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Peloton-Aktie springt nach Aufnahme in S&P SmallCap 600

Die Indexaufnahme ab dem 27. Mai sorgt für erhöhte Nachfrage durch passive Fonds und treibt den Kurs um über 10 Prozent.

Peloton-Aktie springt nach Aufnahme in S&P SmallCap 600

Die Aktie von Peloton Interactive (PTON) hat am Freitag einen Kurssprung von über 10 Prozent verzeichnet. Auslöser war die Ankündigung, dass der Hersteller von Fitnessgeräten in den S&P SmallCap 600 aufgenommen werden soll – ein wichtiger US-amerikanischer Aktienindex für kleinere Unternehmen.

Peloton wird dabei den Spezialisten für Abfallmanagement und Recycling, Enviri, ersetzen. Enviri scheidet aus dem Index aus, weil das Unternehmen Vermögenswerte ausgliedert und von Veolia Environment übernommen wird. Die Indexänderung tritt vor Handelsbeginn am Mittwoch, den 27. Mai, in Kraft.

Warum eine Indexaufnahme den Kurs treibt

Die Aufnahme in einen etablierten Index wie den S&P SmallCap 600 hat direkte Auswirkungen auf die Nachfrage nach einer Aktie. Passive Fonds und ETFs, die diesen Index abbilden, sind verpflichtet, die Aktie des neuen Mitglieds zu kaufen, um die Indexzusammensetzung korrekt widerzuspiegeln. Diese strukturell bedingte Nachfrage kann den Kurs kurzfristig deutlich nach oben treiben.

Händler sind sich dieser Dynamik bewusst und versuchen häufig, den Käufen der Indexfonds durch sogenanntes „Front-Running" zuvorzukommen – sie kaufen die Aktie also bereits vor dem offiziellen Aufnahmedatum, um von dem erwarteten Kursanstieg zu profitieren. Beides zusammen – die Pflichtankäufe der Fonds und das spekulative Vorziehen durch aktive Händler – kann zu einem vorübergehenden, aber deutlichen Kursanstieg führen.

Zusätzlich verstärkt das hohe Leerverkaufsinteresse (Short Interest) bei Peloton die Kursbewegung. Leerverkäufer, die auf fallende Kurse gesetzt hatten, sehen sich durch den plötzlichen Kursanstieg unter Druck gesetzt. Um ihre Short-Positionen zu schließen und potenzielle Verluste zu begrenzen, müssen sie Aktien zurückkaufen – was die Aufwärtsbewegung weiter verstärkt. Dieses Phänomen wird als „Short Squeeze" bezeichnet.

Verbesserte Finanzlage als weiterer Rückenwind

Die Indexaufnahme kommt nicht aus dem Nichts. Peloton hatte Anfang Mai bereits mit positiven Quartalszahlen auf sich aufmerksam gemacht. Der freie Cashflow des Unternehmens stieg im Quartal bis zum 31. März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 59 Prozent auf 151 Millionen US-Dollar.

Getrieben wurde diese Verbesserung durch zwei wesentliche Faktoren: Preiserhöhungen bei den eigenen Produkten sowie eine neue Partnerschaft zur Inhaltslizenzierung mit dem Audio-Streaming-Dienst Spotify. Diese Kooperation dürfte das digitale Angebot von Peloton attraktiver machen und langfristig zur Kundenbindung beitragen.

Für deutsche Anleger ist Peloton vor allem als Anbieter von vernetzten Heimtrainern und Laufbändern bekannt, die während der Corona-Pandemie einen enormen Boom erlebten. Nach einer schwierigen Phase der Neuausrichtung scheint das Unternehmen nun schrittweise wieder auf stabileres Fundament zu finden – die Indexaufnahme und die verbesserten Cashflow-Zahlen sind dabei positive Signale, auch wenn der heutige Kurssprung zumindest teilweise technischer Natur ist.

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