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S&P 500 auf Rekordjagd: Jetzt günstig absichern mit Put-Optionen

Nach einem Plus von 17% seit März bietet die niedrige Volatilität Anlegern eine seltene Gelegenheit zur günstigen Portfolio-Absicherung.

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S&P 500 auf Rekordjagd: Jetzt günstig absichern mit Put-Optionen

Der S&P 500 hat seit seinen Tiefstständen im März eine beeindruckende Erholung von mehr als 17% vollzogen. Treiber dieser Rally sind Optimismus hinsichtlich Zollentlastungen, robuste Unternehmensgewinne und eine kraftvolle Erholung im Halbleitersektor. Wer Geduld bewiesen hat, wurde belohnt – doch genau diese Erholung hat nun eine strategisch interessante Nebenwirkung: Absicherungen sind still und heimlich erschwinglicher geworden.

Die Arithmetik dahinter ist simpel. Absicherung kostet weniger, wenn die Volatilität niedrig ist. Der VIX notiert derzeit im hohen Zehnerbereich – deutlich unter den Stressniveaus, die den Ausverkauf im März begleiteten. Infolgedessen ist die in Put-Optionen eingepreiste implizite Volatilität kräftig gesunken. Der Kauf eines einmonatigen Puts, der 2 bis 2,5% „aus dem Geld" liegt (etwa 30 Delta), kostet heute nur einen Bruchteil dessen, was er während des freien Falls des Marktes kostete.

Warum Absichern gerade jetzt sinnvoll ist

Für Anleger, die sich lieber absichern, wenn sie es können – statt wenn sie es müssen – ist jetzt der richtige Moment. Die Bedingungen, die die Rally angetrieben haben, sind zwar positiv, aber nicht gleichbedeutend mit gelösten Fundamentaldaten. Fortschritte bei den Zöllen, Gewinnresistenz und die Hoffnung auf eine Lösung des Engpasses in der Straße von Hormus haben das Momentum befeuert. Doch strukturelle Risiken bleiben bestehen.

Die US-Notenbank Federal Reserve bleibt faktisch an der Seitenlinie, da höhere Ölpreise die Inflation nach oben getrieben haben. Die Renditen von Staatsanleihen liegen im Vergleich zu den Jahrestiefstständen erhöht. Und Gold signalisiert trotz seines Rückzugs vom Januar-Hoch weiterhin, dass institutionelle Anleger ihre Nachfrage nach sicheren Häfen nicht aufgegeben haben.

Ein weiteres Warnsignal liefert die Marktbreite: Der gleichgewichtete S&P 500 stagniert nahe früherer Höchststände, während der kapitalisierungsgewichtete Index weiter steigt. Diese Divergenz zeigt, dass die Rally vor allem von wenigen großen Titeln getragen wird – ein klassisches Zeichen nachlassender Marktbreite, das Anleger ernst nehmen sollten.

Konkrete Absicherungsstrategie mit Put-Optionen

Nach einer Bewegung von 17% sitzen Portfolios, die defensiv ins Jahr gestartet sind, auf bedeutenden unrealisierten Gewinnen. Die Asymmetrie der Entscheidung verschiebt sich: Das Abwärtsrisiko einer Fehlentscheidung ist gewachsen, während der Grenznutzen einer weiteren Aufwärtspartizipation abnimmt.

Eine konkrete Möglichkeit zur Absicherung bietet der Kauf eines kurzfristigen 30-Tage-Puts mit einem Delta von 30. Als Beispiel werden die wöchentlichen Puts auf den SPY-ETF für den 26. Juni mit einem Basispreis von 730 US-Dollar genannt – diese kosten etwa 7,40 US-Dollar oder rund 1% des aktuellen SPY-Niveaus. Damit lässt sich ein erheblicher Teil der aufgelaufenen Gewinne auf dem aktuellen Volatilitätsniveau absichern.

Entscheidend ist dabei auch das richtige Verhalten im Ernstfall: Wer seine Absicherung nicht „monetarisiert", wenn es zu einem deutlichen Kursrückgang kommt, verschenkt den Versicherungsschutz. Laufen die Puts ins Geld, sollte die Position nach unten oder zeitlich nach vorne gerollt werden. Dies zu unterlassen wäre, wie nach einem Unfall keinen Versicherungsanspruch geltend zu machen – die gezahlten Prämien wären schlicht verschwendet.

Die Botschaft für Privatanleger ist klar: Der beste Zeitpunkt für den Abschluss einer Versicherung ist nicht, wenn das Haus bereits brennt – sondern nachdem sich der Rauch verzogen hat, bevor der nächste Sturm aufzieht.

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