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Straße von Hormus: Schiffsverkehr kommt nahezu zum Stillstand

Nur drei Schiffe passierten die kritische Meerenge innerhalb von 12 Stunden – darunter zwei Tanker unter Sanktionen.

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Straße von Hormus: Schiffsverkehr kommt nahezu zum Stillstand

Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist am Montag praktisch zum Erliegen gekommen. Laut Schifffahrtsdaten wurden innerhalb von zwölf Stunden lediglich drei Durchfahrten registriert – ein außergewöhnlich niedriger Wert für eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Die Daten stammen aus Satellitenanalysen des Spezialisten SynMax sowie von der Tracking-Plattform Kpler.

Unter den wenigen Schiffen, die die Meerenge passierten, befand sich der Ölproduktetanker Nero. Das Schiff steht unter britischen Sanktionen, da es in Aktivitäten im Zusammenhang mit russischem Öl verwickelt ist. Der Nero verließ den Persischen Golf und fuhr durch die Straße von Hormus in Richtung offenes Meer.

Sanktionierte Tanker unter den wenigen Durchfahrten

In die entgegengesetzte Richtung – in den Golf hinein – fuhren ein Chemikalientanker sowie ein Flüssiggastanker (LPG). Beide Schiffe passierten die Meerenge unabhängig voneinander. Der LPG-Tanker Axon I stand dabei unter gesonderten US-Sanktionen, die aufgrund von Handelsaktivitäten mit dem Iran verhängt worden waren. Die Tatsache, dass gleich zwei der drei Durchfahrten sanktionierte Schiffe betrafen, unterstreicht die angespannte geopolitische Lage in der Region.

Die Straße von Hormus gilt als eine der strategisch bedeutsamsten Wasserstraßen der Welt. Durch sie wird ein erheblicher Teil des globalen Ölhandels abgewickelt, insbesondere Exporte aus Saudi-Arabien, dem Iran, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Kuwait und dem Irak. Eine dauerhafte Blockade oder Einschränkung des Verkehrs durch diese Meerenge hätte weitreichende Folgen für die globalen Energiemärkte und die Ölpreise.

Waffenstillstand zwischen USA und Iran unter Druck

Der drastische Rückgang des Schiffsverkehrs fällt mit einer erneuten Verschlechterung der Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran zusammen. Ein möglicher Waffenstillstand zwischen beiden Ländern schien am Montag in weite Ferne zu rücken. Die USA erklärten, sie hätten ein iranisches Frachtschiff beschlagnahmt, das versucht habe, eine amerikanische Blockade zu durchbrechen. Teheran reagierte mit der Ankündigung von Vergeltungsmaßnahmen und weigerte sich vorerst, an neuen Friedensgesprächen teilzunehmen.

Der Schiffsmakler Clarksons kommentierte die Lage in einer Mitteilung vom Montag mit deutlichen Worten: „Die letzten Wochen haben mehrere Fehlstarts gebracht, und obwohl eine Form der Einigung zu einem gewissen Zeitpunkt wahrscheinlich ist, bleibt der Zeitpunkt für einen dauerhaften Durchbruch höchst ungewiss." Diese Einschätzung spiegelt die Unsicherheit wider, die derzeit die gesamte Region prägt.

Für Anleger und Energiemärkte bleibt die Entwicklung rund um die Straße von Hormus ein zentraler Beobachtungspunkt. Jede weitere Eskalation zwischen Washington und Teheran könnte den ohnehin stark gedrosselten Schiffsverkehr weiter beeinträchtigen und die Versorgungssicherheit mit Rohöl und Flüssiggas auf den Weltmärkten gefährden.

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