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Dow Jones erreicht Rekordhoch – US-Iran-Gespräche beflügeln Wall Street

Friedenshoffnungen im Iran-Konflikt, KI-Optimismus und starke Unternehmensgewinne treiben die US-Börsen auf neue Höchststände.

Dow Jones erreicht Rekordhoch – US-Iran-Gespräche beflügeln Wall Street

Die Wall Street hat am Freitag kräftig zugelegt. Der Dow Jones Industrial Average erreichte dabei zum ersten Mal seit Beginn des Iran-Krieges ein Intraday-Rekordhoch – ein Meilenstein, der die anhaltende Erholungsdynamik an den US-Märkten unterstreicht. Anleger reagierten positiv auf Fortschritte in den Friedensgesprächen zwischen den USA und dem Iran, die vor dem verlängerten Wochenende zum Memorial Day besonders im Fokus standen.

Medienberichten zufolge traf der iranische Außenminister den pakistanischen Innenminister, um Vorschläge zur Beendigung des seit fast drei Monaten andauernden Konflikts zu erörtern. Dennoch bestehen weiterhin erhebliche Differenzen: Teheran und Washington sind sich uneins über die iranischen Uranvorräte sowie die Kontrolle über die strategisch wichtige Straße von Hormus. „Obwohl noch wesentliche Differenzen zwischen den USA und dem Iran beigelegt werden müssen, um den Krieg zu beenden, bleibt die Fortsetzung der Friedensgespräche ein unterstützender Faktor für die Anleger", kommentierte Peter Cardillo, Chef-Marktökonom bei Spartan Capital Securities.

Um 09:42 Uhr ET notierte der Dow Jones Industrial Average bei 50.600,73 Punkten – ein Plus von 315,07 Punkten oder 0,63 Prozent. Der S&P 500 gewann 48,51 Punkte bzw. 0,65 Prozent auf 7.494,23 Zähler, während der Nasdaq Composite um 175,63 Punkte oder 0,67 Prozent auf 26.468,72 Punkte stieg. Zehn der elf wichtigsten Sektorindizes des S&P 500 notierten im Plus, angeführt vom Gesundheitswesen.

Rekordlauf und starke Einzelwerte

Der Dow Jones verzeichnete sein erstes Intraday-Rekordhoch seit dem 10. Februar und war damit der letzte der drei großen US-Indizes, der diesen Meilenstein erreichte. Besonders starke Stützen waren IBM mit einem Zuwachs von knapp 3 Prozent sowie Salesforce mit einem Plus von 3,4 Prozent. Der S&P 500 steuert zudem auf seinen achten Wochengewinn in Folge zu – die längste Gewinnserie seit Dezember 2023.

Auch im Technologiesektor zeigte sich Stärke: Nvidia legte um 0,5 Prozent zu, einen Tag nachdem die Aktie trotz einer robusten Quartalsprognose um 1,7 Prozent gefallen war. Der Philadelphia-Halbleiterindex, ein wichtiger Treiber der jüngsten Kursgewinne, stieg um 1,5 Prozent. Die meisten Megacap- und Wachstumswerte notierten ebenfalls fester.

Zu den auffälligsten Einzelbewegungen zählte Estée Lauder mit einem Kurssprung von 12 Prozent, nachdem Gespräche über eine mögliche Fusion mit der spanischen Parfümerie Puig beendet worden waren. Workday kletterte um 9,4 Prozent, nachdem der Anbieter von Personalsoftware die Erwartungen für Umsatz und Gewinn im ersten Quartal übertroffen hatte. Take-Two Interactive legte um 2,5 Prozent zu, nachdem das Videospielunternehmen den Veröffentlichungstermin 19. November für das mit Spannung erwartete Spiel „Grand Theft Auto VI" bestätigt hatte.

Anleiherenditen und Marktausblick

Auf der Rentenseite gaben die US-Staatsanleiherenditen nach: Die Rendite der zehnjährigen US-Anleihe sank auf ein Ein-Wochen-Tief von 4,54 Prozent. In den vergangenen Tagen hatten steigende Ölpreise und deren inflationäre Wirkung die Renditen weltweit nach oben getrieben und die Risikobereitschaft der Anleger gedämpft. Die nachlassende Volatilität vor dem dreitägigen Börsenfeiertag spiegelte sich auch im CBOE-Volatilitätsindex wider, der mit 16,64 Punkten nahe einem Zwei-Wochen-Tief notierte.

UBS Global Wealth Management hob sein Kursziel für den S&P 500 zum Jahresende 2026 von 7.500 auf 7.900 Punkte an. Als Begründung nannte die Großbank widerstandsfähige Konsumausgaben sowie die anhaltend starke Nachfrage nach Rechenzentrumsinfrastruktur. Neben den Friedenshoffnungen im Iran-Konflikt gelten der KI-Handelsboom und ein robustes Gewinnwachstum als wesentliche Treiber der US-Aktienrally in diesem Monat.

Ein weiteres bedeutendes Ereignis stand am Freitag noch bevor: Kevin Warsh sollte im Weißen Haus als neuer Chef der US-Notenbank Federal Reserve vereidigt werden und damit die Nachfolge von Jerome Powell antreten – ein Moment mit weitreichenden Implikationen für die amerikanische Geldpolitik. An der NYSE überwogen die Gewinner gegenüber den Verlierern im Verhältnis von 1,89 zu 1, an der Nasdaq lag das Verhältnis bei 2,27 zu 1.

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