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Streit um Zukunft der Antriebe in Europa

Autobosse und Politik ringen über Verbrennerverbot, Subventionen und Planungssicherheit

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Streit um Zukunft der Antriebe in Europa

Das geplante Verbot von Neuzulassungen für Verbrennungsmotoren ab 2035 sorgt in der europäischen und deutschen Autoindustrie für zunehmende Spannungen. Während Audi-Chef Gernot Döllner klar auf Elektromobilität setzt und sie als „bessere Technologie“ bezeichnet, stellt sich Mercedes-Chef Ola Källenius gegen ein starres Festhalten an dem Vorhaben. Der Präsident des europäischen Autoindustrieverbands ACEA fordert „mehr Flexibilität“ und warnt vor einem Verlust von Akzeptanz und Arbeitsplätzen, wenn Hybride und effiziente Verbrenner ausgeschlossen werden. Unterstützung erhält er von Philipp von Hirschheydt, Vorstandschef des Zulieferers Aumovio SE, der ein Überdenken des Verbrenner-Aus anmahnt.

Döllner betont hingegen, dass das Elektroauto nicht nur aus Gründen des Klimaschutzes, sondern auch technologisch überlegen sei. Die anhaltende Diskussion um eine Verlängerung der Verbrenner-Technologie sei kontraproduktiv und verunsichere Kunden. Statt staatlicher Hilfen fordert er Planungssicherheit und langfristige Rahmenbedingungen, die verlässlich seien. Auch BMW-Finanzvorstand Walter Mertl spricht sich gegen Kaufanreize durch Subventionen aus. Er verweist darauf, dass der Nachfrageeinbruch nach der Streichung von Förderungen Ende 2023 gezeigt habe, dass künstliche Preisanreize nicht nachhaltig wirken. Investitionen in die Infrastruktur hält er dagegen für sinnvoll.

Die Frage staatlicher Unterstützung bleibt innerhalb der Branche umstritten. Källenius drängt auf niedrigere Strompreise an Ladesäulen und steuerliche Vorteile für Käufer, um den Absatz von Elektrofahrzeugen anzukurbeln. Döllner und Mertl lehnen solche Eingriffe ab und verweisen auf die Eigenverantwortung der Industrie. Einig sind sich die Akteure lediglich darin, dass die Automobilbranche in einer kritischen Phase steht und ein klarer politischer Rahmen nötig ist, um Investitionen verlässlich planen zu können.

Parallel zur Debatte auf Unternehmensebene wird auch politisch um den Kurs gerungen. In Brüssel treffen sich Spitzenvertreter der europäischen Autoindustrie mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zu einem weiteren Krisengespräch. Es ist bereits das dritte Treffen dieser Art in diesem Jahr und Teil des „Strategischen Dialogs über die Zukunft der Automobilindustrie“. In Deutschland fordern Unionspolitiker wie Steffen Bilger und Alexander Hoffmann die Abschaffung des Verbrennerverbots. Sie plädieren für Technologieoffenheit und sehen die Verpflichtung zu emissionsfreien Neuzulassungen als Hindernis.

Die SPD warnt hingegen vor den Folgen einer Rolle rückwärts. Fraktionsvize Armand Zorn bezeichnet das Infragestellen des Ausstiegs aus dem Verbrenner als Gefahr für die Wettbewerbsfähigkeit und als Signal der Unsicherheit an die Wirtschaft. Fraktionschef Matthias Miersch spricht von „Gift“ für die Branche und verweist auf rechtliche Verpflichtungen im nationalen Klimaschutzgesetz sowie auf europäische Regeln wie den CO₂-Emissionshandel. Ab 2027 soll der Verkehrssektor dort integriert werden, was höhere Spritpreise zur Folge hätte und damit den Betrieb von Verbrennerfahrzeugen weiter verteuern dürfte.

AutoindustrieDeutschlandElektrofahrzeugeVerbrennungsmotor

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