 30% gestiegen sind.

Auch beim Thema Abnehmmedikamente zeigt sich Target robuster als Conagra. Zwar verkauft auch Target Lebensmittel, doch Kunden, die durch GLP-1-Präparate an Gewicht verlieren, müssen ihre Garderobe entsprechend anpassen – und kaufen neue Kleidung. Dieses Geschäftsmodell federt den Trend deutlich besser ab.

Fazit: Renditesignale richtig lesen

Für Dividendeninvestoren gilt: Eine hohe Rendite allein ist kein Qualitätsmerkmal. Wer bei Conagra auf eine stabile Einkommensquelle hofft, riskiert weitere Kursverluste und möglicherweise eine Dividendenkürzung. Target bietet zwar eine geringere Rendite, dafür aber eine solide Bilanz, eine jahrzehntelange Ausschüttungshistorie und eine positive Kursdynamik. Im direkten Vergleich ist die Wahl für sicherheitsorientierte Anleger eindeutig.

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