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Südkoreas 350-Milliarden-Dollar-Investition in USA verzögert sich

Die geplante Mega-Investition Südkoreas in strategische US-Sektoren wird frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2025 beginnen. Finanzminister Koo Yun-cheol begründet dies mit komplexen Planungsprozessen und der aktuellen Schwäche des Won.

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Südkoreas 350-Milliarden-Dollar-Investition in USA verzögert sich

Südkoreas ambitioniertes Investitionsprogramm in Höhe von 350 Milliarden US-Dollar in den USA wird sich deutlich verzögern. Finanzminister Koo Yun-cheol erklärte gegenüber Reuters, dass ein Start in der ersten Jahreshälfte 2025 unwahrscheinlich sei. Die Verzögerung entlastet zunächst den unter Druck stehenden südkoreanischen Won.

Das Investitionspaket ist Teil eines Handelsabkommens zwischen Seoul und Washington vom November 2024. Im Gegenzug für reduzierte US-Zölle auf südkoreanische Importe verpflichtete sich das Land zu Investitionen von 350 Milliarden Dollar in strategische US-Sektoren. Die jährlichen Dollar-Abflüsse wurden dabei auf 20 Milliarden Dollar begrenzt.

Komplexe Planungsprozesse verzögern Start

"Selbst wenn beispielsweise ein Kernkraftwerk ausgewählt wird, sind Prozesse wie die Standortsuche, die Planung und der Bau erforderlich", erläuterte Koo die Gründe für die Verzögerung. Die anfänglichen Kapitalabflüsse könnten daher deutlich geringer ausfallen als ursprünglich geplant. "Angesichts der aktuellen Devisensituation kann zumindest in diesem Jahr nicht viel investiert werden."

Die südkoreanische Regierung plant, das Parlament ab Februar mit der Prüfung eines Gesetzentwurfs zur Einrichtung eines Sonderfonds zu beauftragen. Konkrete Projekte wurden noch nicht festgelegt, könnten aber Kernkraftwerke umfassen, wie US-Handelsminister Howard Lutnick andeutete.

Won unter massivem Abwertungsdruck

Der südkoreanische Won bereitet den Behörden in Seoul zunehmend Sorgen. Die Währung notierte am Freitag nahe einem 16-Jahres-Tief von 1.473,8 zum Dollar und hat in diesem Jahr bereits über zwei Prozent an Wert verloren. Damit nähert sich der Won Niveaus, die seit der globalen Finanzkrise 2007-2009 nicht mehr erreicht wurden.

"Es ist wahr, dass der Abwertungsdruck am Devisenmarkt etwas größer ist, als wir dachten", räumte Finanzminister Koo ein. Er warnte Händler eindringlich davor, die Entschlossenheit der Behörden auf die Probe zu stellen. "Das ist nichts, was wir tolerieren werden."

Die Währungsschwäche steht im Kontrast zur starken Wirtschaftsleistung: Die Exporte florieren und der südkoreanische Aktienmarkt legte im vergangenen Jahr um 76 Prozent zu. Dennoch belastet der Won die Planung der großen Dollar-Investitionen in die USA erheblich.

Koordination mit Washington

US-Finanzminister Scott Bessent äußerte sich am Mittwoch zur Lage des Won. In einem Gespräch mit Koo betonte er, dass die jüngste Abwertung nicht im Einklang mit den wirtschaftlichen Fundamentaldaten Südkoreas stehe. Koo erklärte, die USA schätzten die Bemühungen Seouls, eine weitere Abwertung zu verhindern.

Die südkoreanische Regierung hat bereits mehrere Maßnahmen zur Stabilisierung des Won ergriffen. Dazu gehören die Aufforderung an den Nationalen Pensionsfonds, Dollar zu verkaufen, und die Anregung an Exporteure, mehr Auslandseinnahmen in Won umzuwandeln. Bisher konnten diese Schritte die Währung jedoch nicht weit von der psychologisch wichtigen Marke von 1.500 zum Dollar wegbewegen.

Zinsdifferenz belastet Währung

Koo führt die gestiegene Dollar-Nachfrage auch auf den Appetit koreanischer Investoren auf ausländische Aktien zurück. Die Zinsdifferenz zu den USA ist auf zwei Prozentpunkte angestiegen – der größte Abstand seit 1999. Dies macht Dollar-Anlagen für südkoreanische Anleger besonders attraktiv und erhöht den Druck auf den Won zusätzlich.

Die Regierung kündigte an, die kürzlich vorgestellten marktstabilisierenden Maßnahmen rasch umzusetzen. Herdenverhalten an den Märkten könnte den Won weiter nach unten drücken, warnte der Finanzminister. Unsicherheit besteht zudem über ein erwartetes US-Gerichtsurteil zu Trumps Zöllen, das den Prozess beeinflussen könnte.

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