ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

CATL entwickelt neue Batterie für Europa

Produktion vorerst in China geplant

CATL entwickelt neue Batterie für Europa

Der chinesische Batterieproduzent CATL plant eine speziell für Europa entwickelte Akkuzelle und investiert umfangreich in den Ausbau seiner Standorte auf dem Kontinent. Die neue Zellgeneration namens „Shenxing Pro“ basiert auf Lithium-Eisenphosphat-Technologie (LFP) und soll laut Unternehmensangaben Reichweiten von bis zu 758 Kilometern ermöglichen. Auch Schnellladen bei Temperaturen bis minus 20 Grad Celsius ist vorgesehen.

CATL präsentierte die neue Zelle kurz vor Beginn der Automesse IAA in München. Nach Angaben von Europachef Matt Shen sei die Entwicklung auf Anforderungen europäischer Kunden zugeschnitten. Dazu zählen unter anderem höhere Autobahngeschwindigkeiten und längere Lebensdauern bei Leasing- oder Gebrauchtfahrzeugen.

Die Serienfertigung der neuen Akkuzelle ist zunächst in China geplant. Perspektivisch soll jedoch auch eine Produktion in Europa erfolgen. Entscheidend dafür sei die konkrete Nachfrage europäischer Autohersteller, mit denen CATL während der IAA Gespräche führen will.

CATL betreibt in Europa derzeit Werke in Arnstadt (Deutschland), Debrecen (Ungarn) und Zaragoza (Spanien). Insgesamt plant das Unternehmen, dort in den kommenden Jahren rund elf Milliarden Euro zu investieren. In Arnstadt arbeiten etwa 1700 Mitarbeiter. Die Jahreskapazität des Werks liegt bei bis zu 14 Gigawattstunden, produziert werden dort Nickel-Mangan-Cobalt-Akkus – unter anderem für Audi und Porsche.

In Ungarn ist ein Ausbau der Kapazitäten vorgesehen. Derzeit sind 800 Mitarbeiter beschäftigt. Die Zahl soll mittelfristig auf bis zu 9000 steigen. In Spanien arbeitet CATL mit dem Stellantis-Konzern zusammen, dort sind bis zu 50 Gigawattstunden Produktionskapazität geplant. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2026 vorgesehen.

CATL ist laut Daten des Analyseunternehmens SNE Research mit rund 38 Prozent Marktanteil weltweiter Spitzenreiter bei Batteriezellen. Der zweitplatzierte Hersteller BYD kommt demnach auf etwa 17 Prozent.

Im Mai 2025 sammelte CATL über einen Börsengang in Hongkong 4,6 Milliarden US-Dollar ein, unter anderem zur Finanzierung seiner europäischen Aktivitäten. Shen zufolge sind rund 90 Prozent der europäischen Autohersteller Kunden des Unternehmens.

Die Produktionskosten in Europa liegen nach Angaben von Matt Shen bis zu 50 Prozent über dem Niveau in China. Dennoch sei die lokale Fertigung strategisch notwendig – unter anderem wegen geopolitischer Rahmenbedingungen und der Einführung von EU-Zöllen auf chinesische Elektroautos von bis zu 45 Prozent.

Neben der Zellproduktion will CATL auch im Recycling aktiv werden. Das Unternehmen spricht von Rückgewinnungsquoten von über 99 Prozent bei Nickel und Kobalt sowie 94 Prozent bei Lithium. Laut Shen werden derzeit Standorte und Partner für ein europäisches Recyclingnetzwerk geprüft.

Ein weiterer Bereich ist das Batteriewechselsystem, das CATL in China mit rund 400 Wechselstationen betreibt. Bis 2030 sollen dort über 10.000 Stationen entstehen. Für eine Umsetzung in Europa seien laut Shen allerdings einheitliche Standards erforderlich. Bislang setzten europäische Hersteller auf Schnellladenetze; ein einheitliches Wechselakku-System existiert nicht. In China testet CATL die Technik gemeinsam mit einem Mietwagenunternehmen.

Batterien

Disclaimer