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Ölpreise nach Iran-Konflikt: SocGen vergleicht alle Krisen seit 1956

WTI-Rohöl liegt 24% über dem Niveau vor den ersten US- und israelischen Angriffen auf den Iran – eine Rückkehr zur Normalität ist nicht in Sicht.

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Ölpreise nach Iran-Konflikt: SocGen vergleicht alle Krisen seit 1956

Der Ölmarkt befindet sich seit dem Ausbruch des Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran in einem anhaltenden Ausnahmezustand. Die Preise für West Texas Intermediate (WTI) notieren derzeit rund 24% höher als zu dem Zeitpunkt, als die USA und Israel erstmals Angriffe auf den Iran starteten. Damit liegt das wichtigste amerikanische Rohöl-Benchmark trotz einer Erholung von den Höchstständen der ersten Aprilwoche noch immer deutlich über dem Niveau vor Kriegsbeginn.

Auch der internationale Ölpreis zeigt keine Anzeichen einer raschen Normalisierung. Der Preis für Brent-Rohöl, das als globaler Referenzpreis gilt, ist seit Beginn des Konflikts um rund 17% gestiegen. Brent wird an den internationalen Märkten als Maßstab für die Ölpreisbildung in Europa, Afrika und dem Nahen Osten herangezogen – ein Anstieg in dieser Größenordnung hat spürbare Auswirkungen auf Energiekosten weltweit.

Historischer Vergleich mit Krisen seit 1956

Die Analysten der Société Générale (SocGen) haben den aktuellen Energieschock in einen historischen Kontext eingebettet und ihn mit sämtlichen vergleichbaren Krisen seit 1956 verglichen. Die Geschichte der Energieschocks legt dabei nahe, dass die Ölpreise so bald nicht zur Normalität zurückkehren werden. Dieser Befund ist für Anleger und Verbraucher gleichermaßen bedeutsam, da anhaltend hohe Energiepreise Inflation, Unternehmenskosten und Konsumausgaben belasten.

Der Vergleich mit historischen Krisen ist aufschlussreich: Seit dem Suezkanal-Konflikt von 1956 hat die Welt zahlreiche Ölpreisschocks erlebt – darunter das Ölembargo von 1973, die Iranische Revolution 1979, den Golfkrieg 1990 und den Irakkrieg 2003. In nahezu allen Fällen dauerte es Monate oder sogar Jahre, bis sich die Preise wieder auf das Vorkrisenniveau einpendelten.

Zwar unter Höchstständen, aber weit über Vorkrisenniveau

Bemerkenswert ist, dass die WTI-Preise zwar von den Höchstständen der ersten Aprilwoche zurückgekommen sind, aber nach wie vor erheblich über dem Ausgangsniveau vor Kriegsbeginn liegen. Dies deutet darauf hin, dass der Markt die geopolitischen Risiken weiterhin als strukturell einpreist – und nicht als vorübergehende Erscheinung.

Für deutsche Privatanleger und Verbraucher ist die Entwicklung besonders relevant: Höhere Rohölpreise schlagen sich in der Regel mit einer gewissen Verzögerung in den Benzin- und Heizölpreisen nieder und können die Inflationsentwicklung in der Eurozone beeinflussen. Energieintensive Unternehmen sowie der Transportsektor stehen unter besonderem Druck, wenn die Rohstoffkosten dauerhaft erhöht bleiben.

Die Analyse der SocGen unterstreicht, dass geopolitische Energieschocks historisch gesehen langwierige Marktverzerrungen nach sich ziehen. Anleger sollten daher die Entwicklung der Rohölpreise und die geopolitische Lage im Nahen Osten weiterhin aufmerksam verfolgen.

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