SpaceX und Tesla: Musk prüft Fusion und starke Quartalszahlen
Elon Musk bestätigt Fusionsgespräche zwischen SpaceX und Tesla, während SpaceX starke Quartalszahlen vorlegt und Netflix enttäuscht.

Elon Musk prüft ein ambitioniertes Zusammenführen zweier seiner wichtigsten Unternehmen: SpaceX und Tesla. Wie Musk während der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen von SpaceX mitteilte, sei eine Fusion mit seinem Automobilhersteller eine „gute Idee“. Die Vorstände beider Unternehmen hätten bereits spezielle Ausschüsse gebildet, um eine mögliche Zusammenarbeit zu besprechen. Musk selbst wird an den Gesprächen nicht beteiligt sein, da er als „interessierte Partei“ gilt.
Der Schritt würde Elektroautos, Raketen, Satelliten und Ambitionen im Bereich der künstlichen Intelligenz in derselben Entität zusammenführen. Musk verwies auf potenzielle Kooperationen in den Bereichen Software, Chips und darüber hinaus. Für Beobachter des „Musk-Universums“ erinnert das Vorhaben an die Crossovers im Marvel-Kino, bei denen Figuren aus getrennten Geschichten auf derselben Leinwand zusammenkommen.
SpaceX übertrifft die Erwartungen deutlich
Das Raketenunternehmen meldete für das dritte Quartal einen operativen Gewinn von 2,8 Milliarden Dollar und einen Nettogewinn von 4,4 Milliarden Dollar. Der Umsatz lag bei 14,58 Milliarden Dollar und übertraf damit die erwarteten 12,72 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie belief sich auf 45 Cent und lag damit deutlich über den Prognosen von 13 Cent.
CFO Bret Johnsen gab in der Telefonkonferenz einen optimistischen Ausblick: Der Umsatz im ersten Quartal 2027 werde zwischen 33 Milliarden und 37 Milliarden Dollar liegen. Damit würde das Unternehmen die durchschnittliche Analystenschätzung von 22,2 Milliarden Dollar laut LSEG weit übertreffen. Die Zahlen unterstreichen die wachsende Bedeutung des Raumfahrtgeschäfts innerhalb des Firmenimperiums von Musk.
Doch nicht alle Nachrichten aus dem Umfeld von SpaceX sind positiv. Berichten zufolge hat Musk eine Verlangsamung des militärischen Starlink-Dienstes angeordnet, der von der Ukraine genutzt wird. Dadurch wurden die Geschwindigkeiten begrenzt, mit denen verbundene Hardware übertragen konnte, und einige offensive und Abfangdrohnen weitgehend unwirksam gemacht. Das „Wall Street Journal“ berichtete, Musk und US-Präsident Donald Trump hätten die Entscheidung in einem Anruf kurz nach dem öffentlichen Bekanntwerden der Verlangsamung diskutiert.
Musk hatte zuvor erklärt, Einschränkungen des Systems würden letztlich vom US-Militär und dem Präsidenten beschlossen. Trump sagte jedoch am Montag gegenüber Reportern, er wisse nicht, wer für die Verlangsamung verantwortlich sei. Die Vorgänge dürften auch für europäische Beobachter von Interesse sein, spielt Starlink doch eine zentrale Rolle in der militärischen Kommunikation.
Netflix enttäuscht trotz Gewinnsprung
An den Märkten wandten sich die Anleger unterdessen von Netflix ab und verkauften Aktien im erweiterten Handel. Dabei hatte das Unternehmen die Gewinnerwartungen für das dritte Quartal übertroffen. Netflix meldete Gewinne von 3,66 Milliarden Dollar beziehungsweise 87 Cent je Aktie, verglichen mit den von Analysten erwarteten 82 Cent. Der Umsatz stieg um 12 Prozent auf 12,87 Milliarden Dollar und entsprach damit den Prognosen.
Die Aktien fielen dennoch, weil das Unternehmen seine Werbekampagnen-Aussichten senkte und die Umsatzprognose für das vierte Quartal unter den Erwartungen der Wall Street ansetzte. Netflix prognostizierte einen Umsatz von 13,44 Milliarden Dollar für das laufende Quartal, während Analysten 13,52 Milliarden Dollar erwartet hatten. Der enttäuschende Ausblick trübte die ansonsten soliden Quartalszahlen.
Zollstreit kehrt vor Gericht zurück
Monate nachdem es erfolgreich gelungen war, die „gegenseitigen“ Zölle von US-Präsident Donald Trump vom Obersten Gerichtshof aufheben zu lassen, steht die Rechtsgruppe Liberty Justice Center erneut vor Gericht gegen den Präsidenten. Diesmal vertritt die Gruppe die in New Jersey ansässige Lebensmittelimporteurin Gellert Global Group, um Trumps Berufung auf ein Gesetz aus der Zeit der Großen Depression anzufechten. Damit sollen Zölle in Höhe von 50 Prozent auf eine Reihe kanadischer Waren erhoben werden.
Die Klage bittet das Gericht, die Zölle für rechtswidrig zu erklären, deren Durchsetzung zu blockieren und die Trump-Verwaltung anzuweisen, Erstattungen für bereits gezahlte Abgaben einschließlich Zinsen auszustellen. Gellert-CEO Sara Albrecht erklärte am Dienstagmorgen: „Kein Präsident sollte die Macht haben, ein schlafendes Gesetzstatut aus dem Regal zu holen und es einzusetzen, um weitreichende Zölle oder Importverbote ohne die von Kongress vorgeschriebenen Grenzen aufzuerlegen.“
Boeing erhält Zulassung für 737 Max 10
Für den Flugzeugbauer Boeing gab es dagegen eine gute Nachricht: Die Federal Aviation Administration unterzeichnete am Dienstag die Zulassung für den Boeing 737 Max 10 nach Jahren der Verzögerung. Es ist ein großer Sieg für den Hersteller und das letzte Modell seiner meistverkauften Jet-Familie, das die staatliche Genehmigung erhielt. Das grüne Licht kommt Wochen, nachdem Bundesbeamte einen Fehler im Navigationssystem des Flugzeugs überprüft, diesen jedoch als kein Sicherheitsproblem für den Flug eingestuft hatten.
Der 737 Max 10 ist das größte Modell der Familie und bietet Platz für bis zu 230 Personen. Ursprünglich sollte das Flugzeug 2020 den Flugbetrieb aufnehmen, doch erhöhte Aufsicht nach zwei Abstürzen des Max in den Jahren 2018 und 2019 sowie weitere Sicherheitsprobleme verzögerten seine Zertifizierung erheblich.
